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Mobbing in der Schule – jedes dritte Kind ist betr...

Mobbing in der Schule – in den letzten zehn Jahren ist es ein Massenphänomen geworden. Die Statistik sagt, jeder dritte Schüler wird/wurde gelegentlich oder ist täglich Opfer von Mobbing in der Schule, auf dem Schulhof, in der Turnhalle oder auf dem Schulweg. Nun ist nicht gleich jeder Streit unter Kindern, nicht jede von anderen Kindern geübte Kritik oder eine versteckte Schultasche gleich Mobbing. Kinder müssen lernen, Kritik auszuhalten und Kritik zu üben und sie müssen lernen, wie man konstruktiv streitet. Das macht sie stark und festigt das Selbstbewusstsein – denn Kinder sollten lernen, was richtig und was falsch ist.

Mobbing in der Schule – in den letzten zehn Jahren ist es ein Massenphänomen geworden. Die Statistik sagt, jeder dritte Schüler wird/wurde gelegentlich oder ist täglich Opfer von Mobbing in der Schule, auf dem Schulhof, in der Turnhalle oder auf dem Schulweg. Nun ist nicht gleich jeder Streit unter Kindern, nicht jede von anderen Kindern geübte Kritik oder eine versteckte Schultasche gleich Mobbing. Kinder müssen lernen, Kritik auszuhalten und Kritik zu üben und sie müssen lernen, wie man konstruktiv streitet. Das macht sie stark und festigt das Selbstbewusstsein – denn Kinder sollten lernen, was richtig und was falsch ist.

Mobbing – systematisch oder gelegentlich, durch mehrere oder einzelne Kinder, ist eine völlig andere Sache. Es trifft nicht selten die ruhigen und schüchternen oder die jüngsten oder kleinsten Kinder der Klasse. Es beginnt meist harmlos, mit Hänseleien oder mit Ausgrenzung von Aktivitäten und es steigert sich bis zum Schlagen, wenn nichts dagegen unternommen wird. Kein Kind sollte unter Mobbing leiden, deshalb müssen Eltern vom Mobbing erfahren und rechtzeitig gegensteuern. Wir haben neun wichtige Tipps, wie Kinder nicht zu Mobbingopfern werden:

TIPP 1:  Das Kind „im Blick haben“ und Veränderungen registrieren

Die meisten Eltern meinen, ihr Kind zu kennen, aber im Alltag muss es oft schnell gehen und dann übersehen sie vielleicht Signale, die das Kind sendet. Es ist wichtig, dass Eltern ihr Kind „im Blick haben“. Geht es plötzlich nicht mehr gern zur Schule? Hat es vor dem Wandertag plötzlich Bauchschmerzen? Möchte es unbedingt von der Schule abgeholt werden, weil es den Heimweg scheut? Wird das Kind stiller, zieht es sich öfter in sein Zimmer zurück oder schläft schlecht? All das sind Warnsignale, die Eltern nicht übersehen dürfen. Es ist wichtig herauszufinden, ob es nur eine Phase ist oder ob das Kind dauerhaft „nicht gut drauf“ ist?

TIPP 2: Das Gespräch suchen und dem Kind Zeit geben

Die Familie sollte dem Kind Rückhalt und Sicherheit bieten, damit es Probleme und Sorgen jederzeit ansprechen kann. Doch Kinder sind unterschiedlich. Einige öffnen sich schnell und berichten zu Hause von Hänseleien oder „Streichen“, die sie in der Schule erfahren. Andere sagen nichts, weil sie nicht als „Schwächling“ gelten wollen oder weil sie fürchten, dass sie als „Mamakind“ bezeichnet werden, wenn sie sich über jeden „Spaß“ zu Hause beschweren. Eltern sollten deshalb täglich das Gespräch mit dem Kind suchen. Es könnte zum Beispiel ein Ritual sein, dass das Kind am Abend vor dem Schlafengehen vom Tag erzählt. Eltern sollten das Kind einfach reden lassen und ihm Zeit geben – irgendwann will es seine Sorgen loswerden.

TIPP 3: Die Situation analysieren und Reaktionen besprechen

Kann das Kind seine Sorgen offen besprechen, ist der erste Schritt getan, die Last verringert sich. Nun kann die Situation analysiert werden: Warum und in welchen Situationen wird das Kind gehänselt, von wem und seit wann? Keinesfalls sollten Eltern gemeinsam mit dem Kind auf den/die „Täter“ schimpfen, sondern dem Kind den Rücken stärken und eine Strategie entwerfen, wie es richtig reagiert. Wenn es sich zurückzieht oder still alles erträgt, wird es für die/den „Täter“ immer leichter, weiter zu spotten oder das „Opfer“ gar zu schlagen. Eltern sollten ihr Kind ermutigen, gelassen und trotzdem selbstbewusst zu reagieren – sie könnten Fragen: Fühlst du dich stark, wenn du so etwas tust. Oder: Bist du allein auch so stark? Mit einer solchen Reaktion rechnen die „Täter“ nicht, es bringt sie aus dem Konzept. Die Reaktionen können Eltern mit dem Kind in einem Rollenspiel üben und das Kind selbstsicherer zu machen.

TIPP 4: Gespräch mit anderen Eltern suchen

Ändert sich die Situation nicht, können Eltern das Gespräch mit anderen Eltern suchen – vielleicht sind weitere Kinder betroffen? Dann könnten sich die Kinder, die Ziel von Mobbing sind, zusammenschließen. So ist kein Kind mehr ein Außenseiter und auch die Hänseleien tun in einer Gruppe auch nicht mehr so weh. Und: Die „Täter“ werden bald die Lust am Mobbing verlieren, wenn ihre „Erfolge“ geringer werden.

TIPP 5: Den „Boss“ einer Gruppe von Mobbern ansprechen

Kinder, die mobben, tun das häufig in einer Gruppe und jede Gruppe hat einen „Boss“. Die anderen sind Mitläufer, die unsicher sind – sie fühlen sich gemeinsam stark oder sind froh, nicht selbst gemobbt zu werden. Hält das Mobbing an, können Eltern den Anführer in der Schule ansprechen und es bringt Unsicherheit, wenn man ihn nach seinen Motiven fragt. Warum tust du das? Wäre es nicht besser, wenn du deine Energie auf deine Noten lenkst? Ist er aus dem Konzept gebracht, ziehen sich die Mitläufer meist rasch zurück – und er steht selbst allein da.

TIPP 6: Aussprache mit dem Lehrer und den Eltern der mobbenden Kinder

Scheitern alle Versuche, das Mobbing zu beenden, sollten sich Eltern an den Lehrer wenden oder das Gespräch mit den Eltern der mobbenden Kinder suchen. Der Lehrer kann und muss das Verhalten der Kinder im Blick behalten und dem Mobbing entgegensteuern. Die Eltern können sich in einem kollegialen Gespräch austauschen – dabei sollte man keinesfalls gleich beim ersten Treffen oder Telefonat mit Vorwürfen agieren. Besser ist es, die Eltern des mobbenden Kindes zu bitten, mit dem Kind sprechen, um zu erfahren, warum es sich so verhält. Ist das Kind einsichtig, können Eltern verabreden, dass sich die Kinder außerhalb der Schule treffen – vielleicht haben sie sogar gemeinsame Interessen, von denen sie bisher gar nichts wussten.

TIPP 8: Vertrauenslehrer oder Schulleitung informieren

Sind alle Anstrengungen vergeblich und das Kind wird weiterhin gemobbt, könnte eine Aussprache mit dem Vertrauenslehrer der Schule helfen – oder eine Information an die Schulleitung, die dann einschreiten muss.

TIPP 9: Beratungsstellen oder Mobbinghilfeverein kontaktieren

Wer sich außerhalb der Schule Hilfen suchen will, kann sich an eine Beratungsstelle wenden, die in allen Kommunen und Landkreisen eingerichtet sind. Es gibt aber auch viele Vereine, die sich gegen Mobbing stark machen und bei denen sich Eltern informieren können. Wie haben einige zusammengestellt:

Sicher Stark Team

Berlin Familie

Schüler gegen Mobbing

BMFSFJ


Betty arbeitet als freie Journalistin und ist Herausgeberin im Verlag Berliner Journalisten. Im Ullstein-Verlag veröffentlichte sie drei Sachbücher zu den Themen Europa, Verbraucherrecht und der Gleichstellung allein erziehender Mütter.

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