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Mit Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM)! Wie du dich im Frühjahr schnell vitalisiers...
Mit Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM)! Wie du dich im Frühjahr schnell vitalisierst

Quelle: Pexels

Gesundheit

Mit Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM)! Wie du dich im Frühjahr schnell vitalisierst

In den nächsten Wochen schaltet der Körper von Winter auf Frühling um. Das geht nicht immer ohne Probleme. Wie mache ich meinen Kreislauf fit, wie den Blutdruck stabil, wie kriege ich  Magen- und Verdauungsbeschwerden in den Griff, was hilft gegen trockene Haut und Durchschlafprobleme? Mit welchen sanften, natürlichen Mitteln du dir helfen kannst und wir dir dabei auch die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) Linderung verschafft, lies hier im Kurzcheck.

Gerade jetzt plagt viele ein Husten oder Schnupfen. Warum erwischt uns eine Erkältung beim Übergang vom Winter zum Frühjahr?

Einfach deshalb, weil im Organismus jetzt die große Umstellung vom Winter- auf den Sommerstoffwechsel stattfindet. Und in dieser Zeit ist das Immunsystem besonders empfänglich für Virusinfekte. Das darf man aber nicht nur als Schwäche verstehen. Denn der Körper nutzt diese Infekte, um über die Schleimhäute all die Schlacken loszuwerden, die sich im Winter angesammelt haben.

Was kann ich denn trotzdem dagegen tun?

Es ist empfehlenswert, sich gerade jetzt bewusst warm zu halten. Und nutze dabei für dich  einen Trick der Chinesen: Trinke heißes Wasser. Die Wärme stimuliert den Körper und die Flüssigkeit spült die Schlacken aus. Auch pflanzliche Erkältungsmittel helfen. Den Infekt selbst solltest du aber bitte nicht unterdrücken. Schone dich, lege dich wirklich ins Bett, statt dich durch den Tag zu quälen – dein Körper dankt es dir.

Womit kann ich die Erkältungszeit verkürzen?

Durch Ruhe und das Ernstnehmen der Erkältung. Und lasse deinen Körper ruhig „machen“. Wer immer versucht, sich trotzdem auf den Beinen zu halten, verzögert nur den Gesundungsprozess.

Wie bringe ich mein Immunsystem wieder auf Vordermann?

Etwas Fasten wäre jetzt angebracht, insbesondere durch das „Dinner Cancelling“, also das Weglassen der Abendmahlzeit. Wieder geht es darum, dem Körper zu helfen, die winterschlacken los zu werden. Und nutze jetzt länger werdenden Tage für lange Spaziergänge. Denn frische Luft und Licht stärken das Immunsystem.

Auch mit Nackenschmerzen habe jetzt besonders Frauen häufig zu kämpfen. Warum ist das so?

Weil viele bei den ersten Sonnenstrahlen übermütig werden und beispielsweise den Schal weglassen. Das ist jedoch gerade bei windigem und kaltem Wetter fatal. Denn so bleibt die empfindliche Nackenregion ungeschützt. Aber gerade dort liegen sehr viele besonders windempfindliche Punkte.

Welche Beschwerden gehen damit einher?

Nackenbeschwerden durch Windkälte sind ein häufiges Problem in der chinesischen Medizin. Manchmal können auch Entzündungen der inneren Nebenhöhlen, der Siebbeinzellen oder Keilbeinhöhlen zu Nacken- und Hinterkopfschmerzen führen. Bisweilen melden sich auch allgemeine Verspannungen, besonders bei Menschen, die unter einer dauernden Überforderung stehen, in Form von Nackenschmerzen.

Wie kann ich mir medikamentös helfen?

Bei erkältungsbedingte Nackenschmerzen, vor allem im Zusammenhang mit Schnupfen und Nebenhöhlenkatarrhen, gibt es eine ganze Anzahl von guten pflanzlichen Medikamenten in der Apotheke. Wichtig ist es auch, darauf zu achten, dass kalte Füße konsequent gewärmt werden, beispielsweise durch warme Fußbäder oder dicke Socken. Bei Nackenschmerzen auf Grund von Überforderung ist der erste Schritt, dass man kürzer tritt und die übernommenen Aufgaben an die eigenen Kapazitäten wirklich anpasst. Wenn gar nichts hilft bei Nackenschmerzen sind Akupunktur oder chinesische Arzneitherapie zu empfehlen.

Kann man Nackenschmerzen auch durch bestimmte Übungen selbst lindern?

Nackenübungen werden zwar immer wieder empfohlen, sind aber nicht ungefährlich. Denn jeder Übungsimpuls, selbst wenn er im Augenblick hilft, kann auf Dauer zu weiteren Schmerzen führen. Wenn du übst, dann bitte mit dem ganzen Körper. Gute Rückenschulen kennen den Zusammenhang zwischen Nacken, Kreuz, Füßen und Bauch. Und achte bitte auch darauf, gerade zu sitzen. Vor allem, wenn du eine sitzende Tätigkeit hast.

Besonders verbreitet ist die Frühjahrsmüdigkeit. Warum sind wir jetzt oft abgeschlagen und schlapp?

Mit den länger werdenden Tagen erwachen zwar neue Lebensgeister in uns. Doch der  winterliche „Sumpf“ der Gemütlichkeit muss ausgetrieben werden. Der Körper macht eine Art Frühjahrsputz durch und kurbelt seine Entschlackungsvorgänge an. Werden diese in Gang gesetzt, macht uns das müde und schlapp.

Was passiert da ganz genau in unserem Körper?

Mit Beginn des Frühjahrs muss der Mensch quasi wieder in die Welt hinaus. Der große Schalter muss von Speichern und Sparschaltung umgelegt werden auf Aktivität und nach draußen gehen. Diese Schaltprozesse finden bis in die kleinste Zelle statt. Systeme in der Zelle werden von Speicherung im Herbst auf Sparschaltung im Winter und Ausputz und Vitalisierung im Frühjahr umgestellt.

Wer leidet denn besonders unter der Frühjahrsmüdigkeit?

All jene, die zu oft essen und sich zu wenig bewegen. Sie haben dann mit dem Auf und Ab des Stoffwechsels besonders große Schwierigkeiten haben.

Was kann ich wirksam dagegen tun?

Du solltest unbedingt deine Stoffwechselelastizität trainieren. Das funktioniert, wenn du nicht alle 2 bis 3 Stunden eine Kleinigkeit isst, sondern größere „Hungerphasen“ einlegst (Stichwort Intervallfasten). Gewöhne deinen Körper an den Hunger, und auch daran, danach größere Nahrungsmengen zu vertragen. Das fordert den Körper und macht ihn elastisch. Die gleiche Elastizität solltest du auch im Wechsel zwischen Bewegung und Ruhe entwickeln. Sei also einerseits aktiv, aber dann auch wieder ruhig und ausgebremst. Jeder Wechsel belebt und vertreibt die Müdigkeit.

Auch mit Durchschlafproblemen und Verdauungsbeschwerden haben viele zu kämpfen. Warum ist das so?

Die Nacht ist die Zeit der Regeneration. Entgiftungsvorgänge finden statt, schadhaftes Gewebe wird abgebaut und für die Ausscheidung vorbereitet, zudem wird neues Gewebe aufgebaut. All dies sind Vorgänge, die höchste körperliche Arbeit erfordern. Wenn diese Prozesse aber ins Stocken kommen, wacht der Mensch auf. Darum empfiehlt es sich, vor allem im Frühjahr abends große Mahlzeiten zu meiden. Damit verschwinden die Durchschlafprobleme meist völlig.

Kann hinter Schlafproblemen auch die Leber stecken?

In der Tat. Die Leber kann jetzt geradezu verschlackt sein. Das liegt vor allem an den Altlasten aus dem Winter wie zu viel Fett, zu wenig Vitamine und Bewegung. Dass muss der Körper jetzt „ausputzen“. Und beim Abbau von angesammelten, ausscheidungspflichtigen Substanzen leistet die Leber nun mal die Hauptarbeit.

Und warum haben jetzt so viele Menschen Probleme mit der Verdauung und dem Stuhlgang?

Weil der Darm sozusagen aus der Übung ist. Schuld daran ist auch hier hauptsächlich der Bewegungsmangel im Winter. Dagegen revoltiert der Darm. Und typische Symptome sind dann Blähungen, Völlegefühl und ein träger oder unbefriedigender Stuhlgang.

Was kann ich denn selbst dagegen tun?

Zu empfehlen ist auch hier wieder, heißes oder warmes Wasser zu trinken. Am besten gleich am Morgen ein, zwei Gläser auf nüchternen Magen trinken. Denn das bringt den Stoffwechsel und meist auch unmittelbar den Stuhlgang auf Trab. Auch Stoffwechseltee (aus der Apotheke) hilft, ist aber meist recht bitter. Die Ernährung sollte aus leichter Kost bestehen und vor allem reich an Gemüse sein. Vermeiden sollten Sie zu viel tierisches Fett und Eiweiß sowie Milchprodukte. Auch abendliches Fasten entlastet den Stoffwechsel.

Können Schlafmittel helfen oder reichen leichte Ernährung und Bewegung an der Luft?

Pflanzliche Präparate auf Baldrian- oder Hopfenbasis können manchmal helfen. Chemische Schlafmittel dagegen ruinieren garantiert erst recht den Schlafrhythmus – insbesondere wenn sie auf Dauer genommen werden.

Wann sollte ich doch besser einen Arzt aufsuchen?

Wenn die Schlafstörung trotz dieser Maßnahmen nicht aufhört und über einen längeren Zeitraum anhält – zum Beispiel zwei Wochen durchgehend – ist ein Arztbesuch zu empfehlen.

Ein weiteres Symptom sind Kreislaufbeschwerden und Blutdruckschwankungen. Was kann im Frühjahr dahinter stecken?

Die mit der Umstellung verbundene Altlastenbearbeitung und das Trainieren von Stoffwechsel und Kreislauf, um mit der neuen Aktivitätsphase des Jahres gut umgehen zu können, sind die Hauptursachen für Kreislaufbeschwerden. Hier ist sind Bewegung, frische Luft und geregelter Tagesrhythmus besonders wichtig, um wieder „in Schwung“ zu kommen.

Woran merke ich, dass der Blutdruck schwankt?

Blutdruckschwankungen machen sich unter anderem durch Schwindelgefühle, Frösteln und Ohrensausen bemerkbar.

Was kann ich dagegen unternehmen?

Besonders gut und einfach umzusetzen sind leichtes Training, regelmäßig spazieren gehen und Wechselduschen nach Kneipp. Zur Unterstützung kann in schlimmen Fällen Akupunktur helfen. Besonders empfehlenswert sind regelmäßige QiGong Übungen. Die sanften, meditativen Übungen verhelfen zu innerer Stabilität ohne zu überlasten.

Wann sollte ich doch besser zum Arzt gehen?

Wenn die Beschwerden überdurchschnittlich stark werden, länger anhalten, mit starken Kopfschmerzen oder lauten Ohrgeräuschen verbunden sind.

Auch trockene Haut an Armen, Beinen, im Gesicht und am Hals ist jetzt weit verbreitet. Weshalb leiden wir im Jahreszeitenübergang daran besonders?

Nach der chinesischen Medizin  ist der krankheitsauslösende Faktor der Wind. Wir halten uns wieder mehr im Freien auf. Sonnenlicht, erste Kontakte mit Pollen und die Frühjahrsstürme können Haut und Bindehäute reizen. Es kann zu rissigen Mundwinkeln und Augenentzündungen kommen. Ein weiteres Problem: Durch den Winterspeck kann die Haut nicht optimal versorgt werden und trocknet aus.

Wie kann ich meiner Haut am besten helfen?

Die Haut regeneriert sich am Besten durch Hilfe von Innen: Eine Entschlackung mit Kräutertee, heißem Wasser und Fasten ist daher sehr zu empfehlen. Die Versorgungsbahnen werden dadurch wieder durchlässig und Abfallstoffe abgebaut. Weitere Unterstützung für die Haut sind seifenfreie Waschlotionen und leichte Bürstenmassagen nach dem Duschen. Sie regen nämlich den Stoffwechsel in der Haut an. Ebenfalls gut sind Auflagen mit Chrysanthemen, sie lindern diese Beschwerden.

Gibt es spezielle Cremes für dieses Problem?

Hilfe von Innen ist generell besser als Hilfe von Außen. Je mehr du deine Haut einfettest, umso mehr verliert sie die Fähigkeit, selbst Hautfette zu produzieren. Ein bekanntes Beispiel ist die Abhängigkeit von Lippenfettstiften.

Wann sollte ich mit Hautproblemen doch besser zum Arzt gehen?

Sind die Beschwerden ungewohnt heftig oder bildet sich sogar Eiter, ist ein Arztbesuch sinnvoll. Auch bei extrem trockenen Augen solltest du den Arztbesuch nicht scheuen.

7 Tipps, wie du dich im Frühjahr schnell vitalisierst

  1. Heißes Wasser trinken! Das bringt den Stoffwechsel in Schwung und macht einen trägen Darm wieder fit.
  2. Frische Luft tanken! Aber bitte gut eingepackt. Steigere deine Dosis frischer Luft beim täglichen Spaziergang und lege einen warmen Schal um, der schützt Hals und Nacken.
  3. Nicht zuviel auf einmal! Dein Körper kommt gerade aus der Winterruhe, nimm dir daher nicht zu viel vor.
  4. Esse dich munter! Viel Gemüse, wenig Fett und wenig tierisches Eiweiß machen satt und entlasten die Leber.
  5. Abends essen wie ein Bettler! Was der Volksmund kennt, ist gut für den ungestörten Schlaf und befreit von überflüssigen Pfunden und Stoffwechselresten.
  6. Wer krank ist, gehört ins Bett! Darüber gibt es keine Diskussion, denn bei einer Infektion braucht der Körper viel Ruhe, um diese bekämpfen zu können
  7. Trotzdem noch schlapp und müde? Akupunktur aus guten und geschulten Händen kann die blockierte Energie wieder in Gang setzen.

ist Diplom-Journalistin und hat ein Staatsexamen in Psychologie. Die alleinerziehende Mutter war viele Jahre Mitglied der Chefredaktion großer deutscher Frauenzeitschriften. Derzeit ist die überzeugte Vegetarierin, freie Autorin und findet die besten Ideen auf Spaziergängen mit ihrem Hund Quadriga.

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