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Neues Jahr, neuer Job: 10 goldene Regeln für die ersten 100 Tage
Neues Jahr, neuer Job: 10 goldene Regeln für die ersten 100 Tage

Quelle: Jessica Thames

Arbeit

Neues Jahr, neuer Job: 10 goldene Regeln für die ersten 100 Tage

Die Beschäftigungssituation in Deutschland ist so gut wie zuletzt vor
25 Jahren. Qualifizierte Arbeitskräfte sind weiter gefragt – vor allem bei Unternehmensdienstleistern. Häufig beginnen neue Arbeitsverhältnisse im Januar. Wenn auch du jetzt einen neuen Job antrittst, solltest du in den ersten100 Tagen zwar richtig „Gas“ geben, aber auch einige goldene Regeln beachten.

Im Schnitt wechseln Arbeitnehmer heute alle zwei bis drei Jahre in einen neuen Job – intern oder extern, besonders häufig zum Jahresbeginn oder in der Jahresmitte. Doch nur noch sehr selten werden die Neuen buchstäblich mit Blumen begrüßt. Sei also darauf gefasst, zunächst einmal einen schweren Stand zu haben –  deinen Platz im Team musst du dir erst „erobern“ und die neuen Kollegen (nicht nur den Chef) an dich gewöhnen. Neulinge stehen immer unter besonderer Beobachtung und müssen sich möglichst schnell bewähren. Sicherlich keine einfach Situation. Aber sie ist durchaus zu meistern. Du musst nur einige ganz grundsätzliche Dinge beachten (siehe „Die wichtigsten Regeln für Frischlinge“).

Mache dir gleich zu Beginn bewusst, dass du zwar hoch motiviert und mit viel Fachwissen sowie frischen Ideen ins Team kommst, dafür fehlen dir  jedoch Kenntnisse der Unternehmenskultur, über betriebliche Abläufe und Hierarchien. Sei Sie darauf gefasst, dass du nicht alle „Klippen“ sofort erfolgreich „umschiffen“ und auch Fehler machen wirst. Damit du die Probezeit erfolgreich meisterst, solltest du folgende zehn Regeln grundsätzlich beherzigen.

Die 10 wichtigsten Regeln für „Frischlinge“

Insider-Wissen beschaffen: Sammle vorab so viel Firmenwissen wie möglich. Dafür eignen sich Internet und Intranet, gute Handbücher sowie – wenn vorhanden – Mitarbeiter-Zeitschriften als gute Info-Quellen. Für den Neuen geht es darum, sich möglichst schnell ein Insider-Wissen über das Unternehmen anzueignen. Ist das von außen nicht oder nur bedingt möglich, hilft nur das Gespräch mit den Kollegen.
Kollegen-Kontakt von dir aus suchen: Einen guten „Draht“ zu den Kollegen aufzubauen, ist fast überlebenswichtig. Dennoch geht es hier nicht um offenkundiges Anbiedern. Suche auf „leisen Sohlen“ das Gespräch mit den Kollegen. Nutze dafür ruhig die Kaffee- oder Mittagspausen. Schicke als Neuling keine Sammel-E-Mail zur Begrüßung raus. Stelle dich – auch in größeren Betrieben – am besten immer persönlich vor. Versuche auch, dir die Namen möglichst schnell zu merken.
Keinen Übereifer an den Tag legen: Zeige dich stets motiviert und aktiv, aber mache dich nicht mit Übereifer unbeliebt. Startet die Bürozeit beispielsweise um 8.00 Uhr, dann komme nicht immer schon eine halbe Stunde früher. Sonst bringst du die Kollegen schnell gegen dich auf. Ähnlich verhält es sich übrigens auch mit Überstunden. Du musst als Neue nicht automatisch immer als Letzte gehen.
Respektvolle Neugier statt falscher Zurückhaltung: Wer zurückhaltend, scheu und schüchtern auftritt, wird nicht so bald Punkte sammeln. Nur wer Fragen stellt, seine Mitarbeit anbietet und offen für neue Aufgaben ist, wird Anerkennung ernten. Dabei unbedingt immer Respekt vor der Arbeit der Kollegen zeigen und nicht als Besserwisser auftreten. Schließlich haben die Kollegen meist einen erheblichen Wissensvorsprung.

Alle Chancen nutzen, um sich schnell einzuarbeiten: Sorge dafür, dass du dich möglichst schnell integrierst und einarbeitest. Nutze dafür alle Lernmöglichkeiten, die sich bieten. Wenn es Einführungsveranstaltungen gibt, nimm unbedingt daran teil. Aufmerksamkeit spielt eine große Rolle, mache dir Notizen und wiederhole die neu erarbeiteten Themen für dich noch einmal.
Wer? Wie? Was? Frage ruhig nach – aus eigenem Interesse und um sicher zu gehen, dass du auch wirklich alles verstehst. Keine Angst vor zu vielen Fragen. Du solltest lieber einmal mehr fragen, als Fehler zu begehen. Fragenstellen ermöglicht es dir auch, schneller selbständig zu arbeiten. Du signalisierst so zudem, dass du wirklich interessiert bist.
Immer gute Arbeit leisten: Leiste bei allem, was du anpackst, immer eine gute Arbeit. So erlangst du Vertrauen und einen guten Ruf bei Vorgesetzten und Kollegen. Bitte den Chef und die Kollegen um ein Feedback zu deinen Leistungen. Das zeigt, dass du dich für den Eindruck interessierst, den andere von dir haben. Nimm mögliche Kritik an, ohne gekränkt zu sein. Schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Das wissen auch die anderen. Lerne aus deinen Fehlern. Solltest du Fehler gemacht haben, die andere für dich „ausbaden“ müssen, dann entschuldige dich unbedingt bei der betreffenden Person dafür.
Kollegial genial für dein persönliches Beziehungs-Netz: Zeige dich auch unbedingt Interesse an der Arbeit deiner Kollegen. Frage ruhig nach deren Aufgaben und finde heraus, wie diese Tätigkeiten zu deinem eigenen Job stehen. Das ermöglicht dir, Zusammenhänge  im Betrieb besser zu erkennen und hilft bei der Team-Bildung. Mal ganz abgesehen davon, dass du damit schnell ein persönliches Beziehungs-Netz in der Firma knüpfst.

Offene und unverkrampfte Kontakte zu anderen sind wesentliche Voraussetzungen dafür, um selbst gut und effektiv zu arbeiten.

Ehrlich und selbstverständlich hilfsbereit sein: Selbstverständlich solltest du deine eigenen Aufgaben gut erledigen. Gerade in der ersten Zeit kann es aber oftmals noch „Zwangspausen“ geben, in denen du nichts arbeiten kannst. In solchen Situationen solltest du deine Hilfe anbieten. Bloß keine Däumchen drehen. Erweise dich sich in solch einer Situation als echter Mit-Arbeiter und Teamplayer.
3 x Nein: Ganz zum Schluss noch ein paar kleine Hinweise, die aber große Bedeutung erlangen können:
Duze nicht zu schnell und von dir aus, sondern erst dann, wenn du die Betriebssitten kennst und diese ein Du erlauben. Vor allem deinen Chef/deine Chefin solltest du auf keinen Fall von dir aus duzen. Und wenn es bei einer Betriebsfeier im lockeren Rahmen dann doch mal ausgesprochen wird, „vergiss“ es am anderen Tag geflissentlich und kehre wieder zum „Sie“ zurück. Wenn es am anderen Tag allerdings von deinem Chef/deiner Chefin  wieder aufgegriffen wird, dann darfst auch du weiter duzen.
Lästere nie, wirklich niemals über abwesende Kollegen. Büroklatsch macht keine Freunde und dir auch nur für eine viel zu kurze Zeit Freude. Man mag vielleicht den Tratsch, aber niemals die Tratschtante.
Private Telefonate zu führen, ist ebenfalls ein Tabu. Kein Chef sieht es gern, wenn du damit deine kostbare Arbeitszeit vergeudest. Verlege private Telefonate oder auch E-Mails daher unbedingt in deinen Feierabend und die eigenen Vier-Wände. Mal ganz abgesehen davon, dass du auch auf keinen Fall zu viel Persönliches über dich preisgeben solltest. Was bei persönlichen Gesprächen beispielsweise mit Freunden aber leider oft genug der Fall ist.

Neustart ohne Fehler: Die ersten 100 Tage im neuen Job oder als Azubi(ne)

Urlaub erst einmal tabu: Frage auf keinen Fall nach einem Urlaub in den ersten vier Wochen! Lästere auch nicht über eine Kollegin und ihre Schuhe. Schaue besser den älteren Mitarbeitern über die Schulter. Stelle stets höflich deine Fragen. Und bedanke dich für die Antworten.

Es geht hier um die ersten 100 Tage für Azubis im neuen Job. Denn in diesen ersten drei Monaten entscheidet sich, ob sie top oder ein Flop sind.

Ähnlich wie bei Politikern ist das die Prüfzeit, in der sich jeder Neuling in einem Unternehmen erst einmal bewähren muss, ob er ins Team passt.

Was Personalberater all jenen raten, die frisch in einen Betrieb kommen:

In dieser Zeit muss man beweisen, dass man die richtige Einstellung und Qualifikation mitbringt. Und: Man erwartet auch, dass sich der oder die Neue engagiert und mit den Kollegen harmoniert.

Das ist in der Tat nicht immer leicht, wissen Berufsberater. Aber man kann sich auf diese Zeit gut vorbereiten. Sie empfehlen vor Antritt der neuen Stelle viele Informationen über den Betrieb zu sammeln. Dafür würden sich Internet und Intranet eignen, auch gute Handbücher, und – wenn vorhanden – Mitarbeiter-Zeitschriften seien gute Info-Quellen. Wichtig dabei: Sich möglichst schnell ein Insider-Wissen über das Unternehmen anzueignen.

Arbeitsberater empfehlen Folgendes darüber hinaus: Ist das Erlangen von Insider-Kenntnissen außerhalb eines Unternehmens nicht möglich, hilft nur das Gespräch mit den Kollegen. Denn nur wer weiß, wie  es in der Abteilung oder im Betrieb läuft, kann sich schnell integrieren. Dazu sollte man in der Kaffeepause ruhig einmal Fragen stellen. Und in Großbetrieben sich nicht per E-Mail bei den Kollegen vorstellen, sondern persönlich auf sie zugehen.

Einen ersten Fehler im neuen Betrieb gilt es auf jeden Fall zu vermeiden:

Die meisten denken, sie müssen sofort mit den älteren Mitarbeitern mithalten können, stürzen sich viel zu sehr auf eine erste Lernphase. Dabei vergessen sie, dass es besonders wichtig ist, die neuen Kollegen kennen zu lernen und sich ins Team zu integrieren. Erst danach sollte die Lern-oder Ausbildungsphase angegangen werden, wissen Ausbilder in großen Unternehmen.

Fehler Nummer 2: Sie verstecken sich. Sind zu abwartend und zurückhaltend, scheu und schüchtern. Aber nur derjenige, der Interesse zeigt, Fragen stellt, seine Mitarbeit anbietet, kann im Team schnell Punkte sammeln und wird so auch viel schneller ein geschätztes Team-Mitglied.

Fehler Nummer 3: Nicht ängstlich sein, sondern sich offen für neue Aufgaben interessieren. Dabei Respekt vor der Arbeit der Kollegen zeigen, wissen dass die Älteren einen erheblichen Wissensvorsprung vor einem selbst haben. Auf keinen Fall mit eigenem Wissen vor ihnen angeben, sondern lieber Fragen stellen und Anweisungen des Teamleiters befolgen. Sonst stellt man sich selbst schnell an den Rand.

Dass man tatsächlich nur 100 Tage Zeit hat, sich zu bewähren – dieser Auffassung sind nicht alle Experten und Ausbilder. Viele sagen, dass man auch danach noch eine Schonfrist hat, seine persönlichen Stärken zu zeigen. Aber sie mahnen: Die ersten drei Monate im neuen Job stellen schon die Weichen für die Zukunft in einem Unternehmen. Man sollte also grobe Fehler im Umgang mit den Kollegen und in der Anfangs-Lernphase möglichst vermeiden.


ist Diplom-Journalistin und hat ein Staatsexamen in Psychologie. Die alleinerziehende Mutter war viele Jahre Mitglied der Chefredaktion großer deutscher Frauenzeitschriften. Derzeit ist die überzeugte Vegetarierin, freie Autorin und findet die besten Ideen auf Spaziergängen mit ihrem Hund Quadriga.

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