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SOS-Tipps für die häufigsten Hautprobleme
SOS-Tipps für die häufigsten Hautprobleme
Gesundheit

SOS-Tipps für die häufigsten Hautprobleme

Jeder 4. Deutsche hat heute Probleme mit seiner Haut. Doch die Mediziner können jetzt Schuppenflechte, Sonnenallergien, Nesselsucht und Neurodermitis, Akne sowie dünne und trockene Haut viel besser behandeln, als noch vor Jahren. Neue Erkenntnisse, bessere Produkte, biologische Stoffe, die von innen heilen, und Naturmittel machen es möglich. Lies hier wie Hautärzte jetzt therapieren, wie man vorbeugen kann und welche nützlichen  SOS-Tipps es gibt.

Warum haben immer mehr Deutsche Probleme mit ihrer Haut?

Die Haut ist mit durchschnittlich zwei Quadratmetern Oberfläche nicht nur unser größtes Organ, sondern auch ständig der Umwelt ausgesetzt. Ist sie gesund, kann  sie ihre Funktionen problemlos bewältigen. Wird sie aber überbeansprucht, reagiert sie mit zum Teil lang andauernden Erkrankungen.

Was bringt die Haut denn aus ihrer natürlichen Balance?

Dafür gibt es viele verschiedene Gründe, die einzeln oder im Zusammenspiel die Haut krank machen. Zu den wichtigsten gehören die zunehmenden Umweltbelastungen, ungeeignete Pflege- und Reinigungsstoffe sowie Stress, aber auch regelmäßiger Alkoholgenuss, Nikotin, Sonne und Übergewicht. Und auch die Hautalterung spielt natürlich eine Rolle.

Weshalb klagen gerade Frauen über eine zu trockene und dünne Haut?

Schon mit etwa 20 Jahren nimmt die  Zellteilung der Haut ab und die Erneuerungsfähigkeit der Hautzellen lässt nach. Dadurch wird die Haut immer dünner und rote Äderchen können durchschimmern. Zudem verliert die Haut auch an Elastizität. Sie lagert weniger Wasser ein und produziert weniger Talg. Auch die Durchblutung der Haut und damit die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen werden schlechter. Wie schnell das geht, hängt von erblichen und hormonellen Voraussetzungen ab.

Was kann man gegen trockene und dünne Haut machen?

Man muss rechtzeitig gegensteuern. Die Haut benötigt Feuchtigkeit, aber auch Fettzufuhr von außen. Durch eine gute, medizinisch abgeklärte Pflege kann man hervorragend vorbeugen. Und man sollte viel trinken.

Wie wichtig ist für die richtige Pflege die Bestimmung des Hauttyps?

Sehr wichtig! Denn viel häufiger, als viele meinen, führt die falsche Kosmetik zu Hautproblemen. Eine reichhaltige Tagespflege ist z.B. zwar für ältere oder trockene Haut, nicht jedoch für fettige oder Mischhaut geeignet. Auch parfümierte Pflegeprodukte können empfindliche Haut reizen. Sinnvoll ist es daher, eine genaue Hautanalyse beim Hautarzt machen zu lassen. Und vor allem zu Allergien neigende Menschen sollten auf eine genaue Deklaration der Inhaltsstoffe achten.

Bei welchen Symptomen sollte man einen Dermatologen aufsuchen?

Generell solltest du selbst deine Haut unbedingt im Auge behalten und nach dem Duschen oder Baden regelmäßig betrachten. Treten Veränderungen wie vergrößerte Muttermale, Pusteln, Rötungen, Schuppungen oder Bläschen auf und kommt es neben diesen äußeren Symptomen zu Beschwerden wie Jucken, Brennen oder Blutungen, dann sollte man unbedingt einen Dermatologen aufsuchen.

Gerade jetzt leiden wieder viele unter einer Sonnenallergie, warum?

Diese Allergieform tritt meist im Frühjahr nach den ersten intensiven Sonnenstrahlen auf und löst einen sehr unangenehmen Juckreiz aus. Es kommt zu Rötungen, Bläschen oder Hautverdickungen vor allem an den Außenseiten der Oberarme und am Dekolleté. Fast zwölf Millionen Deutsche haben damit zu kämpfen.

Wie wird die Sonnenallergie behandelt?

Am besten durch Vorbeugung. Dafür gibt es jetzt neue, nicht fettende Produkte mit hohem Lichtschutzfaktor. Werden diese regelmäßig auf die Haut aufgetragen, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Sonnenallergie deutlich verringert. Zudem kann der Hautarzt mit einer Lichtabhärtung vorbeugen. In der direkten Behandlung kommen Allergiemedikamente zum Einsatz.

Wodurch kommt es zu einer Neurodermitis?

Etwa 5 Millionen Deutsche reagieren auf bestimmte Stoffe allergisch. Das können Nahrungsmitteln, aber auch Blütenpollen, Tierhaare, Hausstaub oder Wolle sein. Kommen die Betroffenen damit in Hautkontakt, bilden sich Ekzeme. Auch die genetische Veranlagung ist hier nicht zu unterschätzen. Die Haut ist an den erkrankten Stellen überaus trocken, rau, schuppig und juckt extrem.

Welche neuen Behandlungs-Möglichkeiten gibt es bei Neurodermitis?

Nach neuesten Erkenntnissen liegt hier eine Blockade im Fettstoffwechsel vor. Der Körper kann bestimmte Nährstoffe nicht verwerten. Diesen Mangel gleichen so genannte topische Immunmodulatoren aus. Es gibt sie in Form einer Creme (Equiderm, in Apotheken, PZN 3650282). Dieses erste Naturmittel besteht aus Stutenmilch mit 44 Vitaminen, Spurenelementen und Enzymen, die den gestörten Stoffwechsel aktivieren und die Entzündung ähnlich wie Kortison hemmen. Studien haben ergeben, dass über 50 % der Patienten nach einer zweimonatigen Anwendung völlig beschwerdefrei waren.

Und wie kommt es zu einer Schuppenflechte?

Die Psoriasis oder auch Schuppenflechte ist eine chronisch verlaufende Entzündung der Haut. Hervorgerufen wird sie durch eine Störung der körpereigenen Abwehrzellen. Etwa 3,5 Millionen Deutsche haben eine Schuppenflechte. Dabei treten starke Rötungen mit Schuppen oder Bläschen auf, bevorzugt an Ellbogen und Knien, der Gesäßfalte und Kopfhaut. Neben genetischen Faktoren können verschiedene Auslöser in Frage kommen wie etwa Infektionen, lokale Hautverletzungen, Alkoholgenuss, bestimmte Medikamente und eventuell auch Stress.

Womit wird eine Schuppenflechte behandelt?

Ganz neu, weil gerade erst bei uns zugelassen, ist die Behandlung mit so genannten Biologicals. Das sind entweder körpereigene, die Entzündung blockierende Wirkstoffe oder aber Substanzen, die all jene Stoffe abblocken, welche die Entzündung im Körper verursachen.

Was versteht man unter einer Nesselsucht?

Wenn plötzlich stark juckende, blassrote bis rote Erhebungen auftreten und die Haut wie nach einem Brennnesselkontakt aussieht, spricht man von Nesselfieber oder von Quaddeln. Sie entstehen durch eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Reize. Von innen können diese Reize durch Nahrungsmittel wie Erdbeeren, Nüsse oder Schalentiere hervorgerufen werden. Von außen durch Kälte, Wasser, Druck, Sonnenlicht, Medikamente sowie Bienen- oder Wespenstiche.

Und was kann man gegen Nesselfieber machen?

Bei Stichen kann man kühlen. Ansonsten verschwinden die Quaddeln meist wieder von allein. Und zwar so schnell, wie sie gekommen sind. Gegen den Juckreiz helfen Anthistamine und beruhigende Lotionen.

Was kann man gegen Frauen-Akne bei der reiferen Haut tun?

Bei der leichten Akne-Form ist ein Fruchtsäure-Peeling zu empfehlen. Die mehrmalige Behandlung nimmt der Hautarzt oder eine erfahrene Kosmetikerin vor. Bewährt hat sich auch eine Therapie mit Vitamin A. Als Salbe oder Lotion vermindert das Vitamin die erhöhte Talgproduktion. Die schwere Form der Frauen-Akne wird heute auch mit leichten Hormongaben bekämpft. Sie dämpfen die Überproduktion der männlichen Hormone. Dazu muss allerdings der individuellen Hormonstatus ermittelt werden. Großen Erfolg verspricht eine neue „Pille“ (Juliette, in Apotheken). Sie bekämpft die hormonell bedingte Akne von innen. Ihr Inhaltstoff Cyproteronacetat ist ein „anti-männliches“ Hormon, das normalerweise nicht im weiblichen Körper vorhanden ist. Der Wirkstoff verhindert das Andocken der Androgene an den Talgdrüsen. Die gesteigerte Talgproduktion wird unterbunden, entzündete Pickel können sich nicht mehr bilden. Allerdings muss die Behandlung  über eine längere Zeit erfolgen.

Natürliche Helfer: Diese 5  Öle sind besonders gut für deine Haut

Avocadoöl gegen trockene Haut: Es zieht sehr schnell ein und dringt auch in tiefere Hautschichten vor. Die Vitamine A, B, D und E stimulieren die Zirkulation des Blutes und festigen das Bindegewebe (Reformhaus).

Olivenöl bei rissiger Haut: Hilft auch bei Entzündungen. Am besten nach dem Duschen noch vor dem Abtrocknen auftragen oder 2 bis 3 EL davon ins Badewasser geben (Supermarkt).

Nachtkerzenöl beruhigt Reizungen: Wirkt auch bei Entzündungen und Allergien. In Kapselform reguliert es den Stoffwechsel von innen. Das Öl gibt es in Reformhäusern.

Sanddornöl stärkt Barrierefunktion: Sanddorn enthält sehr viel Vitamin C. Zudem Vitamin B und E sowie die Mineralstoffe Kalzium und Magnesium. Zu empfehlen vor allem bei sehr trockener Haut. Denn Sanddornöl stärkt die Barrierefunktion der Haut und wirkt antibakteriell. (Duschbalsam mit Sanddorn gibt es z.B. von Kneip SPA.)

Weizenkeimöl lindert Juckreiz: Es enthält besonders viele ungesättigte Fettsäuren, dazu Vitamin A, B und E . Zink, Phosphor, Eisen, Schwefel und Kalium unterstützen den Zellstoffwechsel (Supermarkt)


ist Diplom-Journalistin und hat ein Staatsexamen in Psychologie. Die alleinerziehende Mutter war viele Jahre Mitglied der Chefredaktion großer deutscher Frauenzeitschriften. Derzeit ist die überzeugte Vegetarierin, freie Autorin und findet die besten Ideen auf Spaziergängen mit ihrem Hund Quadriga.

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