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13 wichtige Fragen zum Hexenschuss – und warum er ...

13 wichtige Fragen zum Hexenschuss – und warum er auch dir jetzt droht!

13 wichtige Fragen zum Hexenschuss – und warum er auch dir jetzt droht!
Er ist schon eine üble Sache – der Hexenschuss. Jetzt im Herbst  und Winter bekommen ihn wieder viele. Häufiger Grund: Verkühlungen in der kalten Jahreszeit. Welche neuen SOS-Tricks es gibt, wie Hausmittel helfen können und was Experten raten -  hier im Überblick.

Er ist schon eine üble Sache – der Hexenschuss. Jetzt im Herbst  und Winter bekommen ihn wieder viele. Häufiger Grund: Verkühlungen in der kalten Jahreszeit. Welche neuen SOS-Tricks es gibt, wie Hausmittel helfen können und was Experten raten –  hier im Überblick.

Warum tritt der Hexenschuss denn jetzt wieder so häufig auf? Weil einer der Auslöser für einen Hexenschuss Kälte im Lendenwirbelbereich sein kann. Und viele Menschen sich auf plötzliche Temperaturschwankungen im Herbst und Winter nicht richtig einstellen.

Weiß man, wie viele Deutsche es wieder erwischen wird? Sehr viele. Denn der Hexenschuss zählt zu den so genannten unspezifischen Rückenschmerzen. Und die machen 85 bis 90 Prozent aller Rückenprobleme aus.

Wer ist besonders gefährdet, einen Hexenschuss zu erleiden?

Der Hexenschuss tritt am häufigsten in der Altersgruppe der 30- bis 45-Jährigen auf. Aktuelle Studien zeigen, dass Frauen etwas öfter als Männer unter Rückenschmerzen leiden: 66  Prozent aller Frauen und 57 Prozent der Männer kennen Rückenschmerzen. Einen klassischen Hexenschuss bekommen aber etwas häufiger die Männer.

Und wodurch kann ein Hexenschuss ausgelöst werden?

Direkte Auslöser eines Hexenschusses sind meist Verrenkungen durch Drehbewegungen der Wirbelsäule, durch einen Sturz, schnelles Bücken und Aufstehen, das Heben von Gegenständen oder wie schon genannt Kälte im Bereich der Lendenwirbelsäule. Oft tritt der Schmerz jedoch ganz plötzlich und ohne erkennbaren Auslöser auf.

Was genau passiert bei einem Hexenschuss im Körper?

Bis heute ist die Forschung noch nicht dahinter gekommen, welche genauen Ursachen ein Hexenschuss hat. Fest steht aber: Beim Hexenschuss verhärten sich plötzlich die Muskeln im Bereich der Lendenwirbelsäule. Es kommt zu einer heftigen Schmerzattacke (Lumbago) und im Bruchteil einer Sekunde ist man außer Gefecht gesetzt. Man kann sich kaum noch bewegen, Lageänderungen schmerzen extrem. Die Muskulatur verspannt sich und ruft dann oft eine schonende Haltung hervor.

Kann die Neigung dazu auch erblich sein?

Durchaus. Da die Haltung und „Statik“ des Körpers bei Rückenproblemen eine Rolle spielen, ist eine genetische Vorbelastung denkbar.

Woran merke ich, ob es ein Hexenschuss und nicht etwa ein Bandscheibenvorfall ist?

Beim Hexenschuss tritt der Rückenschmerz schlagartig und stechend auf – es trifft einen nahezu wie ein Blitz. Bei einem Bandscheibenvorfall hat man weitere Symptomen. Die Schmerzen strahlen zum Beispiel oft in den Pobereich oder in ein Bein aus. Zudem können Taubheitsgefühle und Muskelschwäche bzw. Lähmungserscheinungen auftreten, was bei einem Hexenschuss eher unwahrscheinlich ist.

Wann sollte ich also besser zum Arzt gehen?

Wenn die Beschwerden länger als ein paar Tage anhalten oder die Schmerzen intensiver werden. Denn durch die Schmerzen nimmt man unweigerlich eine Schonhaltung ein, die wiederrum zu Verspannungen führt. Ein Teufelskreis, der oftmals nur durch eine schmerzlindernde Spitze zu durchbrechen ist.

Wie wird ein Hexenschuss denn noch behandelt?

Neueste Studien belegen, dass Massagen sehr günstig sein können. Vor allem, wenn sie mit Bewegungsübungen kombiniert werden. Hierzu gehören Streckbehandlungen und Spannungsübungen, entspannende Lagerung und die Einübung normaler, rückenschonender Bewegungsabläufe. Viele Patienten machen mit solchen Therapien gute Erfahrungen. Zudem können Elektro- und Thermotherapien oder Akupunktur die Heilung so beschleunigen, dass der Betroffene nach einigen Tagen wieder fit ist.

Wie kann ich mir für den ersten Moment selbst helfen?

Zuerst sollte die Wirbelsäule durch die so genannte Stufenbettlagerung entlastet werden: flaches Liegen und Lagern der Beine mit angewinkelten Knien. Viel Ruhe und Wärme für die betroffenen Stellen können den Zustand verbessern. Über die Schmerzen hilft zudem Acetylsalicylsäure hinweg. Danach ist eine gezielte Aktivierung beim Physiotherapeuten sinnvoll.

Wie sollte ich mich danach verhalten, ist Ruhe oder Bewegung besser?

Besser als Schonung ist in jedem Fall eine gezielte Haltungs- und Bewegungsschulung. Denn aufrechte Haltung beim Stehen und Gehen bringt die Wirbelsäule wieder in ihre natürliche S-Form.

Was kann ich tun, wenn ich immer wieder einen Hexenschuss erleide? Wichtig ist, bei sich selbst die Auslöser zu beobachten und diese zu vermeiden. Denn Rückenschmerzen werden leider  zu 10 bis 20 Prozent chronisch. Die beste Vorbeugung ist ein rückenfreundliches Leben und eine kräftige Bauch-, Rücken- und Gesäßmuskulatur zur Unterstützung der Wirbelsäule, z.B. durch spezielle Rückengymnastik. Viele Physiotherapeuten bieten mittlerweile Rückenschulen an, die sogar von den Krankenkassen bezuschusst werden.

Lohnt sich der Kauf eines Reizstromgerätes für zuhause?

Diese Anschaffung ist nicht zu empfehlen. Es gibt keine verlässlichen Studien, die eine Wirkung im Heimbereich belegen.

SOS-Tipps: Die „erste Hilfe“ bei einem Hexenschuss

Stufenlagerung: Lege dich mit dem Rücken flach auf den Boden. Hebe beide Unterschenkel auf die Sitzfläche (im 90 Grad Winkel) eines Stuhles. Verharre mindestens 30 Minuten oder auch länger in dieser Position. Mehrmals am Tag wiederholen!

Bauchlagerung: Mit dem Bauch nach unten auf flachen Boden oder Tischplatte legen, nach und nach Kissen unter den Bauch schieben, bis das Gesäß zum höchsten Körperpunkt wird. Bis zu zwei Stunden liegen.

Wärme: Äußere Wärmequellen können jetzt wahre Wunder vollbringen und den Schmerz spürbar lindern. Nimm also ein heißes Bad oder lege dir eine Wärmflasche oder ein Heizkissen in den Rücken. Hilfreich sind zudem wärmewirksame Salben z.B. mit Bienengift, Rosmarinextrakt oder Cayennepfeffer. Du musst deine Kreuzgegend auch in der übrigen Zeit unbedingt warm halten.

Fußmassage: Sehr wirksam ist es, wenn du im Sitzen einige Minuten lang mit den Fingern die inneren Kanten der Fußsohlen, v.a. im Fersenbereich, massierst.

Schmerzmittel: Neben Medikamenten mit Acetylsalicylsäure blocken auch Tabletten mit dem Wirkstoff Naproxen-Natrium den Schmerz. Das Ziel: Durch Linderung des Schmerzes die Einnahme einer Schonhaltung zu vermeiden. Aber: Schmerzmittel ohne ärztliche Kontrolle nicht länger als drei Tage nehmen.

Fazit: Normalerweise kann man sich nach ein bis zwei Tagen wieder halbwegs bewegen und sollte es dann auch tun. Denn zu lange Bettruhe schwächt die Rückenmuskulatur.

 7 Tipps: Wie du einem Hexenschuss vorbeugen kannst

  1. Vermeide bzw. reduziere starkes Übergewicht.
  2. Trage flache Schuhe mit federnden Sohlen.
  3. Schlafe auf einer Rücken-gerechten Matratze mit Lattenrost und ggf. Nackenstützkissen. Recke und strecke dich vor dem Aufstehen ausgiebig im Bett.
  4. Baue gezielt Rückenmuskulatur auf, z.B. durch Rückenschwimmen, Nordic Walken, aufrechtes Radfahren.
  5. Sitze aufrecht und nicht zu lange, recke und strecke dich zwischendurch regelmäßig. Ein idealer Bürotag besteht aus 1/3 Sitzen, 1/3 Stehen, 1/3 Bewegung.
  6. Bei langem Stehen immer mal wieder die Haltung verändern und keine Körperseite einseitig belasten.
  7. Hebe schwere Lasten nur mit geradem, niemals mit krummen (katzenartigem) Rücken. Gehe dazu federnd in die Knie, damit das Hauptgewicht auf den Oberschenkeln ruht.

ist Diplom-Journalistin und hat ein Staatsexamen in Psychologie. Die alleinerziehende Mutter war viele Jahre Mitglied der Chefredaktion großer deutscher Frauenzeitschriften. Derzeit ist die überzeugte Vegetarierin, freie Autorin und findet die besten Ideen auf Spaziergängen mit ihrem Hund Quadriga.

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