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Fehler im Job? Wie man eine Abmahnung vermeiden kann
Fehler im Job? Wie man eine Abmahnung vermeiden kann

Quelle: Pexels

Arbeit

Fehler im Job? Wie man eine Abmahnung vermeiden kann

Fehler passieren uns allen, das ist menschlich. Im Job kann eine falsche Einschätzung, eine Unachtsamkeit oder eine Fehlentscheidung aber zu Konsequenzen führen, wenn dadurch ein Schaden entsteht. Hier ist es absolut falsch, aus Scham oder Angst vor möglichen Konsequenzen nichts zu tun. Das wäre ein noch größerer Fehler! Denn vertuscht Fehler haben das Potenzial, zu einem Desaster zu werden. Wer im Unternehmen einen Fehler macht, darf nie versuchen, ihn unter den Teppich zu kehren, denn damit wird das Vertrauensverhältnis zum Chef oder zu den Kollegen schwer beschädigt. Wir sagen euch hier, wie ihr bei Fehlern im Job richtig reagiert. 

Schritt 1: Sofort reagieren und das Gespräch zum Chef suchen

Panik ist falsch, auch wenn sie nach einem Fehler meist aufsteigt. Bleibt ruhig und sachlich, auch wenn das schwerfällt. Sucht umgehend das 4-Augen-Gespräch zum Chef oder kontaktiert ihn zeitnah per Telefon oder E-Mail, falls er gerade nicht in der Firma ist. Wichtig ist, dass er nachvollziehen kann, dass ihr alles versucht habt, ihn zu informieren. 

Schritt 2: Informationspflicht und Verantwortung

Der Chef muss auch deshalb sofort erfahren, welcher Fehler passiert ist, weil Mitarbeiter laut Arbeitsrecht der Informationspflicht unterliegen. Wer den Chef nicht informiert, wird kann schadenersatzpflichtig werden. Wichtig ist auch, dass ihr die Verantwortung für ein Missgeschick übernehmet, auch wenn euch das wahre Ausmaß noch nicht bekannt ist bzw. ihr es nicht einschätzen könnt. Der Chef wird erkennen, wenn ihr Rückgrat beweisen habt.  

Schritt 3: Fehler niemals vertuschen oder abwälzen

Wer Fehler macht, sollte niemals nach Ausreden suchen oder sie vertuschen. Der Chef wird euch daran messen, wie ihr mit Fehlern umgeht. Wer versucht, die Schuld zu delegieren oder für die Umstände andere verantwortlich zu machen, riskiert nicht nur eine Abmahnung bzw. Kündigung, wenn es rauskommt, sondern solche Täuschungsversuche führen auch zu einer Anzeige wegen falscher Beschuldigung. 

Schritt 4: Entschuldigung beim Chef und den Kollegen

Es gehört sich nicht nur, sich für Fehler zu entschuldigen, es ist auch ein Zeichen, dass ihr Verantwortung übernehmt. Der Chef muss wissen, dass die Entschuldigung ehrlich gemeint ist und ihr das Geschehen nicht auf die leichte Schulter nehmt. Das gilt erst recht, wenn noch nicht abzuschätzen ist, welchen Schaden der Fehler die Firma gekosten wird.   

Schritt 5: Lösungen anbieten, um Fehler zu vermeiden

Das Schlimmste ist (fast) überstanden, wenn ihr den Fehler offengelegt, Verantwortung übernommen und euch entschuldigt habt. Deshalb ist der nächste Schritt, an einer Lösung mitzuarbeiten oder sie anzubieten. Vielleicht gab es ja Fehlerquellen, die behoben werden können oder ihr sagt, wie ihr euer Verhalten ändern könnt, damit ähnliches Fehlverhalten nicht mehr passieren. Im Wiederholungsfall wäre es nämlich kein Fehler mehr, sondern eine aktive Fehlentscheidung! 

In vielen Unternehmen wurde in den vergangenen Jahren eine “Fehlerkultur” etabliert, die Mitarbeitern die Angst nimmt und sie motiviert, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Schließlich ist niemand unfehlbar – auch der Chef nicht.  

 


Betty arbeitet als freie Journalistin und ist Herausgeberin im Verlag Berliner Journalisten. Im Ullstein-Verlag veröffentlichte sie drei Sachbücher zu den Themen Europa, Verbraucherrecht und der Gleichstellung allein erziehender Mütter.

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