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„Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass…“ – die Tortur Arbeitslos...

Quelle: Volkan Olmez / Unsplash

Arbeit

„Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass…“ – die Tortur Arbeitslosigkeit

Montagmorgen und die ersten Mails befinden sich im Postfach. Eine dieser Nachrichten, die man an einem Montag nicht unbedingt gerne liest:

„Sehr geehrte Frau Knezevic, vielen Dank für Ihre Bewerbung und das damit verbundene Interesse an einer Mitarbeit in unserem Unternehmen. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass…“ Ich glaube an dieser Stelle muss ich nicht weiterlesen und weiß, was mich erwartet. Es ist eine dieser gängigen Standardabsagen und mittlerweile habe ich schon aufgehört zu zählen.

Der Bewerbungsmarathon

Seit über sechs Monaten bin ich auf Jobsuche. Nach der großen Flaute im November und Dezember sind die Bewerbungsgespräche wieder voll im Gange. Ich hetzte von einem Vorstellungstermin zum nächsten, hier noch ein Telefoninterview, da noch ein Skype Gespräch. All das klingt auf den ersten Blick toll, aber schlussendlich passiert: NICHTS!  Als wären zwei Gespräche nicht genug, folgt auch noch eine Präsentationsvorbereitung oder ein Assessment Center, um am Ende mit einem Standardschreiben abgespeist zu werden. Da gehe ich die ganze Prozedur von A bis Z durch, werde mit Fragen gelöchert, muss mich rechtfertigen, weshalb es nach meinem Masterstudium so lange gedauert hat, einen Job zu finden und wieso ich in der letzten Firma nur so kurz geblieben bin. Wofür das alles? Um wenig später zu lesen „Leider müssen wir Ihnen mitteilen“…

Liebe Unternehmen, ich möchte euch mitteilen, dass die ganze Situation sehr demütigend ist. Obwohl sich die Bewerber ins Zeug legen, schafft ihr es nicht, eine persönlichere Nachricht zu schreiben – wenigstens den Kandidaten, die in die engere Auswahl gekommen sind?

Der perfekte Kandidat vs. der Alptraum für Unternehmen

Anscheinend schaffen es nur die Kandidaten in meinem Bereich Marketing, die ein Studium haben, möglichst viel Erfahrung mitbringen und sehr jung sind. Sie sollten möglichst keine Kinder haben oder es nicht in Erwägung ziehen, Eltern zu werden. Und wehe der Lebenslauf weist Lücken auf. Und dann diese Fragen: Waren Bewerber in mehreren Unternehmen tätig, könnten sie als zu sprunghaft abgestempelt werden. Haben sie mehrere Jahre in einer Firma verbracht, gelten sie als unflexibel. Bringen sie zu wenig Berufserfahrung mit, werden sie gefragt, warum das so ist.

Liebe Unternehmen, ihr gebt uns Bewerbern ja nicht die Chance uns zu beweisen, denn von nichts kommt nichts! Fazit: Recht machen können wir es euch (fast) nicht.

Ich hatte sehr viel Pech und fand nach dem Masterstudium nicht sofort einen Job. Nach monatelanger Suche nahm ich einen Job an, aber das ging nicht gut. Weil ich nicht mehr in einer Umgebung mit schlechtem Firmenklima arbeiten wollte, stehe ich wieder ungewollt ohne Job da – mit einer großen Portion Zweifel und Demotivation.

Von Selbstvertrauen zu Selbstzweifel

Bin ich anfangs noch voller Selbstbewusstsein vor die Geschäftsführer und Personalleiter getreten und habe mich von meiner besten Seite präsentiert, gibt es inzwischen Tage, an denen ich nur noch an mir zweifle. Komme ich vielleicht unsympathisch rüber? Bringe ich zu wenig an Qualifikationen mit? Fragen über Fragen, die mich immer mehr demotivieren. Werde ich gefragt, was ich mache, fühlt es sich an, wie ein Schlag ins Gesicht. Wenn ich antworte, dass ich gerade arbeitslos bin, ist das sehr beschämend.

Meine Erkenntnis: Der größte Fehler ist, dass wir uns viel zu sehr über unseren Job definieren und uns selbst das Gefühl geben: Wenn wir keine Arbeit haben, dann sind wir auch nichts. Genau das dürfen wir aber nicht zulassen. Uns macht so viel mehr aus, nicht nur der Beruf, den wir ausüben.

Wenn ich es mir recht überlege, mache ich mich unnötig klein. Ich schmeiße schließlich den ganzen Haushalt, plane meinen Blog, habe Zeit in mich hineinzuhören und mir die Fragen zu beantworten: Was will ich wirklich? Wie vermeide ich es, die gleichen Fehler immer wieder zu machen? Wie schaffe ich es, das erstbeste Angebot nicht zu akzeptieren? Ich habe durch den ganzen Prozess gelernt, dass ich mich nicht verstellen darf und bei jedem Gespräch authentisch bleiben muss. Wer mich nicht haben will, hat einfach Pech gehabt!


Ist sie nicht gerade bei einem Bewerbungsgespräch, nimmt sie euch auf ihrem Lifestyle Blog mimi´s honeypot auf eine Entdeckungsreise durch das schöne Wien mit, gibt euch Reisetipps und zeigt, dass Fashion auch auf nachhaltige Weise funktioniert.               Website | Facebook | Instagram | Pinterest

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