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8 Sätze, die Eltern ihren Kindern nicht sagen sollten
8 Sätze, die Eltern ihren Kindern nicht sagen sollten

Quelle: Pexels

Erziehung - Familie

8 Sätze, die Eltern ihren Kindern nicht sagen sollten

Eltern zu sein, ist anstrengender, als sich das viele Paare vorgestellt haben. Im Babyalter machen Eltern schlaflose Nächte zu schaffen, weil Babys nicht „automatisch“ durchschlafen und nachts getröstet, gefüttert oder gewickelt werden müssen. Wenn sie größer werden, kommen Trotzphasen hinzu, denn Kinder testen ihre Grenzen aus, um ihren Willen durchzusetzen. So entwickeln sich Kinder zu Persönlichkeiten mit Selbstbewusstsein. Die Eltern werden durch unterschiedliche Entwicklungs-Phasen auf harte Proben gestellt und es ist eine Herausforderung, immer die richtigen Worte zu finden.

Kinder müssen lernen, dass es Regeln gibt, an die sie sich halten müssen – aber es gibt auch Regeln, an die sich die Eltern halten sollten. Nun, wenn Eltern ihre Kinder erstnehmen, funktioniert das vertrauensvolle Miteinander. Bevor wir auf die 8 Sätze eingehen, die Eltern ihren Kindern nicht sagen sollten, gibt es Regeln, die grundsätzlich immer gelten. 

Die absoluten Tabus in der Kinder-Erziehung

In der Erziehung gehört es zu den absoluten Tabus, dass Eltern ihre Kinder anschreien oder ihnen Angst machen, Kindern auf die Finger hauen oder ihnen eine Ohrfeige verpassen. Solche Erziehungsmethoden sind nicht nur veraltet und absolut destruktiv, sie schüchtern Kinder ein und sorgen dafür, dass sie kein gesundes Selbstbewusstsein entfalten können. Außerdem ist es für das Verhältnis zwischen Eltern und Kinder fatal, wenn Kinder in Angst vor der nächsten Schreiattacke oder einer Ohrfeige leben.  

Worauf Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder unbedingt achten und auf welche negativen 8 Sätze Eltern in der Kindererziehung unbedingt verzichten sollten, erfahrt ihr jetzt: 

1. „Wehe, wenn du weinst“ oder „Hör auf zu weinen“ 

Wenn Kinder weinen, ist etwas passiert und sie haben Kummer. Es kann sein, dass sie sich wehgetan haben oder verärgert sind, weil sie etwas nicht bekommen haben. Sie können frustriert sein, weil sie etwas nicht geschafft haben oder bockig werden, weil sie lieber zum Spielplatz statt zum Supermarkt wollen. Wenn Kinder weinen, drücken sie ihre Emotionen aus und wenn Eltern mit Sätzen reagieren wie: „Wehe, wenn du weinst“ oder „Hör endlich auf zu weinen“, geben sie ihnen das Signal, dass Emotionen etwas Negatives sind und das kann dramatische Folgen für die Entwicklung des Selbstvertrauens haben. 

2. “Finger weg, ich mache das“

Kinder müssen Grob- und die Feinmotorik erlernen und Dinge ausprobieren können, um sie zu beherrschen. Ob Schuhe zubinden, Jacke zuknöpfen oder ein Eis auspacken. Je öfter sie diese Dinge tun, desto schneller erlernen sie bestimmt Fähigkeiten. Wenn Eltern aber sagen: „Finger weg, ich mache das“, können sich Grob- und Feinmotorik nicht entwickeln und Kinder fühlen sich als Verlierer, wenn andere Kinder Dinge können, die sie nicht lernen konnten, weil Mama oder Papa sie ihnen „abgenommen“ haben.

3. “Ich mag dich gerade nicht”

Kinder können sehr unordentlich sein, beim Essen kleckern, den Saft umwerfen, der Rucksack verlieren oder eine wertvolle Schüssel runterwerfen. Kinder sind Kinder und Missgeschicke passieren – das ist normal. Bei all dem Ärger, den Eltern dabei empfingen können, sollte folgender Satz NIEMALS fallen: „Ich mag dich gerade nicht“. Kinder, die so etwas hören, verlieren das Urvertrauen und das Wichtigste, was die Eltern ihnen geben können, ist: Urvertrauen. Also: Egal wie ärgerlich ein Missgeschick ist: Nichts ist so schlimm, dass Kinder hören müssen, dass Mama und Papa sie nicht mögen.

4. “So verhalten sich nur Babys”

Dieser Satz ist besonders verletzend! Eltern, die ihre Kinder damit konfrontieren, erniedrigen und beleidigen den Nachwuchs. Eltern sollten so etwas grundsätzlich unterlassen. Mehr muss nicht gesagt werden.

5. “Ich opfere so viel für dich”

Mütter oder Väter, die Kindern sagen, wie viel sie für sie „opfern“, sollten einen Kurs für Kindererziehung besuchen. Wenn Eltern für Kinder etwas „opfern“, hätten sie vielleicht niemals welche werden sollen. Kinder werden geboren, weil Eltern sich dafür entschieden haben und es ist fatal, wenn sie das Gefühl haben, sie würden den Eltern etwas schulden. Das ist nicht nur unfair, es sorgt auch für unnötige Schuldgefühle. 

6. “Lass mich einfach in Ruhe”

Auch Eltern brauchen mal Ruhe und müssen entspannen und das kann man Kindern ganz einfach und verständlich sagen: „Mama oder Papa brauchen eine kleine Pause“. Das können Kinder verstehen! Was sie missverstehen, ist der Satz: „Lass mich einfach in Ruhe“. Das klingt nach, „du bist mir lästig“ und das ist beleidigend und absolut unnötig.

7. “Hör auf mit der ständigen Fragerei”

Kinder sind wissbegierig und stellen Fragen – immer und immer wieder! Es zehrt manchmal an den Nerven und stellt die Geduld der Eltern auf die Probe. Aber neugierigen Kinder entdecken ihre Umgebung und fragen der Mama oder dem Papa Löcher in den Bauch. Das ist gut so, denn es fördert die Allgemeinbildung und gibt dem Kind das Gefühl, viel zu wissen. Also: Fragende Kinder fragen lassen und möglichst viele Antworten geben.

8. “Das ist mir egal”

Ignoranz und Dessinteresse sind sehr schlechte Erziehungsmethoden und der Satz: „Das ist mir egal“, hört sich an wie „Du bist mir egal“. Eltern sollten sich für die Probleme und Sorgen ihrer Kinder interessieren und gemeinsam mit ihnen nach Lösungen suchen. Nur so lernen Kinder, wie man Probleme lösen kann und dass sie sich zusammen leichter lösen lassen. 


Betty arbeitet als freie Journalistin und ist Herausgeberin im Verlag Berliner Journalisten. Im Ullstein-Verlag veröffentlichte sie drei Sachbücher zu den Themen Europa, Verbraucherrecht und der Gleichstellung allein erziehender Mütter.

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