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Mach den Check: Ist deine Schilddrüse gesund?

Jede 2. Frau über 45 hat Probleme mit der Schilddrüse. Doch viele wissen es gar nicht, weil die Symptome nicht erkannt oder falsch interpretiert werden. Denn Frauen verbinden bestimmte Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Haarausfall oder depressive Verstimmungen eher mit den Wechseljahren. Welche Zeichen auf eine Unterfunktion der Schilddrüse hinweisen, welche Beschwerden eine Überfunktion mit sich bringt, und wie behandelt wird, hier die wichtigsten Fragen im Kompakt-Überblick.

Jede 2. Frau über 45 hat Probleme mit der Schilddrüse. Doch viele wissen es gar nicht, weil die Symptome nicht erkannt oder falsch interpretiert werden. Denn Frauen verbinden bestimmte Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Haarausfall oder depressive Verstimmungen eher mit den Wechseljahren. Welche Zeichen auf eine Unterfunktion der Schilddrüse hinweisen, welche Beschwerden eine Überfunktion mit sich bringt, und wie behandelt wird, hier die wichtigsten Fragen im Kompakt-Überblick.

Haben Frauen häufiger Probleme mit der Schilddrüse?

Ja, vor allem nach einem Lebensalter von 45 Jahren nehmen die Probleme zu. Dann ist fast jede Zweite davon betroffen. Entweder leiden sie an einer Über- oder Unterfunktion, heißen oder kalten Knoten, einer vergrößerten Schilddrüse (Kropf) oder auch an den Autoimmunerkrankungen Hashimoto oder Morbus Basedow. Doch oftmals werden die Symptome nicht erkannt oder anders ausgelegt, weil sie nicht immer gleich auf die Schilddrüse schließen lassen.

Wie macht sich denn eine Unterfunktion bemerkbar?

Bei einer Unterfunktion (Hypothyreose) produziert die Schilddrüse entweder zu wenig oder gar keine Hormone mehr. Die körperlichen Auswirkungen sind Antriebslosigkeit, Erschöpfung, depressive Verstimmungen, eine unerklärliche Gewichtszunahme, langsamer Puls, aber auch schuppende Haut, stumpfe Haare oder sogar Haarausfall sowie Darmprobleme, wie Verstopfungen.

Wann sollten die Alarmglocken läuten?

An eine Unterfunktion der Schilddrüse solltest du denken, wenn du mindestens drei oder sogar mehr der eben beschriebenen Symptome bei dir beobachtest.

Und wie sieht es bei Schluckbeschwerden aus?

Auch sie können ein Hinweis auf eine Erkrankung der Schilddrüse sein. Diese äußert sich nämlich häufig auch mit einem Kloß- oder Engegefühl im Hals. Zudem bildet sich bei einer Unterfunktion oft auch ein Kropf (Struma), den man mitunter selbst erkennen kann. Er bildet sich dann, wenn der Schilddrüse Jod fehlt. Um diesen Mangel auszugleichen, produziert die Schilddrüse mehr Hormone und vergrößert sich. Und genau das kann zu Schluckbeschwerden führen.

Wie wird eine Unterfunktion erkannt?

Dazu wird eine Blutuntersuchung gemacht. Sie wertet die Menge der Schilddrüsenhormone aus und lässt klare Rückschlüsse auf eine Unterfunktion zu. Zudem tastet der Arzt den Hals ab und checkt so eine mögliche Vergrößerung des Organs bzw. ob sich Knoten gebildet haben. Eine Ultraschall-Untersuchung sichert diese Untersuchung ab. Die Kassen zahlen diese Untersuchung.

Und wie wird die Unterfunktion behandelt?

Kurz gesagt, indem wieder das zugeführt wird, was dem Körper fehlt. Bei einer Unterfunktion kann man mit Jodpräparaten oder Hormontabletten gegen steuern. Möglich ist auch eine Kombinationstherapie mit beiden. Bei vorliegen einer Autoimmunerkrankung oder bei heißen Knoten ist allerdings kein Jod angeraten.

Welche Symptome deuten auf eine Überfunktion?

Bei einer Überfunktion (Hyperthyreose) werden von der Schilddrüse zu viele Hormone produziert. Der Körper erlebt ein regelrechtes Hormon-Bombardement und kommt nicht mehr richtig zur Ruhe. Die Folge können Schlaflosigkeit, schneller Puls und Herzrasen, Gewichtsverlust, Durchfall und  Nervosität sein. Zudem ist den Betroffen meist warm bzw. sie schwitzen sehr leicht, die Fingernägel sind weich und die Handflächen oft feucht.

Wann sollte ich bei diesen Beschwerden den Arzt aufsuchen?

Ebenfalls dann, wenn du bei dir drei oder sogar noch mehr der beschriebenen Symptome feststellst. Traue dich ruhig, beim Arzt deinen Verdacht zu äußern und quäle dich nicht mit den Beschwerden durch den Alltag.

Treten auch bei einer Überfunktion Schluckbeschwerden auf?

Ja, auch bei einer Überfunktion können Schluckbeschwerden, Enge- oder Kloßgefühle im Hals auftreten. Denn auch in Folge der Überfunktion kann sich die Schilddrüse vergrößern oder es treten sogar Knoten auf. So genannte heiße Knoten nehmen  Jod übermäßig auf und bilden viel zu viele Hormone.

Wie wird eine Überfunktion behandelt?

Zunächst wird per Blutuntersuchung, Abtasten des Halses und Ultraschall eine genaue Diagnose erstellt. Hinzu kommt unter Umständen eine so genannte Sintigrafie, bei der „heiße“ Knoten gelb und rot sichtbar werden, „kalte“ Knoten dagegen blau und grün. Eine Überfunktion wird zunächst mit Tabletten behandelt. Erst wenn diese erfolglos bleibt, wird eine Radiotherapie mit radioaktivem Jod oder eine OP gemacht.

Was passiert bei der OP?

Da die Schilddrüse direkt unter der Haut des Halses liegt, ist sie gut zu erreichen. Bei einer OP wird meist ein kleiner Schilddrüsenrest belassen. Komplikationen dabei sind selten. Und die Narben wurden in den letzten Jahren unauffälliger. Die Funktion der teilweise entfernten Schilddrüse wird dann durch Medikament ersetzt.

Warum ist die Schilddrüse überhaupt so wichtig?

Weil die zwar nur etwa Walnuss große Drüse so etwas wie das hormonelle „Herz“ des Körpers ist. Fast alle Körperfunktionen wie Stoffwechsel, Kreislauf sowie die Arbeit von Herz, Magen und Nerven werden von dort geregelt oder beeinflusst. Dafür sind vor allem zwei Hormone verantwortlich, die von der Schilddrüse gebildet werden. Und zwar Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4).

Kann ich meine Schilddrüse pflegen?

Ja, durch eine ausreichende Jod-Zufuhr. In einer gesunden Nahrung ist etwa 120 bis 150 Mikrogramm Jod enthalten. Wer viel Fast Food isst, erreicht diese Werte nicht. Jod braucht die Schilddrüse aber, um T4 bilden zu können. 180 bis 200 Mikrogramm täglich benötigen Erwachsene. Du solltest also auf Salz mit Jodzusatz achten und regelmäßig Seefisch, Eier, Milch und Milchprodukte essen. Damit lässt sich vor allem einer Schilddrüsen-Unterfunktion oder einem Kropf gut vorbeugen. Zur Kropf-Prophylaxe kann auch eine geringe Gabe von Schilddrüsenhormonen gehören.


ist Diplom-Journalistin und hat ein Staatsexamen in Psychologie. Die alleinerziehende Mutter war viele Jahre Mitglied der Chefredaktion großer deutscher Frauenzeitschriften. Derzeit ist die überzeugte Vegetarierin, freie Autorin und findet die besten Ideen auf Spaziergängen mit ihrem Hund Quadriga.

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  1. Michael Bäcker

    25 März

    Danke für die Tipps zur Schilddrüse. Es liegt in meiner Familie, dass die Schilddrüse nicht ganz in Ordnung ist. Deswegen möchte ich mich besonders gut um meine Schilddrüse kümmern. Gut zu wissen, dass man viel Jod zu sich nehmen sollte.

  2. Mailin Dautel

    14 Juni

    Ich denke es kann nicht schaden zu einer Vorsorgeuntersuchung zu gehen. Es ist nie umsonst, denn entweder ist man Krank und der Arzt stellt das fest oder du bist es nicht und kannst dich auf andere Sachen konzentrieren. Es ist ein guter Hinweis auf die Jod zufuhr zu achten. Da muss ich noch recherchieren welche Nahrungsmittel sich am besten dafür eignen.

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