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Warum sind Geschwister so unterschiedlich? 7 prakt...

Viele Eltern wünschen sich nach dem ersten Kind ein Zweites – ein Geschwisterkind für den ersten Sonnenschein. Das erste Kind ist ruhig und ausgeglichen, schlief schon mit acht Monaten durch und mit einem Jahr erkundete es schon allein die Wohnung. Oft ist die Verwunderung groß, wenn das zweite Kind sich vom ersten Kind so völlig unterscheidet. Das zweite Kind schreit in den ersten Monaten viel mehr, es hat Verdauungsprobleme und die Zähne kommen später. Je älter die Kinder werden, um so mehr werden die Unterschiede zwischen den Geschwistern deutlich.

Viele Eltern wünschen sich nach dem ersten Kind ein Zweites – ein Geschwisterkind für den ersten Sonnenschein. Das erste Kind ist ruhig und ausgeglichen, schlief schon mit acht Monaten durch und mit einem Jahr erkundete es schon allein die Wohnung. Oft ist die Verwunderung groß, wenn das zweite Kind sich vom ersten Kind so völlig unterscheidet. Das zweite Kind schreit in den ersten Monaten viel mehr, es hat Verdauungsprobleme und die Zähne kommen später. Je älter die Kinder werden, um so mehr werden die Unterschiede zwischen den Geschwistern deutlich.

Warum sind Kinder so unterschiedlich?

Es ist gar nicht so schwer zu erklären. Bei den erstgeborenen Kindern waren die Eltern noch unerfahren und vorsichtiger in vielen Belangen. Beim zweiten Kind haben sie schon Routine, deshalb wird das zweite Kind in eine veränderte Familie geboren, in der es nicht nur die Eltern, sondern auch ein Geschwisterkind gibt, die das Zusammenleben schon geprobt haben. Das neue Kind muss seinen Platz in dieser bestehenden Gemeinschaft finden und das tut es, in dem es auf sich aufmerksam macht – durch Schreien, und wenn es älter wird, in dem es seinen Kopf durchsetzen will. Das ist auch als Abgrenzung vom Geschwisterkind zu verstehen, das von den Eltern dann oft als das vernünftige und rücksichtsvolle Kind empfunden wird, wogegen das zweite Kind den Alltag durch Unruhe und Hektik durcheinanderwirbelt. Eltern sollten einen Grundsatz haben: Es gibt keine Probleme, es gibt nur Lösungen. Wir haben 7 praktische Tipps, wie Eltern beiden Kindern gerecht werden können.

TIPP 1: Das größere Kind gut vorbereiten

Die Freude über das zweite Kind sollten Eltern mit dem ersten Kind teilen. Wichtig ist es, dem Kind die Angst zu nehmen, dass es nur noch „die zweite Geige“ spielt, wenn das Baby geboren ist. Eltern sollten mit dem Kind auch besprechen, dass es der Mama helfen kann, wenn das Baby geboren ist. Das kann die Eifersucht auf das neue Kind vermindern und das größere Kind wird stolz sein, wenn es Verantwortung übernehmen darf.

TIPP 2: Lesen und Stillen kann Freude machen

Da Babys zu regelmäßigen Zeiten gestillt werden müssen, können Mütter diese Zeit nutzen, um es sich mit dem Baby auf dem Sofa bequem zu machen – und es ist klug, dass größere Kind zu fragen, ob es dazukommen will. Denn während des Stillens oder wenn das Baby die Flasche bekommt, kann die Mama leise vorlesen oder dem Kind Geschichten erzählen. Das größere Kind fühlt sich dann mit einbezogen und empfindet das Baby nicht als „Konkurrent“, das ihm die Mama wegnimmt.

TIPP 3: Tragetuch und Malbuch vertragen sich bestens

Wenn die Sonne scheint, können es die meisten Kinder kaum erwarten, auf den Spielplatz zu gehen. Auch für Eltern ist das praktisch. Das Baby schläft im Kinderwagen, der große Sprössling kann im Sand spielen oder klettern und trifft dabei meist andere Kinder. Wenn es regnet, wird es schwieriger, aber auch das ist lösbar. Ist das Baby wach, kann es in ein Tragetuch gewickelt werden und dann haben die Eltern Zeit und vor allem die Hände frei, mit dem großen Kind zu malen, zu basteln oder zu spielen. So wird keines der Kinder benachteiligt.

TIPP 4: Teamwork heißt, dass größere Kind einbeziehen

Dass ein Baby in den ersten Wochen und Monaten viel Aufmerksamkeit braucht, ist klar, aber größere Kinder können das Geschwisterkind dann als Konkurrenten ansehen, der mehr Aufmerksamkeit der Eltern erhält. Solchen Freizeiten sind ideal, um sich Dummheiten auszudenken, um sich bei den Eltern in Erinnerung zu bringen. Solche Situationen löst man am besten mit Teamwork – warum das Baby nicht auf dem Boden auf einer Decke wickeln, dann kann ihm das größere Kind etwas vorsingen, der Mama die Feuchttücher oder eine frische Windel reichen und beim An- und Ausziehen helfen. Es gibt ihm das Gefühl, nicht ausgeschlossen zu sein und es macht stolz, wenn es auch etwas für das Baby tun kann.

TIPP 5: Kinder sind nicht gleich

Eltern wollen ihre Kinder gerecht oder „gleich“ behandeln, aber sie sollten sie lieber nach ihren Bedürfnissen behandeln. Kleine Kinder brauche mehr Zeit und Zuwendung – größere haben schon mehr Rechte und auch Pflichten. Größere Kinder dürfen länger wach sein und Freunde einladen, sie müssen aber auch schon die Spielsachen wegräumen – das gibt ihnen das Gefühl, etwas zu können, was das Geschwisterkind noch nicht kann. Wenn es aber merkt, dass der/die Kleine nachmachen will, was der/die Große tut, macht das stolz, wenn man als Vorbild angesehen wird.

TIPP 6: Über die Eifersucht sprechen und Fehler einräumen

Nicht alle Kinder reagieren auf ein Geschwisterkind entspannt, sie müssen die Eltern schließlich teilen. Einige verkraften das gut, andere reagieren wütend und bockig. Es hilft nicht, das Kind in einer solchen Situation auszuschimpfen oder gar zu bestrafen, dadurch verstärkt sich seine Hilflosigkeit nur. Es ist besser, wenn sich Mama oder Papa mit dem Kind ins Kinderzimmer zurückziehen, es in den Arm nehmen und zugeben, dass die Situation auch für sie nicht einfach ist. Sätze wie: „Auch für Mama und Papa ist die Situation nicht leicht“ oder „Wollen wir versuchen, die Wut gemeinsam zu bekämpfen und uns mal drücken?“ oder „Mama und Papa machen sicher nicht immer alles richtig, aber wir haben dich ebenso lieb wir das Baby“.  Wenn das Kind spürt, dass die Eltern Fehler zugeben können und es für seine Hilflosigkeit nicht bestraft wird, entspannt sich die Situation schneller.

TIPP 7: Einen ganzen Tag allein mit Mama oder Papa

Wer die Möglichkeit hat, das Baby/Kleinkind einen Tag im Monat bei den Großeltern, den Geschwistern oder bei einer befreundeten Familie unterzubringen, kann diesen Tag mit dem größeren Kind allein verbringen – ins Kino gehen, den Zoo besuchen oder eine Kinderveranstaltung besuchen. Es gibt dem größeren Kind das Gefühl, für Mama oder Papa wichtig zu sein und die Eifersucht auf das Geschwisterkind wird etwas gemindert.


Betty arbeitet als freie Journalistin und ist Herausgeberin im Verlag Berliner Journalisten. Im Ullstein-Verlag veröffentlichte sie drei Sachbücher zu den Themen Europa, Verbraucherrecht und der Gleichstellung allein erziehender Mütter.

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