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Wenn uns der Stress in den Bauch fährt! Schnelle Abhilfe bei Reizdarm

Wenn uns der Stress in den Bauch fährt! Schnelle Abhilfe bei Reizdarm

Quelle: Tumisu / Pixabay

 
Dass uns Stress in den Bauch „fahren“ kann, haben schon viele selbst erlebt. Inzwischen klagt fast jeder dritte Deutsche über Symptome eines Reizdarmes. Frauen sogar doppelt so häufig wie Männer. Warum der Darm verrücktspielen kann, was dagegen hilft und wie du vorbeugen kannst – hier im Überblick.

Dass uns Stress in den Bauch „fahren“ kann, haben schon viele selbst erlebt. Inzwischen klagt fast jeder dritte Deutsche über Symptome eines Reizdarmes. Frauen sogar doppelt so häufig wie Männer. Warum der Darm verrücktspielen kann, was dagegen hilft und wie du vorbeugen kannst – hier im Überblick.

Wie es zu einem Reizdarm-Syndrom (RDS) kommt

Über die Entwicklung dieses Krankheitsbildes ist nicht viel bekannt. Daher ist auch unklar, warum Frauen wesentlich häufiger unter RDS leiden. Man geht aber davon aus, dass ein Großteil der Beschwerden durch eine Beweglichkeitsstörung (Motilitätsstörung) der Muskulatur des Darmes verursacht wird. Außerdem sind Betroffene meist deutlich schmerzempfindlicher. Fest steht hingegen, dass der Darm empfindlich auf ballaststoffarme und fettreiche Kost reagiert. Manche Menschen sind zudem allergisch auf ganz bestimmte Nahrungsmittel – sogenannte Trigger – wie beispielsweise Milchprodukte, gebratene Speisen, Zitrusfrüchte, Kaffee und Alkohol. Und für RDS können auch bakterielle Darmentzündungen verantwortlich sein.

Wenn Stress auf den Magen schlägt

Nicht nur falsche Ernährungsgewohnheiten können Ursache für RDS sein, sondern auch anhaltender Stress und seelische Konflikte im Beruf oder Privatleben. Die  Darmbeschwerden treten dann auf, weil im Magen-Darm-Trakt sehr viele Nerven sitzen. Sie regeln normalerweise die Transportfunktion im Darm. Kommt es hier zu Stress-Störungen, treten spürbare Probleme auf. Einige besonders charakteristische Symptome für einen Reizdarm sind Bauchschmerzen, die bei Stuhlgang nachlassen. Häufiger Durchfall mit Schmerzen sowie sichtlicher Blähbauch mit vermehrter Luftansammlung im Darm.

Schon Gefahr im Verzug?

Der Reizdarm an sich ist nicht gefährlich und führt auch nicht automatisch zu Folgeerkrankungen. Aber er verursacht erhebliche Beeinträchtigungen und mindert so die Lebensqualität. Wenn die Beschwerden im Bauchraum über mehrere Tage anhalten und noch nicht abgeklärt wurden, sollte besser ein Arzt konsultiert werden. Er wird eine Anamnese erheben, Ernährungsgewohnheiten erfragen und dadurch versuchen, die Beschwerden zu deuten. Zudem kann eine Ultraschalluntersuchung abklären, ob Erkrankungen an Galle, Nieren oder Leber vorliegen. Darüber hinaus sollte eine Darm-  ggf. auch Magenspiegelung durchgeführt werden. Denn statt eines Reizdarmes können hinter den Beschwerden auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) stecken. Sie sind organisch nachweisbar und werden anders als ein Reizdarm behandelt.

Individuelle Behandlung für individuelle Beschwerden

Wie RDS behandelt wird, richtet sich nach den individuellen Beschwerden. Bei Verstopfung kann man Abführmittel (z.B. Lactulose, Makrogol) einnehmen. Bei Durchfall ist die Gabe von Loperamid zur Hemmung der Darmbewegung möglich. Bei Bauchschmerzen und Krämpfen kommen krampflösende Schmerzmittel (z.B. Butylscopolamin), Medikamente zur Entspannung der Darmmuskulatur (z.B. Mebeverin) oder Phytotherapeutika (pflanzliche Stoffe) wie Kamille, Fenchel oder Anis in Frage.

Hilfe zur Selbsthilfe möglich

Nach der Diagnose Reizdarm ist es vor allem wichtig, die Reizeinflutung auf Seele und Körper zu begrenzen, ein geregeltes Leben zu führen, ausreichend zu schlafen und regelmäßige Mahlzeiten einzuhalten. Dann ist ein Reizdarm durchaus heilbar.

7 Tipps: Wie du dir selbst helfen kannst

Ernährungstagesbuch führen: Damit findest du die Nahrungsmittel (sog. Trigger) heraus, die für deinen Darm problematisch sind und kannst diese bewusst meiden.

Kleinere Mahlzeiten: Verteile mehrere Mahlzeiten (am besten fünf) mit kleinen Portionen auf den Tag. Das entlastet den Darm.

Richtig trinken: Stelle eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sicher, mindestens 2 Liter pro Tag. Wobei du aber Kaffee, Alkohol und v.a. allzu kohlensäurehaltige Getränke weglassen solltest. Auch die Flüssigkeitszufuhr bitte über den Tag verteilen.

Stress verringern: Versuche beruflichen oder privaten Stress so weit wie möglich zu verringern. Nimm dir regelmäßig kleine Auszeiten, z.B. durch Yoga, Buchlesen, Spaziergänge. Falls du rauchst, solltest du damit aufhören.

Sport treiben: Durch regelmäßige, aber maßvolle sportliche Aktivitäten (wie Wandern, Walken, Schwimmen) kannst du die Darmmotorik anregen und zudem Stress auf natürliche Weise abbauen.

Wärmflasche: Morgens auf den Bauch legen, damit der stressgeplagte Darm entspannen kann. Dazu beruhigende Musik hören.

Bauch-Massage: Massiere im Uhrzeigersinn mit sanft kreisenden Bewegungen den Bauch (am besten liegend, ca. 5 min.). Dies wirkt günstig auf die Verdauung.

Die beste Ernährung für einen gesunden Darm

  • Sorge dafür, dass dein Darm genug zu tun hat. Das erreichst du durch ballaststoffreiche Nahrung wie Vollkornbrot, Gemüse, Getreideflocken (pro Tag ca. 30 g Ballaststoffe).
  • Ergänzen dein Essen (vor allem das Frühstück) mit Weizenkleie und geschroteten Leinsamen, die du z.B. in den Joghurt rührst.
  • Greife zu Heilerde (1 Löffel pro Tag). Sie hilft spürbar gegen Blähungen.
  • Balsam für den Darm sind Sauermilchprodukte wie Buttermilch oder Kefir, Joghurt und Sauerkraut. Die enthaltenen Bakterien regen den Darm an.
  • Halte den Fettanteil in der Nahrung möglichst gering.
  • Das Essen bitte sondern sorgfältig kauen. Es hilft, besser zu verdauen.
  • Verzichte auf scharfe und süße Speisen. Dies gilt auch für Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit. Sie führen schnell zu Blähungen.

Wirksame Hilfe aus der Natur

Pfefferminzöl: Besonders das darin enthaltene Menthol ist eine Wohltat für gereizte Därme. Es wirkt krampflösend an der Muskulatur der Darmnervenzellen, erleichtert den Luftabgang und reduziert die Schmerzwahrnehmung (Minzölkapseln, Apotheke).

Flohsamenschalen: Der Samen des Indischen Wegerichs (Plantago) wirkt naturheilkundlich bei der Regulierung der Darmtätigkeit. Die Samenschalen enthalten Schleimstoffe, die durch Wasser aufquellen. Bei Durchfall wirkt dies festigend, weil Wasser entzogen wird. Bei Verstopfung mit viel Wasser eingenommen regt der aufgequollene Samen die Darmtätigkeit an (3x täglich 5 – 10 g, Apotheke).

Baldrian-Tee: Wirkt beruhigend und krampflösend. Baldrian wird mit gleichen Anteilen von Kümmel, Kamille und Pfefferminze gemischt und als Tee getrunken, mind. 3 Tassen über den Tag (Apotheke, Reformhaus).


ist Diplom-Journalistin und hat ein Staatsexamen in Psychologie. Die alleinerziehende Mutter war viele Jahre Mitglied der Chefredaktion großer deutscher Frauenzeitschriften. Derzeit ist die überzeugte Vegetarierin, freie Autorin und findet die besten Ideen auf Spaziergängen mit ihrem Hund Quadriga.

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