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Zu wenig Schlaf macht dick & krank! Aber wie viel Schlaf ist gesund?
Zu wenig Schlaf macht dick & krank! Aber wie viel Schlaf ist gesund?

Quelle: Pexels

Gesundheit - Ratgeber

Zu wenig Schlaf macht dick & krank! Aber wie viel Schlaf ist gesund?

Wie viele Stunden schläfst du für gewöhnlich? Sind es regelmäßig weniger als sechs Stunden? Dann tust du deinem Körper nichts Gutes an. Denn dann erhöht sich dein Risiko für Übergewicht, Schlaganfall, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Gedächtnisstörungen und ein schwaches Immunsystem um 30 Prozent. Doch wie viel Schlaf ist gesund? Und kann man auch zu viel schlafen?

US-Amerikanische Wissenschaftler haben jetzt neue Erkenntnisse über das Schlafverhalten und seine Auswirkungen gesammelt. Das erste Fazit der Schlafforscher von der Universität in Pennsylvania lautet: Wer acht Stunden schläft, verbessert seine Aussichten auf ein langes Leben um 30 Prozent, ist seltener krank, hat ein stabiles Immunsystem und schnarcht nur selten.

Außerdem fanden die Schlafforscher unter anderem heraus:
Zu wenig Schlaf bringt bei Frauen den Kohlenhydratstoffwechsel und die Hormone durcheinander. Die Folge: Schlafmangel kann dick machen. Bestätigt wird diese Untersuchungsaussage jetzt auch von der University Stanford. Die Wissenschaftler dort gehen mit ihrer Aussage sogar noch weiter: Wer weniger als acht Stunden schläft, nimmt umso mehr zu, wie sich seine Schlafdauer verkürzt hat. Mit anderen Worten, wer nur sechs Stunden schlafen kann, nimmt umso schneller zu. Begründet wird die Gewichtszunahme durch neue Forschungsergebnisse: Wer mehr als sieben Stunden schläft, hat in seinem Blut nur geringe Werte des Hungerhormons Ghrelin, dafür aber viel Leptin, ein Hormon, das als Appetitzügler wirkt. Das Ergebnis der Forscher: Schlafen wir zu wenig, zum Beispiel nur sechs Stunden,  essen wir folglich mehr, weil die Hormone uns dazu zwingen.

Bestätigt wird diese Erkenntnis auch durch eine kanadische Studie. Sie stellte fest: Schon Fünf- bis Zehnjährige, die nicht ausreichend schlafen (weniger als acht bis zehn Stunden) haben dreieinhalb Mal so oft Übergewicht wie Kinder mit der Schlafmenge von mehr als acht Stunden.

Aber wie viel Schlaf ist denn nun wirklich gesund?

Japanische Ärzte haben in einer großen Studie mit 100.000 Männer und Frauen im Alter zwischen 40 und 79 Jahren jetzt die optimale Schlafdauer für einen gesunden Menschen ermittelt. Das Ergebnis der Studie: Wer ausreichend schläft, wird meist sehr alt und bleibt bis ins hohe Lebensalter leistungsfähig.

Die Japaner legten auch fest, was „ausreichend“ Schlaf bedeutet. Das ist nämlich dann gegeben, wenn Menschen am Morgen ohne Wecker wach werden. Das aber ist individuell bei jedem Menschen verschieden. Und bei Berufstätigen die Ausnahme.

Und wie viel Schlaf bekommen wir Deutschen denn so?

Nur 30 Prozent der Erwachsenen schlafen exakt sieben Stunden. Fast 40 Prozent schlafen dagegen länger. Und rund 30 Prozent der Älteren schlafen unter sechs Stunden, und besitzen daher weniger körperliche und geistige Fitness.

Warum ist Schlaf überhaupt so wichtig?

Weil in der traumlosen Tiefschlafzeit (es sind meist 3 Phasen a 1 1/2 Stunden) das Immunsystem regeneriert und gestärkt wird. Das erklärt auch, warum wir zum Beispiel bei einer Erkältung „instinktiv“ länger und tiefer schlafen. Unser Körper aktiviert so die Abwehrkraft der Immunzellen.

Was passiert in den Flachschlafphasen (REM-Phasen)?

Da werden jede Menge wichtiger Lebenshormone gebildet, Hirn und Nerven erholen sich von ihren Reizen. Es sollten vier bis sechs REM-Phasen (rapid eye movement, schnelles Hin-und Herbewegen der Augen) sein. Die aber haben Kurzschläfer so gut wie nie, weil ihre Schlafdauer die Erholungszeiten gar nicht zulässt.

Geht es Langschläfern demnach besser?

Nein, denn sie wiederum haben eine Tiefschlafphase zu viel. Wenn sie aufwachen, fühlen sie sich oft nicht erholt und frisch. Ein Zeichen für eine unnötige, nicht gesundheitsfördernde Tiefschlaf-Stunde.

Sollen nun Langschläfer ihren Wecker auf acht Stunden stellen?

Ja, denn wer regelmäßig zu lange schläft, sich danach aber nicht fit fühlt, sollte es mal ein paar Tage mit acht Stunden probieren. Möglich, dass dir weniger Schlaf besser bekommt.

Wichtige Schlaf-Infos für dich zusammengefasst

  • Mehr als acht Stunden Schlaf bringen keinen Zugewinn an Leistung und Lebensqualität. Wichtiger ist eher die Qualität des Schlafes.
  • Doch drei Millionen Deutsche leiden unter schlechtem oder zu kurzem Schlaf, wachen häufiger zwischen den Tiefschlafphasen auf, sind beim Aufstehen wie gerädert.
  • Dennoch den Schlaf nicht erzwingen. Wenn du nach 30 Minuten im Bett immer noch wach bist, stehe auf, esse oder trinke etwas, gehe erst zurück ins Bett, wenn du wirklich müde bist
  • Keinen Kaffee, Schwarztee oder grünen Tee nach 18 Uhr trinken. Besser: Kräutertee. Alkohol macht zwar müde, stört aber die wichtige Tiefschlafphase.
  • Keine schweren und stark gewürzten Speisen nach 19 Uhr. Zwei Stunden vor dem Zubettgehen den letzten Snack essen.
  • Grübeln im Bett vermeiden. Am besten das Problem vor der Nachtruhe kurz notieren.
  • Entspannung bringen auch leichte Muskel-und Atemübungen. Gähne mal, bewege leicht deine Arme und Beine.
  • Baldrian, Melisse, Hopfen und Passionsblume gelten als Müdemacher. Am besten wirkt Baldrian als Tee, Tropfen oder Tablette, Melisse als Badezusatz vor dem Schlafengehen, Hopfen als warmer Schluck Bier und Passionsblume als Tee.

ist Diplom-Journalistin und hat ein Staatsexamen in Psychologie. Die alleinerziehende Mutter war viele Jahre Mitglied der Chefredaktion großer deutscher Frauenzeitschriften. Derzeit ist die überzeugte Vegetarierin, freie Autorin und findet die besten Ideen auf Spaziergängen mit ihrem Hund Quadriga.

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