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Kann mein Chef den Urlaub streichen? 7 Regeln, die...

Kann mein Chef den Urlaub streichen? 7 Regeln, die du zum Thema Urlaub kennen solltest!

7 Regeln, die du zum Thema Urlaub kennen solltest!

Quelle: Stokpic / Pexels

 
Der Urlaubsplan für 2018 steht fest, bald starten die Kollegen in die Osterferien. Da verhängt der Chef plötzlich eine Urlaubssperre, weil ein Großauftrag reingekommen ist, den die Firma dringend braucht. Die Frage ist: Müssen Mitarbeiter das akzeptieren?

Der Urlaubsplan für 2018 steht fest, bald starten die Kollegen in die Osterferien. Da verhängt der Chef plötzlich eine Urlaubssperre, weil ein Großauftrag reingekommen ist, den die Firma dringend braucht. Die Frage ist: Müssen Mitarbeiter das akzeptieren?

Kann der Chef den genehmigten Urlaub wieder streichen?

Nein. Hat die Firma dem Urlaubsantrag der Mitarbeiter zustimmt, sind nachträgliche Änderungen nur möglich, wenn dies vorher vereinbart war. Ansonsten müssen Mitarbeiter den Urlaub zum genehmigten Zeitpunkt erhalten. Gibt es nach der Genehmigung „wichtige betriebliche Gründe“ (z. B. eine Havarie), die den Arbeitgeber veranlassen, den Urlaub zu widerrufen, muss der Mitarbeiter der Verschiebung zustimmen. Aber: Personalmangel ist kein wichtiger betrieblicher Grund, der die Streichung bzw. Verschiebung des Urlaubes rechtfertigt.

Wie viele Wochen Urlaub „am Stück“ sind gesetzlich vorgeschrieben?

Zwei Wochen bzw. zwölf Werktage (einschließlich Samstage) Jahresurlaub ist die Mindestzeit, die ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern zusammenhängend gewähren muss (Bundesurlaubsgesetz, BUrlG § 7).

Dürfen Firmen den Urlaub stückeln und tagesweise gewähren?

Nein. Stückeln dürfen Arbeitgeber die Urlaubswochen nicht, aber Mitarbeitern können den Urlaub in „Häppchen“ nehmen. Möchte ein Arbeitnehmer eine solche „Stückelung“ vornehmen, ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Mitarbeiter darauf hinzuweisen, dass der Urlaub zur Regeneration der Arbeitskraft gedacht ist und dass einzelne Urlaubstage kaum Erholungseffekte haben.

Darf der Chef festlegen, wann Mitarbeiter Urlaub bekommen?

Nein. Jeder Arbeitnehmer darf frei darüber entscheiden, wann er Urlaub nehmen möchte und der Arbeitgeber ist an diesen Wunsch gebunden. Der Urlaubstermin darf nur verweigert werden, wenn dringende betriebliche Gründe vorliegen – wenn z. B. Betriebsurlaub festgelegt wurde oder ein Großauftrag in einem bestimmten Monat abgearbeitet werden muss.

Darf der Chef Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückholen?

Nein. Ist der Urlaub einmal genehmigt, hat der Chef keine Möglichkeit, einen Mitarbeiter zurückzubeordern. Außerdem ist niemand verpflichtet, seiner Firma die Urlaubsanschrift zu hinterlassen oder im Urlaub übers Handy erreichbar zu sein. Rückholaktionen, weil der Chef einen Auftrag nicht schafft oder Mitarbeiter krank werden, sind unzulässig. Die Arbeitsorganisation obliegt der Firma, sie muss eine Lösung finden.

Wann verfallen die Urlaubstage von Arbeitnehmern?

Kann ein Mitarbeiter seinen Jahresurlaub aus gesundheitlichen Gründen nicht in Anspruch nehmen, bleibt dieser vollständig erhalten. Der Urlaub verfällt selbst dann nicht, wenn ein Arbeitnehmer das gesamte Jahr arbeitsunfähig war. Dazu gibt es ein Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofes aus dem Jahr 2009. Es setzt die deutschen Grundsatzurteile zu diesem Thema außer Kraft und gilt für alle Arbeitnehmer in der EU und somit auch in Deutschland (EuGH Az.: C‑350/06).

Darf im Urlaub einen Nebenjob ausgeübt werden?

Im Bundesurlaubsgesetz (§ 8) gibt es zwar kein ausdrückliches Verbot. Es ist aber festgeschrieben, dass im Urlaub keine „dem Urlaubszweck widersprechende Erwerbstätigkeit“ ausgeübt werden darf. Da ein Nebenjob im Urlaub nicht zur Erholung bzw. der Regeneration der Arbeitskraft eines Mitarbeiters beiträgt, darf er nicht ausgeübt werden.


Betty arbeitet als freie Journalistin und ist Herausgeberin im Verlag Berliner Journalisten. Im Ullstein-Verlag veröffentlichte sie drei Sachbücher zu den Themen Europa, Verbraucherrecht und der Gleichstellung allein erziehender Mütter.

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