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Wer braucht eine Rechtsschutzversicherung? Alle wichtigen Infos im Überblick
Wer braucht eine Rechtsschutzversicherung? Alle wichtigen Infos im Überblick

Quelle: Porapak Apichodilok / Pexels

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Wer braucht eine Rechtsschutzversicherung? Alle wichtigen Infos im Überblick

Streit mit dem Nachbarn, Stress mit Vermietern oder Autounfälle. Kommt es zu einer Klage, wird es teuer. Eine Rechtsschutzversicherung kann sinnvoll sein – aber die zahlt auch nicht immer. Worauf kommt es also bei einer Rechtsschutzversicherung an?

Streit mit dem Nachbarn, Stress mit Vermietern oder Autounfälle. Kommt es zu einer Klage, wird es teuer. Eine Rechtsschutzversicherung kann sinnvoll sein – aber die zahlt auch nicht immer. Worauf kommt es also bei einer Rechtsschutzversicherung an?

Für wen ist eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll?

Für Fußgänger, Rad- und Autofahrer kann sie sinnvoll sein, wenn es bei Unfällen zu Konflikten mit anderen Verkehrsteilnehmern kommt. Sie ist außerdem für Mieter, Vermieter oder Eigentümer von Immobilien ratsam, um sich gegen Streit mit Mietern bzw. Vermietern oder gegen Nachbarschaftsstreit abzusichern. Auch Personen, die privat krankenversichert sind oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschlossen haben, können über eine Rechtsschutzversicherung nachdenken. Sie können in die Lage kommen, gegen den Versicherer hohe Summen einklagen zu müssen.

Gegen welche Risiken kann man sich absichern?

Es gibt vier Bausteine: Privatrechtsschutz, Berufsrechtsschutz, Verkehrsrechtsschutz, Wohnungs- und Grundstücksrechtsschutz. In diesen Bausteinen enthalten sind wiederum verschiedene Positionen zu unterschiedlichen Rechtsgebieten wie z. B. Schadenersatz-, Steuer- oder Sozialrechtsschutz enthalten.

Gibt es Rechtsgebiete, die nicht abgedeckt werden?

In einigen Rechtsgebieten – z. B. im Familien- und Erbrecht – ist oft nur die einmalige Anwaltsberatung versichert, nicht aber das kostenintensive weitere Verfahren. Und im Steuer- und Sozialrecht sind häufig das außergerichtliche Verfahren und spezielle Streitigkeiten ausgeklammert.

Kann es sinnvoll sein, eine „Paketlösung“ zu wählen?

Es sollten in erster Linie Gebiete versichert werden, an denen der Versicherte das größte Interesse hat und bei denen die Leistungen stimmen. Dann kann ein Vertrag auch mehrere Bausteine umfassen.

Muss man eine gewisse Zeit versichert sein, bevor die Rechtsschutzversicherung zahlt?

Im Rechtsschutz gibt es häufig eine Wartezeit von drei Monaten. In dieser Zeit besteht noch kein Versicherungsschutz, so dass Rechtsschutzfälle, die in diese Zeit fallen, nicht versichert sind. Einige Versicherer verzichten auf Wartezeiten z. B. bei einem Versicherer-Wechsel mit lückenlosem Versicherungsschutz gleicher Art.

Muss man die Rechtsschutz informieren, bevor man einen Anwalt einschaltet?

Das ist empfehlenswert, um zu erfahren, ob und wie viel der Kosten übernommen werden. Wenn man sich erst an einen Anwalt wendet und dieser den Versicherer zur Kostenübernahme anfragt, kann außerdem eine zusätzliche Gebühr anfallen, die der Versicherte selbst zahlen muss.

Muss man über doppelte Versicherung informieren?

Wer sich bei mehreren Versicherungen gegen dasselbe Risiko versichert, ist verpflichtet, jedem Versicherer die andere Versicherung mitzuteilen. In diesem Beispiel sind Mietrechtsschutz über einen Mietverein und Verkehrsrechtsschutz (z.B. über den ADAC, AvD) aber „zwei verschiedene Paar Schuhe“ und können ohne Meldung parallel laufen.

Kann die Rechtsschutz wegen „Schadenshäufung“ schon beim ersten Schaden kündigen?

Ist nichts anderes vereinbart, kann der Versicherer den Vertrag nach dem ersten Schaden kündigen – und „ordentlich“ zum Ende des Versicherungsjahres auch ohne Schadenfall.

Was kostet denn eine Rechtsschutzversicherung pro Jahr?

Es gibt große Unterschiede von Anbieter zu Anbieter und der Preis ist natürlich abhängig von der Leistung. Bei einem Selbstbehalt von 150 Euro kosten Gesamtpakete für einen 30-jährigen Versicherten derzeit zwischen 189 und 524 Euro im Jahr. Eine Privat- und Verkehrsrechtsschutz allein kosten mit einer Selbstbeteiligung von 150 Euro zwischen 150 und 385 Euro im Jahr.


Betty arbeitet als freie Journalistin und ist Herausgeberin im Verlag Berliner Journalisten. Im Ullstein-Verlag veröffentlichte sie drei Sachbücher zu den Themen Europa, Verbraucherrecht und der Gleichstellung allein erziehender Mütter.

  1. Tom Vogt

    Guten Tag, bisher habe ich noch keine Rechtsschutzversicherung bin aber am überlegen ob ich mir eine zulegen soll. Die Fragen die ihr hier beantwortet sind sehr gut. Bei mir geht es ins besondere um das Liegenschaftsrecht. Aber es ist gut zu wissen jede Rechtschutzversicherung über sämtlichen Rechtlichen Schritte zu informieren.

    18 Januar

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