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Monatsrückblick – Diese Artikel haben uns im April bewegt
Monatsrückspiegel - Diese Artikel haben uns bewegt

Quelle: Annie Spratt / Unsplash

Lifestyle - Wissenswert

Monatsrückblick – Diese Artikel haben uns im April bewegt

In den Traditionsmedien gibt es interessante, bemerkenswerte und skurrile Nachrichten zu Frauenthemen, in den Neuen Medien ebenso. Wir tragen für euch einmal im Monat zusammen, was uns bewegt hat.

Frauen arbeiten 60 Prozent mehr als Männer – unbezahlt

Wir alle wissen, dass viele Frauen schlechter bezahlt werden als Männer und dass sich daran nur ganz langsam etwas ändert. Nun hat die Hans-Böckler-Stiftung die Ergebnisse einer Studie ihres Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) veröffentlicht, die die Schieflage bestätigt. Die ZEIT schrieb: „Frauen leisten in Deutschland 60 Prozent mehr unbezahlte Arbeit im Haushalt, bei der Kinderbetreuung und in der Pflege von Angehörigen als Männer“! Wir fügen an: Zusätzlich zu Teilzeit- oder Vollbeschäftigung. Daran muss sich unbedingt etwas ändern!

Women 20 Gipfel in Berlin – ein kleiner Lichtblick, aber ein Anfang

In Berlin trafen sich vom 26.-27.4. Frauen aus den G20-Staaten. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zu einem Dialogforum eingeladen.  Natürlich kann man darüber diskutieren, ob Ivanka Trump, die Tochter des US-Präsidenten zu den wirklich wichtigen Frauen der Welt gehört. Aber sie sorgte ganz offensichtlich dafür, dass der Gipfel in den Medien eine große Beachtung fand. Die ZDF Nachrichtensendung „heute“ sprach zum Women20 Gipfel mit Monika Küppers von Deutschen Frauenrat. „Wir wollen nicht mehr am Katzentisch sitzen. Wir wollen, dass die wirtschaftliche Stärkung von Frauen zu einem integralen Bestandteil der G20-Prozesse wird. Es muss für Frauen den gleichberechtigten Zugang zum Arbeitsmarkt, den gleichberechtigten Zugang zu Finanzen und die gleichberechtigte Teilhabe am digitalen Transformationsprozess geben“.

Blümchenkleid und eine dicke Barbie als Ladenhüter

Die Süddeutsche veröffentlichte einen wirklich tollen Beitrag der Autorin Susan Vahabzadehmit dem Titel: „Schlechtes von gestern“. Es ging neben dem Blümchenkleid von Ivanka Trump, dem die Medien besonders viel Aufmerksamkeit schenkten, auch um Emmanuel Macron, den französischen Präsidentschaftskandidaten. Der ist mit einer 24 Jahre älteren Frau verheiratet – schrieb die Boulevardpresse. Was für ein Skandal? stern.de holte sich die Klickzahlen mit einer besonders „charmanten“ Meldung – Überschrift: „Keiner will die dicke Barbie kaufen“. Der Spielwarenhersteller Mattel hat mit der Einführung neuer Barbiepuppen mit realistischeren Figuren offenbar einen Ladenhüter produziert, denn der Umsatz des Unternehmens ging zurück. Ob das allein an der „dicken Barbie“ lag, wird nicht erwähnt. Wir erklären uns das so: Offensichtlich ist es besser, dass schon kleine Mädchen daran erinnert werden, dass nur Traummaße zählen!

Nora Tschirner: Frauen nicht auf ihre Figuren reduzieren

Die Schauspielerin Nora Tschirner ist Mitproduzentin eines australischen Dokumentarfilms. Sie veröffentliche auf Facebook folgenden Post: Wir sollten endlich aufhören, Frauen nur auf ihre Figur zu reduzieren! Wir können noch viel mehr, als nur perfekte Modelmaße haben!

Am 11. Mai gibt es die einmalige Gelegenheit, den Film „Embrace“ auch in Deutschland auf der großen Leinwand zu sehen. Bitte schaut Euch den Trailer an, teilt ihn, wenn ihr wollt und kommt am 11. Mai ins Kino und gerne auch am nächsten Tag zum Facebook-Live-Gespräch.

Fraunhofer Wissenschaftscampus – Sprungbrett für Frauen

Die Wissenschaft wird weiblicher und diesen Trend die Fraunhofer-Gesellschaft aktiv unterstützen. Gemeinsam mit Partneruniversitäten hat sie den „Fraunhofer Wissenschaftscampus“ ins Leben gerufen und lud Absolventinnen und Studentinnen aus den Fachrichtungen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) Anfang April nach Berlin ein. Auf dem Wissenschaftscampus bekamen Wissenschaftlerinnen Einblicke in die Forschungsarbeit und konnten sich informieren, wie sie ihre persönlichen und fachlichen Kompetenzen stärken können. Weitere Veranstaltungen folgen – sie können ein Sprungbrett für Frauen in die Forschung sein. Ein Presseecho fiel leider aus – ist Initiative die den Medien zu wissenschaftlich?

Zukunft von Frauen in der Landwirtschaft

Anfang April fand die Internationale Fachtagung „Frauen in der Landwirtschaft und in ländlichen Räumen“ statt. Dort diskutierten Landfrauen und Wissenschaftlerinnen den Umbruch in der Landwirtschaft im globalen Kontext. SWR Reporterin Nicole Heidrich hat sich in Schwäbisch Hall unter die Frauen gemischt: Ihr Fazit: Frauen in landwirtschaftlichen Familienbetriebe stehen vor große Herausforderungen hinsichtlich ihrer Position in Partnerschaft, Familie und Betrieb, weil die Bedingungen vielfältiger werden und von neuen großen neuen Verantwortungen für Frauen gekennzeichnet sind.


Betty arbeitet als freie Journalistin und ist Herausgeberin im Verlag Berliner Journalisten. Im Ullstein-Verlag veröffentlichte sie drei Sachbücher zu den Themen Europa, Verbraucherrecht und der Gleichstellung allein erziehender Mütter.

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