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9 Strategien gegen Mobbing auf der Arbeit
9 Strategien gegen Mobbing auf der Arbeit

Quelle: Eric Ward / Unsplash

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9 Strategien gegen Mobbing auf der Arbeit

Am 22. Februar findet der weltweite „Behaupte –Dich-Gegen-Mobbing

Am 22. Februar findet der weltweite „Behaupte –Dich-Gegen-Mobbing“-Tag statt an dem wir alle deutlich machen sollten, dass wir Mobbing nicht unterstützen, sondern gegen Mobbing am Arbeitsplatz eintreten. Aus Solidarität mit Mobbing-Opfern tragen viele Mobbing-Gegner (besonders Frauen), am 22. Februar ein pinkes T-Shirt und demonstrieren diesem Tag vor Schulen, Unternehmen, Organisationen und öffentlichen Einrichtungen gegen Mobbing.

Mehr als eine Million Arbeitnehmer sollen über einen längeren Zeitraum systematischen „feindlichen Angriffen“, kurz „Mobbing“ durch Kollegen oder Vorgesetzte ausgesetzt sein. Mehr als 70 Prozent davon sind Frauen. Betroffene, die gedemütigt, ausgeschlossen oder lächerlich gemacht werden, müssen sich wehren, sonst werden sie krank, verlieren das Selbstwertgefühl und die soziale und berufliche Stabilität.

Wir haben die neun besten Strategien zusammengestellt, wie sich Betroffene gegen Mobbing im Job wehren können.

Tipp 1 – Nicht jeder Streit ist gleich Mobbing

In jeder Firma gibt es mal Streit unter Kollegen und nicht jede Meinungsverschiedenheit ist gleich Mobbing. Ist eine Auseinandersetzung oder eine Diskussion nach einigen Tagen vergessen, sollte man nicht immer wieder davon beginnen und auch mal eine „Kröte“ runterschlucken.

Tipp 2 – Missverständnisse sofort aufklären

Oft sind Missverständnisse der Beginn von Mobbing. Wer eine Bemerkung oder Kritik als unpassend oder unfair empfindet, die ein Kollege oder ein Vorgesetzter immer wieder macht, sollte dies offensiv ansprechen und darum bitten, es künftig zu unterlassen. War die Bemerkung nicht so gemeint, wie man es aufgefasst hat, kann man das Missverständnis aufklären.

Tipp 3 – Nicht zum Opfer machen lassen

Bei den ersten Anzeichen, dass ein Kollege oder der Vorgesetzte immer wieder unberechtigte Kritik übt oder sich über jemanden lustig macht bzw. ihn schneidet, sollten sich Betroffene sofort an den Betriebsrat wenden oder sich einem Kollegen anvertrauen. Das wichtigste ist: Betroffene dürfen sich nicht zum Opfer machen lassen und das tun sie, wenn sie schweigen. Denn: Wenn Hilflosigkeit und Anspannung wachsen, ist das der Beginn eines Teufelskreises.

Tipp 4 – Keine Übernahme von zusätzlichen Arbeitsaufgaben

Mitarbeiter, die gemobbt werden, machen oft einen entscheidenden Fehler. Sie signalisieren dem Chef oder dem Kollegen, dass sie zusätzlich Arbeit übernehmen, weil sie damit rechnen, dass sie dann weniger gemobbt werden. Doch das ist fatal, denn es bewirkt das Gegenteil. Wird dem Betroffenen mehr Arbeit übertragen, steigt die Fehlerquote und das führt am Ende vielleicht sogar zu einer Abmahnung.

Tipp 5 – Mit Kollegen zusammenschließen

Wer Mobbing ausgesetzt ist, sollte sich mit Kollegen verständigen und zusammenschließen, die ebenfalls – ab und zu oder regelmäßig – von Mobbing betroffen sind oder die besonders selbstbewusst sind. Das Motto lautet: Gemeinsam sind wir stark. Der Austausch über die „Mobbing-Strategien“ von Mobbern kann helfen, dagegen vorzugehen.

Tipp 6 – Mobbing-Tagebuch führen

Mobbing verläuft oft subtil ab, deshalb hilft ein Mobbingtagebuch. Denn wer gegen Mobbing vorgehen möchte, muss nachweisen, wie er gemobbt wurde und zu welchen Gelegenheiten. Werden die „Angriffe“ exakt mit Tag, Uhrzeit, Zeugen, dem Mobbingvorgang dokumentiert, ist der Beweis leichter zu führen. Für die spätere Beweisführung ist es auch wichtig, die eigenen Empfindungen aufzuschreiben und wie das Mobbing das eigene Leben beeinträchtigt hat.

Tipp 7 – Aufgaben dokumentieren

Wir die Arbeitsleistung eines Mobbingopfers ständig und ungerechtfertigt kritisiert, sollte der Betroffene seine Arbeit dokumentieren. In der Übersicht kann stehen, dass er die Aufgaben fristgerecht und in der geforderten Qualität erledigt hat. Gut wäre auch, wenn sich Kollegen fänden, die das bezeugen können.

Tipp 8 – Gespräch mit Arbeitgeber und Antidiskriminierungsstelle

Wer von Kollegen gemobbt wird, sollte das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen und ihn um Klärung bitten. Er muss Mobbing sehr ernst nehmen und unterbinden. In vielen Firmen gibt es inzwischen Antidiskriminierungsstellen, an die sich Mobbingopfer wenden können. Existiert ein Betriebsrat, ist auch der ein guter Ansprechpartner.

Tipp 9 – Beschwerden von einem Arzt dokumentieren lassen

Die Mobbingopfer leiden nicht nur unter seelischen Problemen, sie werden oft auch körperlich krank. Deshalb ist die Untersuchung durch einen Arzt des Vertrauens, die Dokumentation von Beschwerden, eventuelle Arbeitsunfähigkeiten oder Therapien enorm wichtig, um später Schadenersatz oder Schmerzensgeld durchsetzen zu können.


Betty arbeitet als freie Journalistin und ist Herausgeberin im Verlag Berliner Journalisten. Im Ullstein-Verlag veröffentlichte sie drei Sachbücher zu den Themen Europa, Verbraucherrecht und der Gleichstellung allein erziehender Mütter.

  1. Ein sehr guter Bericht!

    12 September

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