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Kribbeln, Taubheit, steife Finger? Was hinter dein...

Kribbeln, Taubheit, steife Finger? Was hinter deinen Hand-Problemen stecken kann

Kribbeln, Taubheit, steife Finger? Was hinter deinen Hand-Problemen stecken kann
Ohne die Hände sind Alltag und Arbeit gar nicht zu bewältigen. Umso schlimmer ist es daher, wenn sie nicht wie gewohnt gehorchen wollen. Millionen Deutsche haben regelmäßige Beschwerden mit ihren Händen. Welche Symptome auftreten, was sich dahinter verbirgt und wie behandelt werden kann, hier im Überblick.

Ohne die Hände sind Alltag und Arbeit gar nicht zu bewältigen. Umso schlimmer ist es daher, wenn sie nicht wie gewohnt gehorchen wollen. Millionen Deutsche haben regelmäßige Beschwerden mit ihren Händen. Welche Symptome auftreten, was sich dahinter verbirgt und wie behandelt werden kann, hier im Überblick.

Kribbeln in den Fingern, ein Taubheitsgefühl, man kann schlecht zugreifen

Was kann das sein: Bei solchen Symptomen kann es sich beispielsweise um eine Abnutzung der Bandscheiben an der Halswirbelsäule handeln.

Die Ursache: Bei einer schwachen Rückenmuskulatur wird durch eine bestimmte Bewegung ein Nerv eingeklemmt. Erst wenn er sich wieder erholt hat, geben die Nerven wieder Reize an das Gehirn weiter und die Finger spüren wieder alles.

Was hilft: Heiße Auflagen auf den Rücken (z.B. Moorpackungen, Wärmekissen) und Einreibungen mit die Durchblutung fördernden Salben. Die Schmerzen sollten dadurch erst einmal gelindert werden. Wenn die Beschwerden bleiben, hilft aber nur der Gang zum Arzt, ein Spezialist für solche Erkrankungen ist der Chirotherapeut oder der Orthopäde. Auch Akupunktur kann helfen.

Wie behandelt der Arzt: Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum nicht besser werden, solltest du einen Neurologen aufsuchen. Es kann eine Nervenfehlsteuerung oder Durchblutungsstörungen vorliegen.

Kann man vorbeugen: Ja! Durch gezielte gymnastische Übungen, die vor allem die Wirbelsäulen-Muskulatur stärken.

Taube, steife Finger, keine Kraft in der Hand, vor allem nachts Schmerzen bis in den Oberarm.

Was kann das sein: Es ist möglicherweise eine Einengung eines Nervs der Hand (Nervus Medianus) beim Durchtritt durch den Karpaltunnel im Bereich der Handwurzel. Vor allem Frauen ab 40 Jahren sind  betroffen.

Die Ursache: Die Erkrankung entsteht durch manuelle Arbeit oder bei Extrembewegungen im Handgelenk. Sie kann aber auch Folge von Stoffwechselstörungen wie Adipositas (Fettsucht), Gicht, Zuckerkrankheit oder einer Schilddrüsenunterfunktion sein. Im Anfangsstadium hat man oft morgens das Gefühl, die Hand sei „eingeschlafen“. Später stellen sich Kribbeln, Prickeln und ein Taubheitsgefühl beim Daumen, den Zeige-, Mittel- und den halben Ringfinger ein. Durch das Taubheitsgefühl  lassen Betroffene häufig Gegenstände aus der Hand fallen, können keine Knöpfe mehr schließen.

Wie behandelt der Arzt: Der Orthopäde lässt sich die Symptome schildern, macht eine neurologischen Untersuchung, um andere Ursachen (z.B. Abnutzung der Halswirbelsäule) auszuschließen.

Was hilft: Die Hand und ihr Gelenk wird nachts mit einer Unterarmschiene ruhig gestellt, dazu spritzt der Arzt zwei- bis dreimal ein Lokalanästhetikums (Substanz zur lokalen Schmerzstillung) mit Cortison. Auch Kälte- oder Wärmetherapien können lindern. Wenn danach keine entscheidende Besserung erreicht wird, muss operiert werden. Bei dem kleinen Eingriff wird der Tunnel erweitert (Retinaculum flexorum) und so der Nerv entlastet. Nach drei bis vier Wochen kann die Hand wieder ganz normal benutzt werden. Die Heilungsrate der OP beträgt bis 90 Prozent.

Kann man vorbeugen: Nein! Aber je früher die Symptome erkannt werden, desto höher die Chance, dass die Hand  auch ohne OP wieder funktioniert.

Ein Knötchen am Handgelenk, das langsam wächst und manchmal Schmerzen bis in den Oberarm verursacht

Was kann das sein: Das ist vermutlich ein Überbein (Ganglion), eine gutartiges Geschwulst an der Hand, dem Handgelenk oder den Fingergliedern. Anfangs ist es nicht viel größer als eine Erbse, kann aber wachsen, kirschgroß, sogar so groß wie ein Golfball werden. Es liegt direkt unter der Haut, fühlt sich fest an und ist prall gefüllt mit einer zähen, gallertartigen Flüssigkeit. Ein Überbein ist kein Knochen, obwohl es sich manchmal so anfühlt. Meistens verursacht es keine Beschwerden. Es kann aber druckempfindlich sein und manchmal sogar heftige Schmerzen auslösen, die über den Ellenbogen bis zum Oberarm ausstrahlen. Die Hand kann dann nicht mehr so fest zugreifen und wenn das Überbein auch auf Nerven drückt, verursacht das ein Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Fingern.

Die Ursache: Warum ein Überbein entsteht, ist noch unklar. Chronische Reizung der Gelenke, Dehnung, Überbelastung von Kapsel und Bändern werden als Ursache angenommen. In der Gelenkkapsel wird dadurch zu viel Gelenkflüssigkeit produziert, die sich im Bindegewebe (Zyste) sammelt. Frauen sind dreimal häufiger als Männer betroffen.

Wie behandelt der Arzt: Macht das Überbein Beschwerden, kann der Orthopäde es mit einer Nadel punktieren und die Flüssigkeit absaugen. Ist das von nur kurzem Erfolg, wird die Schwellung unter lokaler Betäubung abgetragen. Sie kann danach aber wiederkommen.

Kann man vorbeugen: Wer schon einmal ein Überbein hatte, sollte bei der Arbeit einen Handgelenkschoner oder eine Schiene tragen.

Das Handgelenk und der Unterarm schmerzen, die Sehnen „knirschen“,  Rötungen und Schwellung treten auf

Was kann das sein: Das ist eine Sehnenscheidenentzündung, also eine Entzündung des Sehnengleitgewebes. Sie wird begleitet von ziehenden Schmerzen, die akut auftreten und die Arbeit mit der Hand unmöglich machen. Am häufigsten sind Handgelenk und Unterarm betroffen. Besteht die Überbelastung schon länger, macht sich das durch knotige Verdickungen der betroffenen Sehne und schmerzhafte Bewegungseinschränkungen bemerkbar.

Die Ursache: Überlastung der Hände und ihrer Sehnen zum Beispiel durch die Arbeit am Computer. Zu den heftigen Schmerzen tritt eine Behinderung der Gleitfähigkeit bestimmter Sehnen, so dass etwa der Daumen nicht mehr mühelos bewegt werden kann.

Was hilft: Bei anhaltenden oder starken Beschwerden oder bei einer Rötung und Überwärmung der Sehnen solltest du einen Arzt aufsuchen.

Wie behandelt der Arzt: Er wird entzündungshemmende Medikamente einsetzen. Manchmal kann eine Ruhigstellung des betroffenen Gelenkes durch eine Gipsschiene helfen.

Kann man vorbeugen: Der Schutz vor Überlastung ist die einzige Vorbeugung. Kühlen und Schonen der Hand und des Unterarms können bei beginnenden Beschwerden oft helfen. Bei monotonen Tätigkeiten, ab und zu die Handbewegung leicht verändern oder beide Hände benutzen. In regelmäßigen Abständen immer kurze Pausen ein.

Die Außenseite des Ellenbogens schmerzt, die Schmerzen ziehen bis in den Ober – und Unterarm, manche Armbewegungen werden zur Qual

Was kann das sein: Das ist ein Tennisarm (Epicondylitis humeri radialis), der allerdings nicht nur Tennisspieler trifft.

Die Ursache: Es sind kleine Risse in den Sehnen der Muskeln, die für das Bewegen von Finger und Handgelenk zuständig sind, und zum Teil an einem kleinen Knochenvorsprung an der Außenseite des Ellenbogens befestigt sind. Sie haben sich durch Überbeanspruchung entzündet. Frauen über 40 sind häufiger als Männer betroffen. Die Schmerzen vergehen oft von selbst – bei einigen   können die Schmerzen aber auch Jahre andauern. Vor allem Bewegungen, bei denen die Hand bei gebeugtem Ellbogen kräftig zugreifen muss, verursachen starke Beschwerden.

Was hilft: Akute Schmerzen kann man mit einem Eisbeutel (ca. 20 bis 30 Minuten)lindern, bei chronischen Beschwerden hilft Wärme. Den Arm schonen, alle  Bewegungen, die Schmerzen auslösen, meiden. Die Muskeln dehnen: Den Ellbogen  strecken, dabei den Unterarm nach innen drehen. Die schmerzende Hand vorsichtig zur Seite drücken, sodass die Finger nach außen zeigen. Die Spannung 15 Sekunden durchhalten, nach einer kurzen Pause wiederholen.

Wie behandelt der Arzt: Ein Verband, eine so genannte  Epicondylitis-Spange (Sanitätshaus) lindert Schmerzen durch Druck auf die Muskeln. Hilft das nicht, lindert eine Nervenblockade im Schmerzgebiet mit einem Betäubungsmittel. In schwerwiegenden Fällen bleibt nur eine OP. Bei ihr wird die Sehne am Muskelursprung eingekerbt, so dass das Gewebe entlastet wird.

Kann man vorbeugen: Einseitige Überlastung der Hand meiden.


ist Diplom-Journalistin und hat ein Staatsexamen in Psychologie. Die alleinerziehende Mutter war viele Jahre Mitglied der Chefredaktion großer deutscher Frauenzeitschriften. Derzeit ist die überzeugte Vegetarierin, freie Autorin und findet die besten Ideen auf Spaziergängen mit ihrem Hund Quadriga.

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