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Von harmlos bis ernst: Die 6 wichtigsten Körperzei...

Von harmlos bis ernst: Die 6 wichtigsten Körperzeichen und was dahinter steckt

Von harmlos bis ernst: Die 6 wichtigsten Körperzeichen und was dahinter steckt

Quelle: Pexels / Lum3n.com

 
Von harmlos bis ernst: Die 6 wichtigsten Körperzeichen und was dahinter steckt

Wir schwitzen, bekommen Schluckauf, Gänsehaut, blaue Flecken, Blähungen und Fieber. Aber warum eigentlich? Was steckt hinter diesen Reaktionen des Körpers? Lies hier mal, was harmlos ist, welche Signale du doch ernst nehmen solltest und wie du dich schnell wieder davon befreien kannst.

 SCHLUCKAUF: Das Zwerchfell stört die Atmung

Er kommt urplötzlich, manchmal mitten im Reden – hicks, wir haben einen Schluckauf. Häufig setzt der Singultus (med. Fachbegriff) ein, wenn wir etwas sehr Kaltes getrunken haben. Aber auch auf zu hastiges Essen, einen überfüllten Magen oder Aufregung, Angst und Ärger kann der Körper mit Schluckauf reagieren.

Was im Körper passiert: Durch einen Fehlimpuls ans Gehirn werden die Nerven des Zwerchfells gereizt. Dieser große Muskel zwischen Brusthöhle und Bauchraum zieht sich dann zusammen. Und zwar unregelmäßig und willkürlich. Ähnliches passiert auch mit der Luftröhre, die durch den Kehldeckel verschlossen wird. Weil das mitten in einem Atemzug passiert, kommt es zum Hicksen.

Wie man ihn los wird: Am besten ist es, in eine Tüte zu atmen. Die verbrauchte Luft erhöht nämlich den Kohlendioxidgehalt des Blutes und beruhigt so das Zwerchfell.  Auch verbreitete „Tricks“ wie Luft anhalten, Wasser trinken oder Zucker essen, können helfen. Vorausgesetzt, man glaubt an die Wirkung. Dann entspannt man nämlich unbewusst das Zwerchfell.

Wann es gefährlich wird: Nur sehr selten wird Schluckauf chronisch. Dann kann er organische Ursachen wie z.B. ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür haben. Deshalb gilt: Hält der Schluckauf Tage oder sogar Wochen an, bitte zum Arzt.

GÄNSEHAUT: Unsere „Fellhaare“ richten sich auf

Eine Gänsehaut bekommen wir, wenn wir frieren, erschaudern oder uns fürchten. Auch physikalische Reize wie Wind oder Elektrizität erzeugen diese Haut-Hubbel.

Was im Körper passiert: Eine Cutis Anserina (med. Fachbegriff) entsteht, wenn sich die Haarbalgmuskeln der Haut anspannen. Dabei werden die feinen Lanugo-Haare senkrecht aufgestellt. Die obere Hautschicht verdickt sich ein wenig und es kommt zu den so genannten Papeln.

Wie man es los wird: Einfach dadurch, dass die Auslöser beseitigt werden. Also raus aus dem Wind, etwas Warmes anziehen oder wieder „abregen“. Sonst wird die Haut durch diese Vorwölbungen noch schneller ausgekühlt.

Warum es harmlos ist: Hinter einer Gänsehaut stecken keine Krankheiten. Es ist ein genetisches Überbleibsel aus der Zeit, als unsere Vorfahren noch behaart waren. Das Aufrichten des Fells war Drohgebärde und Kälteschutz. Denn es sorgte für eine Vergrößerung des Luft- und damit Wärmepolsters.

SCHWITZEN: Säureschutz für die Haut

Wenn wir bei Wärme, körperlicher Anstrengung oder vor Angst schwitzen, dann fungiert der Schweiß vor allem als „Kühlmittel“ für den Körper. Doch das Sekret der Schweißdrüsen dient auch der Bekämpfung schädlicher Keime und zum Aufbau und Erhalt des Säureschutzmantels der Haut.

Was im Körper passiert: In der Haut sind zwei bis drei Millionen Drüsen verteilt. Sie sondern auch bei völliger Ruhe und sanften Temperaturen täglich einen halben bis einen Liter Schweiß ab. Dieser besteht zu 99 Prozent aus Wasser. Es sind die Stoffwechselprodukte wie Fettsäuren, Sexualhormone und Mikroorganismen, die den Schweißgeruch erzeugen.

Wie man es los wird: Die Schweiß-Bildung ist nicht wirklich abzustellen. Deodorants verhindern aber den Schweißgeruch. Durch Sauna oder kalt-warme Wechselduschen kann der Körper trainiert werden, nicht zu stark zu transpirieren.

Wann es krankhaft wird: Bei einer Überfunktion der Schweißdrüsen (Hyperhidrosis) ist der Betroffene ständig schweißgebadet bzw. hat immerzu feuchte Achselhöhlen oder Hände. Liegt keine Grunderkrankung vor, kann Achselschweiß durch Deos mit unterdrückt werden. Bei Händen und Füßen hilft Gleichstrom. In besonders schweren Fällen können Schweißdrüsen auch entfernt werden.

BLAUE FLECKEN: Blut sammelt sich im Gewebe

Ein Stoß, ein Schlag oder ein Sturz und schon ist es geschehen: Wir bekommen einen blauen Fleck. Bei einem Hämatom (med. Fachbegriff) entsteht im Körpergewebe eine Blutansammlung.

Was im Körper passiert: Sofort nach der Druckeinwirkung wird die Stelle rot. Denn aus den geplatzten Kapillaren (Gefäßen) tritt Blut aus und sammelt sich in der Haut. Gerinnt dieses Blut, wird die Stelle dunkelrot bis blau. Der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) wird später durch Enzyme abgebaut. Das lässt sich gut beobachten. Die Farbskala reicht von braun, dünkelgrün bis zu Gelbtönen.

Wie man es los wird: Am besten hilft Kälte. Sie hält die Blutgerinnung gering. Also auf die Haut Kühlspray, ein Kühlgelkissen oder kaltes Wasser geben. Auch kalt-feuchte Umschläge helfen. Am besten mit Tonerde, Essigwasser oder Hyporinsalbe.

Wann es krankhaft wird: Ist der blaue Fleck größer als ein Handteller, sollte ein Arzt checken, ob die Durchblutung von Muskeln und Nerven gestört ist. Bilden sich schon bei leichtem Druck oder ganz ohne ersichtlichen Grund blaue Flecken, dann sollten die Blut-Gerinnungsfähigkeit sowie mögliche Mangelzustände abgeklärt werden.

FIEBER: Das Immunsystem erhöht die Körpertemperatur

Du fühlst dich schlapp und heiß? Dann bringt ein Fieber-Thermometer Klarheit: Werte unter 38°C gelten als erhöhte Temperatur. Ab 38°C ist es dann Fieber, bis 38,5°C mäßiges, über 39°C dann hohes Fieber. Morgens liegt die Normaltemperatur übrigens bei 36,5°C. Zum Eisprung erhöht sie sich bei Frauen um etwa 0,5°C.

Was im Körper passiert: Der Körper aktiviert das Immunsystem. Als Schaltzentrale fungiert dabei eine kleine Drüse im Gehirn – der Hypothalamus. Sind Fieberstoffe im Blut, werden im Körper die Stoffwechselprozesse beschleunigt und das körpereigene Immunsystem hochgefahren. Zudem tötet die Wärme viele Erreger. Die meisten Bakterien und Viren sterben nämlich bei über 37°C ab. Deshalb sollte Fieber als Helfer gesehen und nicht gleich bekämpft werden. Übrigens schwitzen wir bei Fieber deshalb so stark, damit wir nicht überglühen. Wichtig: Besonders viel trinken. Pro Fiebergrad circa einen Liter zusätzlich!

Wie man es los wird: Ein altes, aber hoch wirksames Mittel sind kalte Wadenwickel. Damit lässt sich das Fieber um gut 1°C senken. Fieber senkend wirkt auch Himbeer- oder Preiselbeersaft. Dem Immunsystem hilft Tee aus Erdbeerblättern. Fieber senkende Mittel mit bestimmten Wirkstoffen sollten nur ärztlich kontrolliert genommen werden.

Was es gefährlich wird: Vom Fieber selbst geht kaum Gefahr aus. Gesunde Menschen können Fieberschübe bis 41°C verkraften. Ältere oder geschwächte Menschen sollten aber schon bei 40°C reagieren. Gefährlich kann der eigentliche Grund für das Fieber werden. Hält es über drei Tage an, sollte ein Arzt abklären, ob eine Infektion oder innere Erkrankungen wie eine Entzündung(z.B. Blasenentzündung) dahinter steckt.

BLÄHUNGEN: Der Dickdarm verschafft sich „Luft“

Auch, wenn wir es nicht gern zugeben: Etwa acht bis zwölf Mal am Tag müssen wir pupsen. Und das ist gesund! Denn dadurch können überschüssige Gase aus dem Dickdarm entweichen. Übrigens etwa ein Liter Biogas pro Tag.

Was im Körper passiert: Im Dickdarm sind über 400 verschiedene Bakterienarten damit beschäftigt, den Nahrungsbrei zu zersetzen. Dabei entstehen zwangsläufig auch Gase. Zudem schlucken wir beim Essen weitere Luft. Je hastiger gegessen wird, umso mehr.

Wie man es los wird: Pupse lassen sich nicht vermeiden, Blähungen schon. Und zwar durch gutes Kauen. Je kleiner die Nahrungsbrocken, die im Dickdarm ankommen, umso weniger Gas wird beim Verdauen gebildet. Übrigens sind nicht nur Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen) echte Luftmacher. Auch Schweinefleisch kann diesen Effekt haben, ebenso Getränke mit Kohlensäure und Sorbit.

Wann es gefährlich wird: Wenn sich zu Blähungen auch Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit oder veränderter Stuhl gesellen, sollte ein Arzt konsultiert werden. Es können dann viele Krankheiten wie z.B. Reizmagen oder Nahrungsmittelallergie dahinter stecken.

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ist Diplom-Journalistin und hat ein Staatsexamen in Psychologie. Die alleinerziehende Mutter war viele Jahre Mitglied der Chefredaktion großer deutscher Frauenzeitschriften. Derzeit ist die überzeugte Vegetarierin, freie Autorin und findet die besten Ideen auf Spaziergängen mit ihrem Hund Quadriga.

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