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Wenn wir aus der Balance geraten: Was hilft gegen ...

Wenn wir aus der Balance geraten: Was hilft gegen Schwindel-Attacken?

Wenn wir aus der Balance geraten: Was hilft gegen Schwindel-Attacken?

Quelle: Gratisography

 
Die Erde schwankt, der Boden gibt scheinbar nach, im Kopf dreht sich ein Karussell? Jede 3. Frau hat zeitweilig oder sogar öfter mit einem Schwindel zu kämpfen. Vor allem in dieser Jahreszeit, wenn das Wetter oft wechselt. Lies hier, was du selbst dagegen tun kannst und wann du besser zum Arzt gehst.

Die Erde schwankt, der Boden gibt scheinbar nach, im Kopf dreht sich ein Karussell? Jede 3. Frau hat zeitweilig oder sogar öfter mit einem Schwindel zu kämpfen. Vor allem in dieser Jahreszeit, wenn das Wetter oft wechselt. Lies hier, was du selbst dagegen tun kannst und wann du besser zum Arzt gehst.

Es gibt weit über 100 bekannte Schwindelformen. Die meisten sind zwar für den Moment unangenehm, aber harmlos. Dennoch ist es für viele Menschen beunruhigend, aus der Balance zu geraten. Wenn der Boden schwankt oder kippt, im Kopf ein „Karussell“ dreht oder die Umgebung scheinbar in Bewegung gerät – dann ist uns schwindelig.

Die Sinnesorgane spielen sich „falsche“ Informationen zu

Schwindelgefühle sind oft ganz normal und dazu ungefährlich. Nehmen wir nur mal das Beispiel Fahrstuhl. Wir spüren bei der Auf- oder Abwärtsbewegung einen veränderten Druck in Muskeln und Gelenken. Das Gehirn folgert daraus, dass wir uns bewegen. Die Augen sehen aber keine Bewegung und reagieren „vewirrt“. Weil sich die Informationen im Gehirn widersprechen, entsteht ein Schwindelgefühl (Liftschwindel). Ähnliches kann auch beim Auto- oder Bahnfahren oder beim schnellen Aufstehen am Morgen passieren. Denn die Balance zu halten, ist für unsere Sinnesorgane ein Drahtseilakt. Sie müssen dafür unzählige Informationen über vorn oder hinten, links oder rechts, oben oder unten an das Gehirn leiten. Die wichtigsten Informanten sind dabei die Augen. Sie vermessen unsere Position optisch. Der Tastsinn zeigt an, ob wir mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen. Die Ohren hören räumlich und können die Richtung bestimmen. Zudem sitzen im linken und rechten Innenohr die beiden Gleichgewichtsorgane. Aus all diesen Informationen „errechnet“ das Gehirn bruchteilschnell unsere Lage.

Harmlos oder bedenklich?

Schwindel wie Dreh- oder Schwankungsschwindel können ein ganz natürliches Phänomen sein und nur kurz auftreten. Gerade jetzt im Jahreszeitenwechsel können auch die Wetterschwankungen zu schaffen machen. Der Grund: eine veränderte Gehirndurchblutung. Hinter Schwindel können aber auch ernsthafte Beschwerden wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen,  Stoffwechsel-störungen, Diabetes oder Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt stecken.

Schwindel vorbeugen! Bringe deinen Kreislauf in Schwung

Wem beim Aufstehen oder nach dem Bücken leicht schwindelig wird, kann einen zu niedrigen Blutdruck haben. Zudem können Wetterwechsel den Kreislauf belasten. Auf Schwankungen reagiert das vegetative Nervensystem nämlich sensibel. Wir geraten aus der inneren Balance. Dagegen hilft nur, den Kreislauf fit zu machen.

Sport muss sein

Runter von der Couch und ab zum Sport. Zwei bis  drei Mal pro Woche für 20 bis 30 Minuten leichten Ausdauersport wie Walken, Radfahren oder Schwimmen betreiben.  Das trainiert den Kreislauf.

Tägliche Spaziergänge

Und zwar bei jedem Wetter. Einfach passend kleiden  und die Temperaturunterschiede genießen. Bei Kälte ziehen sich nicht nur die Blutgefäße direkt unter der Haut zusammen, sondern auch die im Körperinnern. Zurück im Warmen erweitern sie sich wieder. Ein hervorragendes Kreislauf-Training.

Sauna oder Wechselduschen

Gehe am besten ein Mal pro Woche in die Sauna (wenn ärztlich erlaubt). Die heiß-kalten Wechselreize trainieren den Kreislauf. Wer unter morgendlichem Schwindel leidet, sollte den Tag mit warm-kalten Wechselduschen beginnen.

Viel Wasser trinken

Schwindelgefühle verschwinden oder bleiben häufig ganz aus, wenn du reichlich trinkst. Du verhinderst damit eine Eindickung des Blutes, die zum Druckabfall führt. Vor allem Menschen die ohnehin einen eher niedrigen Blutdruck haben, sollten täglich zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Am besten Wasser oder ungesüßte Kräutertees. Der Grund: Der Blutdruck pendelt von allein auf normal ein, zudem kann der Körper die Abfallprodukte des Stoffwechsels besser ausscheiden.

Vollkornprodukte essen

Zum einen sind sie fettarm. Das ist gut, denn für fettes Essen braucht der Körper viel Energie bei der Verdauung. Mit dem Ergebnis, dass man müde wird und der Kreislauf schneller schlapp macht. Zum anderen enthalten sie neben vielen Ballaststoffen auch Stärke. Zusammen sorgen sie im Körper für einen  gleichmäßigen Blutzuckerspiegel.

Viel Obst und Gemüse

Auch hierfür gibt es gleich zwei Gründe. Erstens sind Obst und Gemüse herrlich kalorienarm. Eine prima Erleichterung für den Stoffwechsel und damit auch den Kreislauf. Zweitens ist unser Körper zwar mit Kalorien meist  gut versorgt, doch an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen besteht oft ein Mangel. Dadurch verschlechtert sich im Körper die elektrischen Spannungsverhältnisse in den Zellmembranen ungünstig.  Hier hilft der gezielte Griff zu Obst und Gemüse. Am besten pro Tag insgesamt 300 g bis 600g.

3 natürliche Helfer: Sie bringen deine Durchblutung auf Trab

Knoblauch: Frisch gepresster Knoblauchsaft wirkt langfristig gegen Durchblutungs-störungen im Gehirn, weil er die Blutgefäße von Ablagerungen frei hält.

Gingko: Die Blätter des Gingko-Baumes wirken ebenfalls fördernd auf die Durchblutung. Gingko kann man als Tee trinken oder zu Fertigpräparaten (möglichst hoch dosiert) greifen.

Rosmarin: Häufig wird Schwindel durch zu niedrigen Blutdruck verursacht. Hier kann Rosmarin helfen. Dazu täglich 2 bis 3 Tassen Rosmarin-Tee trinken. Auch gut: Ein Unterarmbad mit Rosmarin-Tropfen. Nicht am Abend anwenden!

Was du gegen die häufigsten Schwindel-Arten tun kannst

LAGERUNGSSCHWINDEL

Er ist mit Abstand der häufigste Schwindel und kann bei Lageveränderungen des Körpers wie  Aufstehen, plötzlichem Umdrehen, raschem Hinlegen oder schnellen Kopfbewegungen auftreten.  Er lässt sich gut selbst behandeln.

Was du dagegen tun kannst: Setze dich auf ein Bett. Kopf um 45° nach rechts drehen und rasch auf den Rücken legen. 30 Sekunden warten. Kopf auf die linke Seite drehen. Wieder 30 Sekunden warten. Jetzt aufsetzen, Füße sollen den Boden berühren. Mehrmals täglich wiederholen, bis kein Schwindel mehr auftritt.

DREHSCHWINDEL

Plötzlich kommt ein Gefühl auf, als ob Sie Karussell fahren. Es kann sogar leichte Übelkeit einsetzen.

Was du dagegen tun kannst: Bringe ein Blatt mit einem deutlich sichtbaren Kreuz oder Punkt in 1 bis 1 ½ Metern Abstand vom Drehstuhl und in Augenhöhe an einer Wand an. Setze dich auf den Drehstuhl. Eine zweite Person dreht den Stuhl mit dir 10x links, anschließend 10x rechts herum. Du versuchst, bei jeder Drehung den Punkt „einzufangen“ und möglichst lange zu fixieren. Dabei darf und soll der Kopf rasch gedreht werden. Vorbeugend trainieren so auch Ballett-Tänzer und Astronauten.

SCHWANKUNGSSCHWINDEL

Vor allem älteren Menschen fällt es häufig schwer, ganz gerade zu laufen und dabei nicht zu schwanken.

Was du dagegen tun kannst: Die Standfestigkeit lässt sich trainieren, indem du dich sich zwischen einen Türrahmen stellst. Bei Unsicherheit kannst du dich daran abstützen. Nun abwechslnd auf ein Bein stellen, das andere leicht anheben. 10 bis 15 Sekunden verharren. Bein wechseln. Übung 8 bis 10 mal wiederholen.

Oder: Fest gerolltes Handtuch als Achse nutzen. Brett darüber legen. Mit leicht geöffneten Beinen darauf stellen, stehend in alle Raum-Ebenen  kippen und dabei die Balance halten. Bewusst auf die beteiligten Muskeln achten. 3x täglich für 2 bis 3 Minuten.

HÖHENSCHWINDEL

Schwindel in großer Höhe oder vor einem Abgrund ist eine normale, optisch ausgelöste Stand- und Bewegungsunsicherheit. Bei wie vielen Metern Höhe er aufkommt, ist von Mensch zu Mensch verschieden.

Was du dagegen tun kannst:

* Stabilisiere deinen Körper, indem du dich bewusst festhälst, anlehnst oder sogar hinsetzt.

* Suche dir mit den Augen einen nahe liegenden Punkt oder Gegenstand. Fixiere ihn für ein paar Sekunden. Blicke erst dann wieder in die Tiefe.

* Gehe möglichst von der Kante weg. Schon ein paar Zentimeter „Barriere“ vertreiben den Höhenschwindel zumeist.

* Auf Bergen oder in Hochhäusern nicht durch ein Fernglas schauen und auch nicht vorbei ziehende Wolken beobachten.

Wann du bei Schwindel zum Arzt solltest!

Schwindel selbst ist keine Krankheit, kann aber ernste Ursachen haben. Daher solltest du Schwindel, wenn er regelmäßig auftritt oder sehr intensiv von dir empfunden wird, unbedingt von einem Arzt abklären lassen.

Zum Arzt solltest du auch, wenn…

  • … Sehstörungen dazu kommen,
  • … Herzmedikamente eingenommen werden bzw. eine Herzerkrankung besteht,
  • … Bluthochdruck besteht,
  • … Drehschwindel von Ohrengeräuschen und Hörminderung begleitet werden,
  • … neben dem Schwindel auch Sprech- oder Bewegungsstörungen der Arme und Beine auftreten,
  • … psychische Erkrankungen vorliegen.

ist Diplom-Journalistin und hat ein Staatsexamen in Psychologie. Die alleinerziehende Mutter war viele Jahre Mitglied der Chefredaktion großer deutscher Frauenzeitschriften. Derzeit ist die überzeugte Vegetarierin, freie Autorin und findet die besten Ideen auf Spaziergängen mit ihrem Hund Quadriga.

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