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Von Kopf bis Fuß! Was deine Gefäße durchlässig �...

Leider neigen unsere Gefäße dazu, mit den Jahren immer mehr zu „verstopfen“. Mit großen Risiken für lebensbedrohliche Erkrankungen. Aber du kannst einiges für dich tun, um diese Prozesse zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen. Es „winkt“ ein langes Leben.

Was verstopft unsere Gefäße?

Der Prozess der Arterienverkalkung (Arteriosklerose) verläuft meist über Jahrzehnte. Mit der Zeit lagern sich Blutfette, Thromben, Bindegewebe und Kalk in den Arterienwänden ab, die sich bei fortschreitendem Krankheitsverlauf lösen und dann Adern verstopfen können. Prinzipiell sprechen Ärzte erst dann von verstopften Gefäßen, wenn diese nicht mehr durchblutet werden.

Wie merke ich, dass meine Gefäße nicht mehr elastisch sind?

Leider erst dann, wenn es oft schon zu spät ist. Denn prinzipiell verursacht die Arteriosklerose selbst keine Beschwerden. Lediglich Arterienverkalkung in den Beinen führt zu Schmerzen. Aber auch diese treten anfänglich nur in Verbindung mit größeren Belastungen und erst später auch beim Gehen kurzer Strecken auf.

Wo werden „verstopfte“ Gefäße zur Gefahr?

Überall im Körper. Denn jedes große und  kleine arterielle Gefäß kann von Engstellen oder Verschlüssen betroffen sein.

Aber befallen „Verstopfungen“ nicht bestimmte Körper-Areale besonders?

Ja. Häufig ist die große Halsschlagader betroffen. Das manifestiert sich dann mit  einem Schlaganfall. Oder die Verengungen betreffen die wichtigen Herzkranzgefäße und es kommt zum Herzinfarkt.  Erkrankte Beinvenen äußern sich in der arteriellen Verschlusskrankheit der Beine (pAVK), der so genannten Schaufensterkrankheit. Verschlüsse an den Armarterien sind dagegen eher selten, dafür kann die Bauchschlagader häufiger betroffen sein.

Wer ist besonders anfällig für unelastische Gefäße?

Diabetiker und Übergewichtige, ältere Menschen und Personen, die unter Bluthochdruck leiden, sind besonders anfällig. Ferner gelten Schwangere und Frauen, die die Anti-Baby-Pille oder andere Hormonpräparate einnehmen, sowie Patienten, die kürzlich operiert wurden, als besonders gefährdet.

Wie halte ich meine Gefäße elastisch?

Um alle Gefäße von Kopf bis Fuß elastisch zu halten, gilt es, die Risikofaktoren zu eliminieren. So sollte das Rauchen gestoppt, Übergewicht vermieden, Stress reduziert und auf eine generell gesunde Ernährung geachtet werden.

Was haben Nikotin, Cholesterin und Übergewicht mit verstopften Gefäßen zu tun?

Rauchen verursacht so genannte freie Radikale, die die Gefäßwand angreifen und die gefährlichen Ablagerungen erst ermöglichen. Cholesterin lagert sich an den Gefäßwänden ab und verschließt sie nach einiger Zeit. Übergewicht  beschleunigt diesen Prozess. Und Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, chronisches Nierenversagen und Gicht verstärken das Leiden.

Was kann man selbst tun?

Wer bereits unter Erkrankungen wie Diabetis, Bluthochdruck und erhöhtem Cholesterinspiegel leidet, sollte sich dringend behandeln lassen. So verringert beispielsweise ein gut eingestellter Diabetiker sein Arteriosklerose-Risiko um ein Vielfaches. Und ein Mensch mit hohem Cholesterinwerten im Blut oder Bluthochdruck kann durch Tabletten seine Werte reduzieren.

Kann ich auch durch Ernährung meine Gefäße elastisch halten?

Ganz erheblich sogar. Ballaststoffreiche, fettarme und abwechslungsreiche Kost stellen das A und O dar. So sollten Obst-, Gemüse- und Vollkornprodukte ganz oben auf dem Ernährungsplan stehen. Meiden sollte man gesättigte Fettsäuren, die vor allem in tierischen Produkten (Schmalz, Butter)  vorkommen. Risikopatienten sollten möglichst auf pflanzliche Fette, wie beispielsweise Olivenöl, zurückgreifen.

Wie beuge ich durch Bewegung vor?

Zur Vorbeugung sind alle Sportarten mit kontinuierlichen, gleichmäßigen Bewegungen empfehlenswert. Es ist wichtig, mindestens dreimal die Woche für 30 Minuten Sport zu treiben. Denn gut dosierte Bewegung regt die Neubildung von Blutgefäßen an, verbessert Herzarbeit und Sauerstoffausnutzung.

Hilft das auch gegen Blutfette und Diabetes?

Blutfett- und Zuckerspiegel kommen bei gleichmäßiger Sport-Aktivität auf günstige Werte. Wer regelmäßig läuft, schwimmt oder Fahrrad fährt, kann zudem leichter Fettpolster abbauen. Besonders geeignet gegen Durchblutungsstörungen sind Laufen, Walking, Schwimmen, Radfahren und Skilanglauf.

Was kann ich zur Durchblutungs-Förderung selbst tun?

Allgemein regen die kalte Dusche am Morgen oder Saunabesuche den Blutfluss an. Und mit kleinen Tricks im Alltag – wie Treppensteigen statt Fahrstuhlfahren oder mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und das Auto stehen lassen – lässt sich die Durchblutung fördern. Gut durchblutete Gefäße verkalken nämlich nicht.

Hilft etwas speziell gegen Durchblutungsstörungen in Armen und Beinen?

Gezielt können Betroffene mit Wechselbädern oder Kneippschen Güssen etwas tun.

Welche durchblutungsfördernde Mittel helfen, die Gefäße elastisch zu halten?

Zum Beispiel die Einnahme von Ginkgo-Präparaten. Sie wirken sich oft positiv auf die Durchblutung in allen Körperregionen aus. Häufig wird auch die Einnahme von Knoblauchpräparaten empfohlen, die die Fließeigenschaften des Blutes verbessern und den Cholesterinwert senken sollen – ein eindeutiger wissenschaftlicher Beweis für diese Wirkung liegt aber bis heute nicht vor.

Können auch Präparate mit Omega-3-Fettsäuren Gefäße wieder elastisch machen?

Ja, Omega 3-Fettsäuren, die beispielsweise aus Kaltwasserfischen gewonnen werden, mindern das Ablagerungsrisiko in den Arterien und können sie von Verkalkung befreien. Außerdem können sie die Fließeigenschaften des Blutes verbessern und den Cholesterinwert sowie den Blutdruck senken.

Hilft Aspirin den Blutfluss der Hirngefäße zu verbessern?

Die regelmäßige Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) in niedriger Dosierung führt generell zu  einer Verbesserung des Blutflusses. Dieses Präparat sollte aber nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt genommen werden, da es auch Magenblutungen verursachen kann.

Was hilft bei unelastischen Gefäßen im Herz und Bauchbereich?

Bei Gefahr einer Blutpfropfenbildung dieser Gefäße können bestimmte Medikamente helfen. Die Pfropfenbildung und auch das Risiko für einen Verschluss eines Gefäßes werden durch sie deutlich minimiert. Patienten sollten Präparate allerdings nur in Absprache mit ihrem Arzt einnehmen. Er kann mit ihnen die beste Therapie abstimmen.

Wenn Medikamente nicht mehr helfen, was tun?

Zur Beseitigung von Durchblutungsstörungen an Halsschlagadern, Kopfgefäßen, Arm- und Beingefäßen sowie Herzgefäßen können bei arteriosklerotischen Einengungen mit einer Bypassoperation chirurgisch die Arterien wieder geweitet und die Blutversorgung sichergestellt werden. Zusätzlich setzen die Mediziner auf medikamentöse Therapien.


ist Diplom-Journalistin und hat ein Staatsexamen in Psychologie. Die alleinerziehende Mutter war viele Jahre Mitglied der Chefredaktion großer deutscher Frauenzeitschriften. Derzeit ist die überzeugte Vegetarierin, freie Autorin und findet die besten Ideen auf Spaziergängen mit ihrem Hund Quadriga.

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