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Sanfte Kügelchen: Die beste Homöopathie fürs Büro!
Sanfte Kügelchen: Die beste Homöopathie fürs Büro!

Quelle: freestockpro.com

Arbeit - Gesundheit

Sanfte Kügelchen: Die beste Homöopathie fürs Büro!

Homöopathie gilt als besonders sanfte Heilmethode. Ihre Wirksamkeit ist zwar bis heute nicht wissenschaftlich bewiesen. Dennoch hilft sie vielen Menschen schon lange. Hier kannst du lesen, wie die kleinen Kügelchen hergestellt werden und welche der Globuli du im Büro griffbereit haben solltest.

Mit der Stadt Meißen verbinden die meisten Deutschen die Ursprungsstätte für weißes Porzellan. Doch noch ein anderer weißer Schatz hat dort seinen „Geburtsort“. Vor über 200 Jahren wurde in Meißen nämlich vom Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843) die Homöopathie entwickelt. Bis heute werden die kleinen weißen Kügelchen (Globuli) streng nach seinem Verfahren hergestellt. Stufenweise werden die pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Ausgangsstoffe von Hand mit einem Alkohol-Wasser-Gemisch verschüttelt oder mit Milchzucker verrieben. Der Fachmann spricht vom Potenzieren. So entstehen nach und nach Lösungen, die rechnerisch ab der Potenz D23 (also 23 Verdünnungsschritte) kein einziges Wirkstoffmolekül mehr enthalten. Für die Selbstmedikation geeignet sind Mittel im Verdünnungsbereich 1:10 – hier spricht man dann von D-Potenzen.

Zurück zu Hahnemann und seiner Heilmethode: Sie beruht auf dem Prinzip „Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“. So hilft etwa die Übelkeit verursachende Brechnuss bei Übelkeit und Bienengift bei Insektenstichen. Über 3000 homöopathische Arzneimittel gibt es. Für die Behandlung von Alltagsbeschwerden reichen aber deutlich weniger.

Die 7 wichtigsten Globuli für deine Büro-Apotheke

Stirn- und Schläfenkopfschmerz – Bryonia D12: Die rotbeerige Zaunrübe wird bei Beschwerden eingesetzt, die „schleichend“ beginnen wie z.B. erkältungsbedingter, dumpf drückender Kopfschmerz oder auch bei trockenem, schmerzhaften Husten. Dosierung: Anfangs 5 Globuli stündlich. Setzt Besserung ein, noch 3 x 5 pro Tag.

Magenbeschwerden und Blähungen – Chamomilla D12: Die echte Kamille ist schon seit der Antike als Heilpflanze bekannt. Sie hilft bei krampfartigen Magenbeschwerden und Blähungen, gegen Reizbarkeit oder PMS.
Dosierung: Anfangs jede Stunde 5 Globuli, bei Besserung nach Bedarf niedriger dosieren.

Gereizte Augen – Euphrasia D12: Die passenderweise Augentrost genannte Pflanze hilft bei tränenden, gereizten und geröteten Augen wie etwa nach langer Computerarbeit. Sie hilft aber auch bei Schnupfen mit wässrigem Sekret.
Dosierung: Hier am besten homöopathische Augentropfen nehmen. Anfangs 5 Tropfen pro Auge und Stunde, bei nachlassenden Bewerden die Intervalle verlängern.

Stress und Übelkeit– Nux vomica D12: Die sogenannte Brechnuss hilft in Stress-Zeiten, aber auch bei Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen oder Kopfschmerz nach Alkoholgenuss. Vor allem Menschen, die gereizt und nervös sind, sollten dazu greifen. Achtung: Bis D3 ist Nux vomica verschreibungspflichtig. Denn der Samen der Brechnuss enthält Strychnin.
Dosierung: Anfangs 3 x täglich 2-4 Kügelchen, danach verringerte Dosierung nach Bedarf .

Erschöpfung und Schwindel – Cocculus D12: Verwendet werden die Kockelskörner (getrocknete Früchte) des Cocculus-Strauches. Es hilft bei Erschöpfung und daraus resultierendem Schwindel, aber auch bei Magenkrämpfen, Reisekrankheit, Schlafmangel oder diversen Beschwerden in Folge von Überarbeitung. Dosierung: Anfangs 3 x 2-3 Globuli pro Tag bis Besserung eintritt.

Rückenschmerzen und Muskelkater – Rhus toxicodendron D12: Der Giftsumach ist ein wichtiges und vielseitiges Mittel bei allen Beschwerden des Bewegungsapparates wie Rückenschmerzen, Hexenschuss, Ischiasbeschwerden und rheumatischen Beschwerden. Kommt auch bei Hautausschlägen zum Einsatz. Dosierung: Alle 2 Stunden 2-4 Globuli bis eine nachhaltige Besserung eintritt.

Schwere Beine und Venenleiden – Hamamelis D12: Wird aus der Rinde und Wurzelhaut der sogenannten Zauberhasel hergestellt und hilft bei schweren Beinen durch venöse Stauungen, Schweregefühl der Beine, bei Krampfadern, aber auch bei Hämorrhoiden. Dosierung: Anfangs stündlich 5 Globuli, bei Besserung langsam reduzieren.

Hinweis! Bei ernsthaften oder chronischen Erkrankungen sollte der Betroffene aber grundsätzlich zum Arzt oder Therapeuten gehen.

7 weitere sanfte Helfer aus der Naturheilkunde bei typisch weiblichen Beschwerden

Wenn du bei Homöopathie eher skeptisch bleibst – ihre Wirkung ist schließlich durchaus umstritten – dann vertraue doch einfach den Heilkräften aus der Natur. Es gibt sehr viele und in der Praxis bewährte Kräuter, die dir als Frau bei diversen körperlichen Beschwerden helfen können. Hier mal eine kurze Übersicht für dich.

Frauenmantel bei Kopfschmerzen: Helfer sind Belladonna (als Kügelchen aus der Apotheke), Tropfen aus Gelsinium, Zyklamen und Asarum Europeum. Aber auch der Frauenmantel als Tee oder Tinktur. Die Blätter und Blüten dieses Rosengewächses enthalten Stoffe, die auch bei Menstruationsschmerzen, Durchfall sowie Entzündungen im Mund- und Rachenraum wirksam helfen. Bei akuten Beschwerden helfen täglich 3 – 4 Tassen Frauenmanteltee. Lege dir bei Kopfschmerzen zusätzlich eine Meerrettichkompresse in den Nacken. Alternativ kannst du auch Stirn und Schläfen mehrmals täglich mit Veilchensalbe einreiben.

Hirtentäscheltee bei starker Menstruation: Bei sehr starker Regelblutung kann es zu Eisenmangel und Blutarmut (Anämie) kommen. Hier helfen dir Mischungen aus Colocinthis, Magnesium, Kamille, Gelsenium und Bassiflora. Den Blutverlust kann Hirtentäschel verringern. Bei einer sehr starken Periode täglich 3 bis 4 Tassen Hirtentäscheltee trinken. Eine ähnliche Wirkung hat auch die Scharfgarbe.

Taubnessel bei unregelmäßiger Periode: Eine unregelmäßige Menstruation mit Unterleibskrämpfen kann mit der Taubnessel behandelt werden. Der Tee wird aus den getrockneten Blüten der Pflanze hergestellt und sollte über einen längeren Zeitraum 1 bis 3 mal pro Tag getrunken werden. Sehr gut ist auch Mönchspfeffer. Du solltest es täglich über sechs Monate nehmen, damit sich der Zyklus einpendelt. Als Tee oder Fertigarznei reguliert diese Pflanze sanft den weiblichen Zyklus und hilft auch bei prämenstruellen Beschwerden (PMS-Syndrom).

Melisse bei Wechseljahrsbeschwerden: In der Phase der Wechseljahre leiden viele Frauen unter Hitzewallungen, Schweißausbrüchen und Unterleibsbeschwerden. Dazu kommen meist Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit und Müdigkeit. Die Natur bietet dagegen sogar eine ganze Reihe von Mitteln. Betroffene Frauen sollten zu Melisse, Sepia oder Mönchspfeffer greifen. Die Melisse hat eine beruhigende, kreislaufstabilisierende und milde östrogenhaltige Wirkung. Bei akuten Beschwerden oder als Langzeittherapie solltest du täglich 3 – 4 Tassen Melissentee trinken. Bei Hitzewallungen hat sich zudem Traubensilberkerze bewährt. Rotklee (Isoflavon) sorgt für ein besseres Allgemeinbefinden.

Baldrian bei Schlafproblemen: Bekannt für ihre schlaffördernde Wirkung sind Tees oder Arzneimittel mit Baldrianwurzel, Melisse, Hopfen & Passionsblume. Bei psychischen Problemen empfiehlt sich Johanniskraut als Zusatz. Ferner können dir alte Hausmittel helfen. Z.B. vor dem Schlafengehen eine heiße Milch mit Honig trinken oder ein Fuß- bzw. Vollbad nehmen. Verzichte zudem auf den Mittagsschlaf, gehe nicht zu früh schlafen und achte darauf, möglichst immer zur gleichen Zeit aufzustehen. Am Abend keine fetten oder scharf gewürzten Speisen essen. Die Abend- Mahlzeit sollte spätestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen erfolgen.

Lauwarmes Wasser gegen Verstopfung: Meist hilft schon viel Bewegung und ausreichendes Trinken (2-3 Liter pro Tag). Sehr zu empfehlen ist es auch, gleich nach dem Aufstehen ein Glas lauwarmes Wasser zu trinken, um den Darm anzuregen. Zudem kannst du eine leichte Bauchdeckenmassage ausprobieren(vom rechten Unterbauch den Darm bis zum linken Unterbauch massieren), und deine Ernährung hin zu ballaststoffreicher Kost umstellen. Diese sollest du in mehreren kleinen statt in wenigen großen Mahlzeiten einnehmen. Auch wenn es schwer fällt: Auf Zucker und Süßigkeiten möglichst verzichten.

Kümmel bei Blähungen: Würze deine Speisen mit Kümmel, Dill oder Bohnenkraut. Die darin enthaltenen Gerbstoffe verhindern Blähungen. Auch gut ist Pfefferminztee bzw. eine Mischung aus Fenchel, Anis , Kümmel und Pfefferminze. Neben Bitter- und Gerbstoffen enthält die Pfefferminze auch Flavonoide, Vitamin B und Enzyme. Täglich 3 bis 6 Tassen Pfefferminztee trinken. Keine Teebeutel! Hier stecken zu wenig ätherische Öle drin. Wer keinen Tee mag, kann auch zu Dragées/ Tropfen (Apotheke) mit Pfefferminz- und Kümmelöl, bitterer Schleifenblume, Kamille oder Melisse greifen. Je nach individueller Ausprägung können zudem homöopathische Mittel helfen, z.B. Präparate wie Colocynthis, Staphisagria, Arsenicum album, Belladonna, Chamomilla, Nux vomica, Carbo vegetabilis oder Lycopodium. Dazu solltest du aber einen ausgebildeten Heilpraktiker aufsuchen.

Erlebnisbericht: Wie mich ein Tinnitus von meiner Skepsis gegenüber der Naturheilkunde befreite – und sie mich vom Tinnitus…

Vor ein paar Jahren erlitt ich einen sehr starken und schmerzhaften Hörsturz (Tinnitus). Vom HNO-Arzt bekam ich dagegen Tabletten verschrieben. Die müssen echte „Hämmer“ gewesen sein, denn mir wurde immer übel davon. Nach einer Woche ohne Besserung wurde die Dosis nochmals erhöht. Leider ohne echte Besserung meines Hörsturzes. Nach drei Wochen meinte der HNO-Arzt, er sei nun am Ende seiner Möglichkeiten und ich müsse mich mit den Pfeifgeräuschen im Ohr abfinden. Das wollte ich aber nicht. Eine Freundin empfahl mir eine Heilpraktikerin. Was hatte ich zu verlieren? Außer meiner Skepsis hinsichtlich der Naturheilkunde vielleicht? Was mich zuerst verblüffte, war die ungewöhnlich ausführliche Anamnese. Ich sah zwar nicht auf die Uhr, aber sie dauerte weit über eine Stunde. So etwas hatte ich beim Schulmediziner noch nie erlebt. Da blieb meist nicht mehr als zwei, drei Minuten, um mein gesundheitliches Problem zu schildern. Bei der Heilpraktikerin dagegen erfuhr ich eine sehr individuelle Zuwendung und eine ganzheitliche Betrachtung meiner Ohrgeräusche. Dieses Verständnis und die ausgedehnte Kommunikation mit mir waren sehr wohltuend. Ich fühlte mich endlich gut aufgehoben. Allerdings war ich dann doch einigermaßen verblüfft, als ich lediglich ein Tütchen mit kleinen weißen Kügelchen – Homöopathie – mit nach Hause bekam. Dazu der Hinweis, dass sich die Symptome am ersten Tag wohl noch verstärken werden – was sie auch prompt taten. Außerdem sollte ich keinen Pfefferminztee trinken. Meine Skepsis kehrte zurück. Aber ich wollte erst einmal eine Nacht darüber schlafen. Am anderen Morgen erwachte ich – ohne jegliches Geräusch im Ohr. Na nicht ganz, ich hörte meinen Freund leise schnarchen. Aber mein Tinnitus hatte sich buchstäblich verflüchtigt. Und er kam auch nie wieder.


ist Diplom-Journalistin und hat ein Staatsexamen in Psychologie. Die alleinerziehende Mutter war viele Jahre Mitglied der Chefredaktion großer deutscher Frauenzeitschriften. Derzeit ist die überzeugte Vegetarierin, freie Autorin und findet die besten Ideen auf Spaziergängen mit ihrem Hund Quadriga.

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