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Wie aus einer anderen Zeit – 6 alte Berufe mit super Zukunftsaussichten (Teil II)

Wie aus einer anderen Zeit - 6 alte Berufe mit super Zukunftsaussichten (Teil II)

Quelle: Pixabay

 
Manches alte Handwerk hat Jahrhunderte überlebt und ist heute zu Unrecht aus dem Blick junger Leute geraten. Denn was mittelalterlich erscheint, ist es oftmals gar nicht. Einige historische Berufe werden bis heute geschätzt und gebraucht. Manche erleben sogar eine Renaissance. Hier ein zweiter Überblick über einige nostalgische Ausbildungsberufe mit Zukunft.

Manches alte Handwerk hat Jahrhunderte überlebt und ist heute zu Unrecht aus dem Blick junger Leute geraten. Denn was mittelalterlich erscheint, ist es oftmals gar nicht. Einige historische Berufe werden bis heute geschätzt und gebraucht. Manche erleben sogar eine Renaissance. Hier ein zweiter Überblick über einige nostalgische Ausbildungsberufe mit Zukunft.

KORBFLECHTER/IN

Auch diesen sehr alten Handwerksberuf gibt es noch. Heute heißt er allerdings Flechtwerkgestalter/in. Und wie es die Bezeichnung bereits verrät, stellen sie nach vorgegebenen oder selbstgefertigten Entwürfen ganz unterschiedliche Flechtwerke her. Je nach Schwerpunkt fertigen sie Korbwaren, Flechtmöbel oder Flechtobjekte. Sie bereiten die Flechtmaterialien auf, schneiden sie zu und biegen sie bei Bedarf. Anschließend flechten sie in Handarbeit die bearbeiteten Materialien zum gewünschten Objekt. Mitunter behandeln sie anschließend die Oberflächen: Flechtmöbel beizen und färben sie, die Oberflächen von Flechtob­jekten behandeln sie im Hinblick auf Gestaltung, Beanspruchung und Brandschutz z.B. mit Lacken, Wachsen oder Ölen. Schließlich lagern sie die Produkte fachgerecht, bereiten sie zur Auslieferung vor und verladen sie.

Ausbildungssteckbrief: 3 Jahre duale Ausbildung, für die rechtlich keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben ist. Neben handwerklichem Geschick sind auch Kreativität und Sinn für Ästhetik – also gute Noten in Kunst – gefragt. Die recht geringe Ausbildungsvergütung liegt im 1. Jahr bei ca. 320 € und im 3. Jahr dann bei ca. 465 €.

MÄLZER/IN

Ein wohl urtypisch deutscher Beruf. Schließlich verbirgt sich dahinter die Kunst des Bierbrauens. Mälzer/innen (bzw. Brauer/innen) stellen Malz her und brauen daraus dann mit Wasser, Hopfen und Hefe Bier. Dazu setzen sie das Malz mit Wasser an und läutern die entstandene Maische, trennen also die festen von den flüssigen Teilen. Danach kochen sie die Würze, setzen Hopfen bzw. Hopfenextrakt zu, kühlen sie und lassen sie gären. Am Ende filtern sie das Bier und füllen es in Flaschen, Fässer oder Dosen. Neben verschiedenen Biersorten stellen sie auch Biermischgetränke und alkoholfreie Getränke her. Da die Herstellungsvorgänge weitgehend automatisiert sind, bedienen und überwachen sie  hauptsächlich Maschinen und computergesteuerte Anlagen, die sie auch reinigen und warten. Im Bereich Gastronomie-Bedarf beraten sie Kunden über Produkte und Schankanlagen, installieren Anlagen und übergeben sie dem Betreiber.

Ausbildungssteckbrief: 3 Jahre duale Ausbildung in Industrie und Handel sowie im Handwerk. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Azubis mit Hochschulreife, also Abitur ein. Wichtig sind gute Noten in Chemie, Biologie und Mathe. Die Ausbildungsvergütung beträgt im 1. Ausbildungsjahr bis zu 830 € und im 3. Jahr dann bis zu 1101 €.

BUCHBINDER/IN

Wer sich für diesen anspruchsvollen Ausbildungsberuf entscheidet, sollte ein Abitur in der Tasche haben. Denn von angehenden Azubis wird meist Hochschulreife verlangt. Buchbinder/innen gestalten buchbinderische Erzeugnisse in Einzel-, Sonder- oder maschineller Fertigung. Sie reparieren aber auch Bücher und führen Sonderanfertigungen mit individuellen Vergoldungen, Einfassungen oder Applikationen aus. Auch verstärken und überziehen sie Pläne, Landkarten, Fotos oder Bilder, rahmen diese ein oder stellen Passepartouts her. Sie bestimmen Material und Arbeitsabläufe und überwachen zudem die Produktion von Büchern.
Ausbildungssteckbrief: 3 Jahre duale Ausbildung, meist ist Hochschulreife (Abitur) erwünscht, Gehalt ab 366 € im 1. Ausbildungsjahr bis zu 506 € im 3. Jahr.

JÄGER/IN

Für den Abschuss auf „Bambis“ lauern? Damit hat der Beruf des Jägers – heute Revierjäger/in genannt –  so gar nichts gemein. Wenn ein/e Revierjäger/in heute tatsächlich in einen Hochsitz klettert, dann geht es meist ums Gucken, nicht ums Schießen. Denn sie bewirtschaften nach jagdrechtlichen Vorschriften ein Jagdrevier. Und dazu gehören Aufgaben wie der Erhalt  des Hoch-­ und Niederwildbestandes, das Anlegen von Äsungsflächen, der Schutz vor Wilderern, das Versorgen von Winter-Futterstellen etc. Gejagt wird nur, um den Wildbestand zu regulieren. Später arbeitet man in Jagd- und Forstverwaltungen bzw. –betrieben.
Ausbildungssteckbrief:  3 Jahre duale Ausbildung, mittlerer Bildungsabschluss erforderlich, Gehalt ab 530 € im 1. Ausbildungsjahr und bis zu 730 € im 3. Lehrjahr.

SCHÄFER/IN

Heute wird dieser Ausbildungsberuf als Tierwirt/in mit Fachrichtung Schäferei bezeichnet – ein anspruchsvoller und vielseitiger Beruf. Sie  züchten z.B. Qualitätstiere für die Vermehrung, halten Schafe für die Gewinnung von Fleisch, Milch und Wolle, sie versorgen und füttern Schafe, ziehen Jungtiere auf und pflegen kranke Tiere. Sie müssen scheren, melken und schlachten können. Für das Hüten einer Herde bilden sie Hunde aus. Bei Koppelhaltung bauen sie Koppeln und erstellen Weidepläne. Durch die Beweidung leisten sie wichtige Landschaftspflege. Später arbeitet man meist selbständig z.B. in Guts- oder Wanderschäfereien.
Ausbildungssteckbrief: 3 Jahre duale Ausbildung, mittlerer Bildungsabschluss bzw. Hauptschulabschluss erwünscht, Gehalt ab ca. 530 € im 1. Ausbildungsjahr und bis zu ca. 730 € im 3. Lehrjahr.

SCHUSTER/IN

Auch hier gibt es natürliche eine aktuelle Berufsbezeichnung – die des Schuhmachers bzw. der Schuhmacherin. Aber bis heute stellen sie hauptsächlich Maßschuhe her, z.B. Ballerinas, Pumps, Halbschuhe… Dafür wird an den Füßen der Kunden Maß genommen. Diese Maße übertragen sie später auf ein hölzernes Modell (Leisten) und richten dieses auf die passende Form und Größe zu. Anhand der Leisten zeichnen sie Schnittmuster, mit denen sie die einzelnen Schuhbestandteile aus dem gewählten Material schneiden. Sie steppen das Schuhoberteil (Schaft) mit dem Innenfutter zusammen und verbinden es mit dem Bodenteil. Auch Sohlen und Absätze bringen Schuhmacher/innen an. Sie reparieren zudem defektes Schuhwerk, z.B. tauschen sie Sohlen aus. Dafür brauchen sie handwerkliches Geschick.
Ausbildungssteckbrief: 3 Jahre duale Ausbildung, in der Praxis werden Azubis mit Hauptschulabschluss bis hin zur Hochschulreife (Abitur) eingestellt, Gehalt von ca. 280 € im 1. Ausbildungsjahr bis hin zu ca. 535 € im 3.Ausbildungsjahr.

Weitere Infos: Diese und hunderte andere Berufe werden ausführlich unter www.planet-beruf.de vorgestellt


ist Diplom-Journalistin und hat ein Staatsexamen in Psychologie. Die alleinerziehende Mutter war viele Jahre Mitglied der Chefredaktion großer deutscher Frauenzeitschriften. Derzeit ist die überzeugte Vegetarierin, freie Autorin und findet die besten Ideen auf Spaziergängen mit ihrem Hund Quadriga.

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  1. Frank

    2 November

    Hallo Guten Abend ! …Bitte wer ist Silvia ? Betreiberin der Webseite ? … “
    Sylvia

    ist Diplom-Journalistin und hat ein Staatsexamen in Psychologie. Die alleinerziehende Mutter war viele Jahre Mitglied der Chefredaktion großer deutscher Frauenzeitschriften. Derzeit ist die überzeugte Vegetarierin, freie Autorin und findet die besten Ideen auf Spaziergängen mit ihrem Hund Quadriga. oder Autorin https://women-at.work/wie-aus-einer-anderen-zeit-6-alte-berufe-mit-super-zukunftsaussichten-teil-ii/ ? Ich wollte mich für den Newsletter anmelden,leider funktioniert das Captcha nicht ? Können Sie mich bitte extern in den Newsletter eintragen ? herzlichen Dank !

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