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Neuer Job mit über 50 Jahren? So bewirbst du dich ...

Es gibt nichts schönzureden: Wer mit über 50 Jahren eine neue Arbeit sucht, hat es schwerer als Jüngere. Doch aussichtslos ist die Suche keineswegs. Denn Fachkräftemangel und demografischer Wandel zwingen die Unternehmen dazu, langsam umzudenken. Hier aktuelle Tipps für deine optimale Bewerbung.

Zahlen und Hintergründe: Für Arbeitssuchende über 50 waren die Chancen auf einen neuen Job lange Zeit nur mäßig. So lag die Quote der Arbeitsuchenden über 50 im Mai 2018 bei 26,7 Prozent. Und etwa die Hälfte der Betroffenen brauchte länger als ein Jahr, um wieder eine Anstellung zu finden. Viele Vorurteile erschwerten ihnen die Suche. Zu alt, zu teuer, nicht ausreichend weitergebildet. Das galt vor allem für Frauen. War lange Zeit keine Besserung in Sicht, erwarten Arbeitsmarkt-Experten inzwischen einen Wandel. Denn aufgrund der demografischen Entwicklung und des schon heute bestehenden Fachkräftemangels sind ältere Arbeitnehmer ein wertvolles Gut für viele Firmen. Diese Erkenntnis setzt sich derzeit vor allem bei kleinen und mittelständischen Unternehmen durch.

Für sich Werbung machen: Auch, wenn sich die Situation langsam verbessert, müssen über 50-Jährige mit Ausdauer und Geduld an die Jobsuche gehen. Und sie sollten mit einer besonders „erlesenen“ Bewerbung vor allem eines, nämlich gezielt Werbung für sich machen. Schließlich gilt es, die noch vorhandenen Vorurteile gegen ältere Arbeitnehmer zu entkräften. Verinnerliche folgende drei Mottos für deine Bewerbung:
Du bist sportlich statt gebrechlich! Im Lebenslauf unter dem Stichwort „Hobbys“ die eigenen sportlichen Aktivitäten betonen.

Du bist versiert statt verkalkt! Beim Thema „technische Kenntnisse“ ist es angebracht, fundiertes Wissen am Computer hervorzuheben.

Du bist wertvoll statt teuer! Beim Thema „Gehalt“ sollte man erklären, dass man sich gern ins Gehaltsgefüge des Unternehmens integrieren lasse.

9 Tipps für eine optimale Bewerbung

Mit besonderer Qualität überzeugen: Hebe dich von der Vielzahl der Bewerbungen durch besondere Sorgfalt und Qualität ab. Prüfe die Unterlagen unbedingt gründlich auf Form und Stil. Unbedingt Rechtschreibfehler vermeiden

Unterstreiche deine Fitness: Das Bewerbungsfoto sollte professionell gemacht sein. Gesund, frisch, offen – diese Eigenschaften sollten auf dem Foto zu erkennen sein. Berichte in deiner Biografie (bzw. Lebenslauf) unbedingt über deine sportlichen Aktivitäten.

Zeige dich informiert: Recherchiere unbedingt vor der Bewerbung im Internet oder in Firmenbroschüren, wie sich das Unternehmen darstellt. Frage dich, ob du dich in diesen Werten auch wiederfindest. Bewerbe dich nach Möglichkeit bei Firmen, bei denen Erfahrung und Kompetenz mehr zählt als Jugendlichkeit

Nicht zum Bittsteller machen: Denn dazu besteht kein Grund. Schließlich bist du berufserfahren und hast bereits über viele Jahre Leistung gezeigt. Schreibe nichts von einer eventuellen langen Suche nach einem neuen Job. Wer um einen Arbeitsplatz bettelt, wirkt wenig attraktiv.

Kleine und mittelständische Betriebe  bevorzugen: Denn dort haben nach Erkenntnissen der Bundesagentur für Arbeit ältere Arbeitsnehmer weitaus bessere Chancen als in Konzernen. Auch kleinere Firmen mit weniger bekannten Namen bieten gute Arbeitsmöglichkeiten.

Stelle deine Pluspunkte sachlich dar: Deine Berufserfahrung, deine Routine und Gelassenheit, wenn Probleme auftauchen, deine langjährigen Kenntnisse in deinem Fachbereich – mit all diesen Tatsachen solltest du punkten. Verkaufe dich auf keinen Fall „unter  Wert“. Das macht Personalchefs nur misstrauisch. Sie  glauben dann, dass man den Job nur als vorübergehende Beschäftigung sucht, um dann in Ruhe den richtigen Arbeitsplatz zu finden.

Nicht entmutigen lassen: Und zwar auch dann, wenn zunächst Absagen kommen. Mache dir unbedingt klar, dass nicht jede Absage etwas mit deinem Alter zu tun hat. Auch jüngere Bewerber werden abgelehnt.

Auf Ausdauer setzen: Gib bloß nicht auf. Dieses Jahr verspricht nach ersten Prognosen ein gutes Jahr für die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz zu werden. Vor allem für Fachkräfte sieht es günstig aus. Am Jahresanfang waren über 1 Million Jobs nicht neu besetzt.


ist Diplom-Journalistin und hat ein Staatsexamen in Psychologie. Die alleinerziehende Mutter war viele Jahre Mitglied der Chefredaktion großer deutscher Frauenzeitschriften. Derzeit ist die überzeugte Vegetarierin, freie Autorin und findet die besten Ideen auf Spaziergängen mit ihrem Hund Quadriga.

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