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Warum du Schmerzen im Brustkorb immer ernst nehmen solltest…
Warum du Schmerzen im Brustkorb immer ernst nehmen solltest…

Quelle: Pexels

Gesundheit

Warum du Schmerzen im Brustkorb immer ernst nehmen solltest…

Wenn es im Brustkorb sticht oder schmerzt, sich neben Übelkeit auch ein Gefühl der Beklemmung breit macht, kann das ein deutliches Symptom für ernsthafte Erkrankungen sein. Was sich dahinter verbergen kann, wie sich die Symptome konkret bemerkbar machen und wie du darauf reagieren solltest – hier im Kurzcheck. 

Warum muss man Schmerzen im Brustkorb so ernst nehmen?

Weil sie ein Hinweis auf einen drohenden Herzinfarkt sein können. Wenn es im Brustkorb oder Oberbauch schmerzhaft sticht, es bis in den Arm ausstrahlt, man sich schwindelig fühlt und zudem extreme Atemnot einsetzt, dann sollten die Alarmglocken läuten und der Notarzt gerufen werden.

Gibt es bei Frauen noch andere Symptome für einen Infarkt?

Allerdings. Manche verspüren oft Wochen vor dem Infarkt große Müdigkeit, Schwindel oder unerklärliche Übelkeit. Beim akuten Infarkt selbst kann es sein, dass Frauen starke Schmerzen im oberen Bauch-Bereich haben, Gesicht und Kiefer tun ebenfalls weh. Möglicherweise muss man auch erbrechen. Mitunter wird man einfach nur unendlich schlapp, ohne dass etwas weh tut. Auch in diesen Fällen muss sofort der Notarzt gerufen werden. Grundsätzlich gilt: Frauen, die länger als 15 Minuten Schmerzen zwischen Nase und Nabel verspüren, sollten an einen Infarkt denken. Wenn Engegefühle in der Brust hinzukommen oder die Schmerzen ausstrahlen sowie Schweißausbrüche auftreten und man plötzlich Angst verspürt, sind das wirklich deutliche Warnhinweise.

Und wenn es doch blinder Alarm war?

Das sollte man im eigenen Interesse in Kauf nehmen. Wichtig ist es, dem Notarzt oder Rettungspersonal seinen Verdacht zu äußern. Also ehrlich sagen, dass man befürchtet einen Herzinfarkt zu haben.

Welche Frauen sind besonders gefährdet?

Die Risikofaktoren bei Frauen sind Übergewicht, Bewegungsmangel, Stress und Rauchen – insbesondere in Kombination mit der Anti-Baby-Pille. Alles „Sünden“, die gerade die feinen Gefäße der Frauen nicht verzeihen. Und: Frauen nach der Menopause erleiden häufiger einen Herzinfarkt. Das hängt mit der Abnahme der körpereigenen Östrogenproduktion zusammen. Denn Östrogen schützt normalerweise.

Kann ich mein Risiko abklären lassen?

Das kannst du in der Tat. Genutzt wird dazu ein Kardio-Check. Mit diesem neu entwickelten High-Tech-Verfahren kann der Arzt in nur 20 Sekunden erkennen, ob sich an den Gefäßwänden Ablagerungen bilden. Dabei werden mit Kernspin- und Computertomographen virtuelle „Kamerafahrten“ durch das Herz gemacht und dabei die Herzgefäße im Detail aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.

Kann hinter Schmerzen im Bauchraum auch „nur“ die Bauchspeicheldrüse stecken?

Allerdings. Denn sie liegt mitten im „Getümmel“ zwischen Magen und Wirbelsäule. Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist die wichtigste Drüse für die Verdauungsvorgänge. Sie bildet den Bauchspeichel, der in den Darm abgegeben wird und sie gibt Hormone in das Blut ab. Das bekannteste Verdauungshormon ist das Insulin, das dort gebildet wird. Auch das Hormon Glukagon, der Gegenspieler des Insulins, wird hier produziert. Somatostatin, das dritte Hormon, hat die Funktion, die Sekretion von Magensaft und Bauchspeichel zu hemmen.

Wodurch kann sie sich entzünden?

Haupterkrankungsursache ist mit 30 bis 50 % aller Fälle das Vorhandensein von Gallensteinen. Nahezu ebenso häufig ist als Ursache chronischer Alkoholmissbrauch zu nennen. Seltene Ursachen sind: Virusinfektionen z. B. Hepatitis, Operationstraumen, Fettstoffwechselstörungen, eine Überfunktion der Nebenschilddrüse oder Nebenwirkungen von Medikamenten.

Wie merkt man, dass sie entzündet ist?

Typisch sind plötzlich einsetzende bohrende Bauchschmerzen, die sich wie ein Gürtel um den Leib legen. Weitere Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Blähungen und Gesichtsrötung. In schweren akuten Fällen kommt es zu Schockzuständen mit Atemnot und Herzrasen: Die chronische Pankreatitis mündet in einem Funktionsverlust und schließlich in einer völligen Pankreasinsuffizienz, die mit der Ausbildung eines Diabetes mellitus verbunden ist. Es kommt zur Selbstverdauung der Bauchspeicheldrüse. Teile der Nahrung werden fast unverdaut ausgeschieden und der Patient „verhungert“. Deshalb ist sie auch lebensbedrohend.

Sollte man die Bauchspeicheldrüse vorbeugend untersuchen lassen?

Ja. Bei der jährlichen Check-up-Untersuchung kann der Arzt die Bauchspeicheldrüse abtasten. Dabei liegt der Patient meist auf dem Rücken und der Arzt drückt an verschiedenen Stellen des Bauches, um schmerzhafte Stellen exakt festzustellen. Spürt er dabei Veränderungen in Form und Größe, kann eine Ultraschalluntersuchung gemacht werden. Dazu besteht aber nur dann Anlass, wenn der Betroffene entsprechende Symptome wie Oberbauchschmerzen hat. Leidet ein Patient unter extremem Durst und sehr häufigem Wasserlassen, kann dies ein Zeichen für Diabetes sein. Hier wird das Blut im Labor untersucht.

Warum sollte man auch Sodbrennen ernst nehmen?

Weil es das häufigste Symptom für einen Reizmagen ist. Er kann so schmerzhaft wie Migräne sein. Hinzu kommen Völlegefühl, Blähungen, ein Druck und Brennen im Magen sowie gelegentliche Übelkeit. Dieses Gefühl von „Unwohlsein“ kann bis in den Brustraum reichen. Mit Sodbrennen hat schon fast jeder 2., mit Reizmagen jeder 3. Deutsche zu kämpfen. Und Frauen sind sogar doppelt so häufig betroffen  wie Männer.

Wie kommt es zu einem Reizmagen?

Der Magen wird von den zahlreichen Nerven des so genannten vegetativen Nervensystems versorgt. Sie vermitteln zum einen Hunger-, zum anderen Völlegefühl und regulieren auch die Verdauung. Dieses Nervensystem unterliegt nicht der bewussten Kontrolle. Bei Angst, Stress oder ständiger nervlicher Belastung werden  die Verdauungsvorgänge zugunsten von erhöhter Muskelspannung und stärkerer Gehirnaktivität verringert. Der Magen muss dann zurückstecken. Wird die Belastung zu einem Dauerzustand, können Magen und Darm nicht vernünftig arbeiten – es kommt zu den unangenehmen Beschwerden eines Reizmagens.

Es liegt aber keine akute Magenerkrankung vor?

Nein! Der Reizmagen wird nur als funktionelle Erkrankung des Magens bezeichnet, ohne dass krankhafte Veränderungen nachgewiesen werden können.

Warum muss ich es dann trotzdem ernst nehmen?

Wenn dieser gereizte Zustand des Magens über mehr als drei Monate bestehen bleibt, kann sich ein bösartiges Magengeschwür entwickeln.

Kann neben Stress auch das Essen den Magen reizen?

Fettreiches Essen durchaus. Denn es wird besonders langsam verdaut, bleibt lange im Verdauungstrakt und belastet damit. Ein ballaststoffreiches Mahl mit Obst oder Gemüse verlangt dem Körper weniger Arbeit ab. Deshalb ist vielen Patienten bereits sehr geholfen, wenn sie die Ernährung umstellen. In einigen Fällen werden die Symptome wie Sodbrennen mit speziellen Medikamenten behandelt, den so genannten Antiazida. In anderen Fällen kann eine psychologische Betreuung sinnvoll sein – das hängt immer vom Einzelfall ab.

Wie sollte man bei Sodbrennen seine  Ernährung umstellen?

Nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten sollte man viele Ballaststoffe, wenig Fette (insbesondere tierische Fette), aber mindestens 500 Gramm Gemüse und Obst am Tag essen. Zudem salzhaltige und scharfe Nahrung meiden. Darüber hinaus für ausreichend Bewegung sorgen, die den Stoffwechsel in Schwung bringt. Die sportliche Betätigung ist schon deshalb gut, weil sie bei Stress Verschnaufpausen schafft und so den hohen Druck mindert.

Können Schmerzen in der Brust auch von einer Rippenfellentzündung herrühren?

Durchaus. Denn Lunge und der Brustkorb sind von einer feinen Haut (Pleura) umgeben, dem so genannten Rippenfell oder Lungenfall. Dazwischen befindet sich ein kleiner Spalt (Pleuraraum), in dem sich ein wenig Flüssigkeit befindet. Sie sorgt dafür, dass beim Ein- und Ausatmen die beiden Häute ohne Probleme aneinander gleiten. Bei der Rippenfellentzündung (Pleuritis) sind diese Häute allerdings entzündet. In den meisten Fällen tritt eine Pleuritis als Folge einer chronischen Bronchitis oder Lungenentzündung auf.

Mit welchen Symptomen macht sie sich bemerkbar?

Als wichtigste Symptome gelten starke, atemabhängige Schmerzen, Atemnot und Husten. Starke Schmerzen treten vor allem bei der trockenen Pleuritis auf. Dann kann der Arzt beim Abhören der Lunge ein Knarren und Reiben hören, das durch das Aufeinanderreiben der Pleurablätter hervorgerufen wird. Bei der feuchten Pleuritis kann es zu einer Infektion der vermehrt gebildeten Pleuraflüssigkeit kommen. Die Lunge kann sich dann nicht mehr richtig entfalten, aber die Schmerzen sind etwas geringer als bei einer trockenen Pleuritis.

Sollte man bei Verdacht auf Rippenfellentzündung zum Arzt?

Unbedingt. Damit es nicht zu einer dauerhaften Einschränkung der Lungenfunktion kommt.

Und wie wird therapiert?

Meist werden gegen die bakterielle Infektion Antibiotika eingesetzt. Bei der trockenen Pleuritis ist zudem meist eine begleitende Therapie mit Schmerzmittel nötig. Haben sich größere Ergüsse gebildet, ist eine Punktion erforderlich. Und bei Eiterbildung wird häufig eine Drainage gelegt, die eine Spülung des Pleuraraumes ermöglicht. Zudem ist strikte Bettruhe erforderlich. Betroffene sollten möglichst auf der gesunden Seite gelagert werden. Das fördert die Beatmung der erkrankten Bereiche. Setzt der Heilungsprozess ein, sollte er mit gezielter Atemgymnastik unterstützt werden.

3 Tipps: Hausmittel gegen Sodbrennen

+ Das beste Hausmittel bei leicht gereiztem Magen ist ein Magentee mit Fenchel. Auch Kamille, Schafgarbe, Anis, Melisse, Kümmel, Mariendistelfrüchte, Wermut, Enzianwurzel, Benediktenkraut, Tausendgüldenkraut und die bittere Schleifenblume beruhigen den Bauch.

+ Wer kann, sollte seinem Magen eine Rollkur gönnen. Trinke dafür eine Tasse Tee und lege dich sich für jeweils 5 Minuten auf den Rücken, die rechte Seite, den Bauch, die linke Seite und wieder auf den Rücken. Oder massiere deinen Bauch eine Handbreit über dem Bauchnabel mit kreisenden Bewegungen (ca. 5 Min.)

+ Zudem sollte man vor jedem Essen 1 EL Leinsamenschrot mit etwas Milch oder Joghurt zu sich nehmen. Das hilft dem Magen und der Verdauung.


ist Diplom-Journalistin und hat ein Staatsexamen in Psychologie. Die alleinerziehende Mutter war viele Jahre Mitglied der Chefredaktion großer deutscher Frauenzeitschriften. Derzeit ist die überzeugte Vegetarierin, freie Autorin und findet die besten Ideen auf Spaziergängen mit ihrem Hund Quadriga.

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